Chinas Smartphone-Markt schrumpft zum fünften Mal in Folge
Steigende Komponentenkosten und auslaufende Subventionen drücken Chinas Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal um 4,3 Prozent.

Chinas Smartphone-Markt befindet sich weiter im Abschwung. Im zweiten Quartal sanken die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 66 Millionen Einheiten – der fünfte Rückgang in Folge. Das teilte das Marktforschungsunternehmen IDC am Dienstag mit. Im gesamten ersten Halbjahr betrug das Minus im Jahresvergleich 4,2 Prozent.
Als Hauptursache nennt IDC die stark gestiegenen Kosten für Speicherchips und andere Komponenten. Die meisten Android-Hersteller reagierten darauf mit Preiserhöhungen oder einer Reduzierung günstigerer Einstiegsmodelle. Das hielt viele Verbraucher davon ab, ihre Geräte zu erneuern. Zusätzlich belastete das Auslaufen staatlicher Subventionen den Markt, die in vorangegangenen Quartalen die Nachfrage gestützt hatten.
Huawei und Apple als einzige Gewinner
Inmitten des allgemeinen Rückgangs stachen zwei Anbieter positiv hervor: Huawei Technologies und Apple waren die einzigen Hersteller, die im zweiten Quartal ein Wachstum verzeichneten. Huaweis Auslieferungen stiegen um bemerkenswerte 19,4 Prozent, Apple legte sogar um 24,4 Prozent zu. Beide Unternehmen hielten dabei ihre Preise stabil, während die Konkurrenz teurer wurde.
„Huawei und Apple hielten ihre Preise stabil, während die Wettbewerber ihre Preise erhöhten. Das gab zögerlichen Käufern einen Grund, in einem Quartal zuzugreifen, in dem der Großteil des Marktes ihnen eher einen Grund zum Warten lieferte", erklärte Arthur Guo, Senior Analyst bei IDC China. Diese Strategie zahlte sich in der Marktanteilsentwicklung deutlich aus.
Huawei sicherte sich mit einem Marktanteil von 22,6 Prozent den ersten Platz im chinesischen Smartphone-Markt. Apple folgte auf dem zweiten Rang mit einem Anteil von 18,1 Prozent. Die Preisstabilität beider Hersteller erwies sich damit als entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber der Android-Konkurrenz.
Starke Verluste bei Xiaomi, Oppo und Vivo
Die übrigen großen Anbieter mussten hingegen deutliche Einbußen hinnehmen. Xiaomi, auf dem fünften Platz des Rankings, verzeichnete mit einem Rückgang von 21,7 Prozent den stärksten Einbruch unter den großen Herstellern. Oppo und Vivo kamen ebenfalls nicht ungeschoren davon: Oppo büßte 9,7 Prozent ein, Vivo 11,4 Prozent.
Die Entwicklung verdeutlicht die schwierige Lage für Android-Hersteller im aktuellen Marktumfeld. Wer die gestiegenen Komponentenkosten an die Verbraucher weitergab, verlor Marktanteile. Der chinesische Smartphone-Markt, einer der größten der Welt, steht damit vor einer strukturellen Herausforderung: Ohne staatliche Fördermaßnahmen und bei anhaltend hohen Komponentenpreisen bleibt die Kaufzurückhaltung der Konsumenten ein zentrales Problem für die gesamte Branche.
