ANZEIGE

Chinas Rohstoffimporte zeigen uneinheitliche Entwicklung

Preissensibles Einkaufsverhalten und geopolitische Spannungen prägen das Importgeschehen unterschiedlich stark

2 Min
Chinas Rohstoffimporte zeigen uneinheitliche Entwicklung

Chinas jüngste Handelsdaten zu Rohstoffimporten zeichnen ein widersprüchliches Bild der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Einerseits deuten sie auf eine gewisse Resilienz und Erholung hin, andererseits zeigen sie auch Anzeichen einer schwächelnden Nachfrage. Besonders deutlich wird das beim Import von Rohöl, dem weltweit am stärksten gehandelten Energieträger.

Mit 11,11 Millionen Barrel pro Tag lagen die Öleinfuhren im Juli um 11,5 Prozent höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Das spricht für eine erhöhte Nachfrage und einen möglichen Aufschwung. Im Vergleich zum Vormonat Juni jedoch ergibt sich ein Rückgang um 5,4 Prozent, was zugleich den niedrigsten Wert seit Januar bedeutet. Die Schwankungen spiegeln Chinas zunehmend preisorientiertes Einkaufsverhalten wider: Sinkende Preise führen zu verstärkten Importen, steigende zu einem Rückgang. So waren die Einfuhren im ersten Quartal eher verhalten, da sie in einer Phase hoher Ölpreise organisiert wurden. Als die Preise im zweiten Quartal fielen, zogen die Importe an.

Geopolitische Spannungen wie der Konflikt zwischen Israel und Iran sowie westliche Sanktionen gegen Russland trieben zuletzt die Ölpreise erneut nach oben. Dies dürfte chinesische Raffinerien zu einer vorsichtigeren Einkaufspolitik veranlasst haben. Im bisherigen Jahresverlauf liegen die Öleinfuhren dennoch leicht über dem Vorjahresniveau – mit einem Zuwachs von 2,8 Prozent auf durchschnittlich 11,25 Millionen Barrel pro Tag.

Auch bei anderen Rohstoffen zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Die Eisenerzimporte beliefen sich im Juli auf 104,62 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent im Vergleich zum Juni, aber einem Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber Juli 2024. Für die ersten sieben Monate ergibt sich ein Minus von 2,3 Prozent, das mit dem leichten Rückgang der chinesischen Stahlproduktion korrespondiert.

Die Kupferimporte zogen im Juli wieder an und erreichten 480.000 Tonnen – ein Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und 9,6 Prozent im Jahresvergleich. Für das Gesamtjahr liegt das Volumen bisher aber 2,6 Prozent unter dem Vorjahr. Hintergrund ist unter anderem die Unsicherheit rund um US-Zölle, die in der ersten Jahreshälfte Kupferströme in Richtung USA umgelenkt hatten. Da die US-Regierung unter Donald Trump zuletzt von einem umfassenden Kupferzoll abgerückt ist, könnte sich dieser Trend in der zweiten Jahreshälfte wieder umkehren.

Die Kohleimporte stiegen im Juli leicht auf 35,61 Millionen Tonnen. Das entspricht einem leichten Plus gegenüber Juni, aber einem Rückgang von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im bisherigen Jahresverlauf sanken die Importe um 13 Prozent. Gründe dafür sind die steigende Inlandsförderung sowie ein Rückgang beim Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung.

ChinaImportRohstoffeÖlKupferKohle

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer