Chinesische Restaurantketten setzen auf KI für höhere Margen
Haidilao und Yum China nutzen künstliche Intelligenz zur Steigerung der Produktivität.

Chinesische Restaurantketten entdecken die künstliche Intelligenz als Werkzeug zur Effizienzsteigerung. Während die asiatische Liebe zum Hotpot – bei dem Gäste rohes Fleisch und Gemüse am Tisch in kochende Brühe geben – wie eine Verlagerung der Kochaufgaben an die Kunden erscheint, steckt dahinter ein Geschäftsmodell, das stark von der Kontrolle der Arbeits- und Lebensmittelpreise abhängt. Genau hier setzt KI an.
Zu den Vorreitern gehört das in Hongkong notierte Unternehmen Haidilao, das die größte Kette von Hotpot-Restaurants in China betreibt. Das Unternehmen setzt KI ein, um die Tischdurchlaufzeit zu erhöhen. Dazu analysiert es Videoaufnahmen, um nachzuverfolgen, wie weit die Gäste in ihrer Mahlzeit fortgeschritten sind – dies geschieht in mehr als 1.200 Restaurants.
Roboter und automatisierte Systeme im Einsatz
Neben der Videoanalyse unterstützen Roboter bei der Lieferung von Gerichten aus der Küche zu den Tischen. Automatisierte Küchengeräte übernehmen repetitive Aufgaben bei der Lebensmittelzubereitung, und intelligente Systeme helfen beim Inventory-Management. Die Restaurants können so mit derselben Fläche und denselben Arbeitskräften höhere Umsätze generieren und gleichzeitig Lebensmittelverschwendung reduzieren.
Auch Yum China, der Eigentümer von KFC und Pizza Hut in China und der größte Restaurantbetreiber des Landes mit mehr als 19.000 Filialen, integriert KI bereits in seine täglichen Abläufe. Digitale KI-Assistenten unterstützen Manager bei der Dienstplanung, der Bestandsverwaltung und Aufgaben im Bereich der Lebensmittelsicherheit. KI wird zudem für die Auswahl neuer Standorte, zur Prognose der Verkäufe zur Bestimmung des Nachschubs sowie zur Optimierung der Lieferungen basierend auf den Verkehrsbedingungen eingesetzt.
Erste Erfolge bei den Margen
Die Ergebnisse beginnen sich abzuzeichnen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg die operative Marge auf Ebene der Restaurants im Auslandsgeschäft von Haidilao, das separat als Super Hi International notiert ist, von 6,4 Prozent auf 10,7 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur der Skaleneffekt aufgrund der steigenden Anzahl an Restaurants zum Tragen kommt, sondern auch die KI-Investitionen der Gruppe beginnen, die Produktivität zu steigern.
Auch bei Yum China erreichte die operative Marge im zweiten Quartal 11,1 Prozent, was dem neunten Quartal in Folge entspricht, in dem sie expandierte. Natürlich kann alleinige KI keinen Anspruch auf diese Verbesserungen erheben. Konventionelle Kostenkontrolle bleibt weiterhin wichtig.
Bedeutung für Anleger
Doch über tausende Standorte hinweg können KI-getriebene Reduzierungen bei Lebensmittelverschwendung und Arbeitskosten die Wirtschaftlichkeit von Restaurantketten noch attraktiver gestalten. Für chinesische Aktien im Restaurantsektor, die mit einem schwachen Konsumentenvertrauen kämpfen, bietet dies einen hilfreichen Puffer.
Darüber hinaus weist dies auf die nächste Iteration des KI-Handels hin. Anleger haben den Großteil des vergangenen Jahres damit verbracht, auf die Unternehmen zu setzen, die die Chips und Infrastrukturen bauen, die diese Technologie antreiben. Die nächsten Nutznießer werden traditionelle Unternehmen sein, die KI einsetzen, um bestehende Vermögenswerte produktiver zu machen.
