Cramers Blitzrunde: Enterprise Products Partners ist gut geführt
Jim Cramer beantwortet in der Blitzrunde Zuschauerfragen und stuft Enterprise Products Partners trotz Renditedrucks als kaufenswert ein.

In der neuesten Ausgabe seiner Blitzrunde hat „Mad Money“-Moderator Jim Cramer die Aktienfragen der Anrufer wieder in hoher Geschwindigkeit beantwortet. Die Sendung läuft montags bis freitags von 18:00 bis 19:00 Uhr ET auf CNBC. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei der Midstream-Spezialist Enterprise Products Partners, zu dem Cramer eine klare Haltung vertrat.
Enterprise Products Partners und der Renditedruck
Auf die Frage zu Enterprise Products Partners erklärte Cramer, die aktuelle Schwäche der Aktie hänge mit der Entwicklung am Anleihemarkt zusammen. „Ich denke, das, was Sie beobachten, hängt damit zusammen, dass die Rendite für 30-jährige Staatsanleihen auf 6% oder vielleicht sogar 6,25% zusteuert“, so der Moderator. Er ergänzte: „Ich kann letztlich erwarten, dass dies eintreten wird, und genau das führt dazu, dass Enterprise Products Partners schwächer abschneidet als erwartet.“
Trotz dieser Einschätzung bleibt Cramer dem Unternehmen gegenüber positiv eingestellt. „Mir gefällt das Geschäftsmodell nach wie vor; es handelt sich um ein hervorragendes LNG-Unternehmen“, sagte er. Seine Schlussfolgerung für Anleger fiel eindeutig aus: „Es ist ein sehr gut geführtes Unternehmen. Ich denke, Sie sollten es besitzen.“
Der Hinweis auf die 30-jährige US-Staatsanleihe verweist auf einen wichtigen Zusammenhang für deutsche Anleger. Steigende langfristige Zinsen erhöhen die Attraktivität von Anleihen gegenüber dividendenstarken Werten. Unternehmen wie Enterprise Products Partners, die zu den sogenannten Midstream- und LNG-Playern zählen, geraten dann häufig unter relativen Druck – selbst wenn das operative Geschäft intakt bleibt.
Cerebras, Argan und MasTec im Kurzcheck
Weniger gnädig fiel Cramers Urteil zu Cerebras aus. Zu dem Unternehmen sagte er knapp: „Ein gutes Unternehmen, aber die Aktie ist zu teuer.“ Damit trennte er ausdrücklich zwischen der Qualität des Geschäfts und der Bewertung des Papiers – ein wiederkehrendes Motiv in seinen Blitzrunden.
Zur Aktie von Argan äußerte sich Cramer dagegen zurückhaltend: „Ich kenne Argan nicht.“ Ohne eigene Einschätzung ließ er die Frage damit offen. Anders bei MasTec: Hier verwies er auf die deutliche Kursentwicklung und sagte: „Dieses Papier wurde zermahlen. Ich werde mich nicht in den Weg eines solchen Verkaufs stellen.“ Das deutet darauf hin, dass er bei einem so starken Abwärtsdruck nicht gegen den Markt positionieren würde.
Die Blitzrunde ist ein festes Format der Sendung „Mad Money“. Cramer beantwortet darin Anruferfragen zu einzelnen Aktien in rascher Folge und liefert damit kurze, meinungsstarke Einschätzungen statt ausführlicher Analysen.
Für deutsche Privatanleger lohnt sich eine Einordnung: Cramers Aussagen sind Momentaufnahmen und spiegeln seine persönliche Meinung wider, nicht eine allgemeine Anlageempfehlung. Wer in US-amerikanische Midstream- oder LNG-Unternehmen investiert, sollte zusätzlich die Zinsentwicklung am langen Ende der US-Kurve, die Ausschüttungspolitik und die Währungsrisiken beachten.
CNBC bietet Interessierten zusätzlich den „Investing Club“ an, um Cramers Schritte an den Märkten zu verfolgen. Fragen an Cramer können unter der Nummer 1-800-743-CNBC gestellt werden. Weitere Kanäle sind die „Mad Money“-Profile auf Twitter, Facebook und Instagram sowie die E-Mail-Adresse madcap@cnbc.com für Anregungen zur Website.
Ob sich Cramers Prognose zu den 30-jährigen US-Renditen bewahrheitet, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Moderator hält an seiner positiven Haltung zu Enterprise Products Partners fest – unabhängig vom kurzfristigen Gegenwind, den er selbst auf die Zinsentwicklung zurückführt.
