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Chinas Banken vergeben im März deutlich mehr Neukredite

Reuters-Umfrage erwartet 3,4 Billionen Yuan Neukredite – ein starker Anstieg nach feiertagsbedingter Flaute im Februar.

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Chinas Banken vergeben im März deutlich mehr Neukredite

Chinesische Banken haben im März voraussichtlich Neukredite in Höhe von rund 3,4 Billionen Yuan vergeben – umgerechnet etwa 497,61 Milliarden US-Dollar. Das geht aus einer Reuters-Umfrage vom 9. April hervor, für die 17 Ökonomen befragt wurden. Damit würde die Kreditvergabe gegenüber dem Februar, in dem lediglich 900 Milliarden Yuan ausgereicht wurden, massiv ansteigen.

Der Grund für den starken Sprung liegt vor allem in saisonalen Effekten. Der März gilt in China traditionell als starker Monat für die Kreditvergabe, da sich die Wirtschaftsaktivitäten nach der Flaute rund um das chinesische Neujahrsfest erholen. Gleichzeitig beschleunigen die Banken ihre Kreditvergabe, um ihre Ziele für das erste Quartal zu erfüllen.

Trotz des deutlichen Anstiegs liegen die Erwartungen noch unter dem Vorjahreswert: Im März 2024 hatten chinesische Banken Neukredite in Höhe von 3,64 Billionen Yuan vergeben. Die aktuelle Schätzung signalisiert damit zwar eine Erholung, aber noch keine vollständige Rückkehr zur Stärke des Vorjahres.

Verhaltene Kreditnachfrage trotz Erholung

Analysten von Citi Research bewerten die Lage differenziert. „Der Diskontsatz für Wechsel bewegte sich den gesamten März über seitwärts, was auf eine stetige, aber nicht wirklich starke Kreditnachfrage hindeutet", heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Dies deutet darauf hin, dass die Erholung zwar real, aber nicht überschwänglich ist.

Positiv zu werten ist, dass die Fabrikaktivität in China im vergangenen Monat laut offiziellen Daten im schnellsten Tempo seit einem Jahr expandierte. Als Treiber gilt eine verbesserte Nachfrage. Dies stützt das Bild einer graduellen wirtschaftlichen Belebung in der Volksrepublik.

Die chinesische Zentralbank (People's Bank of China) hat unterdessen signalisiert, die finanzielle Unterstützung für die Inlandsnachfrage, Innovationen und kleine Unternehmen verstärken zu wollen. Eine unmittelbar bevorstehende breit angelegte Zinssenkung stellte sie jedoch nicht in Aussicht.

Goldman Sachs revidiert Zinssenkungsprognose

Bemerkenswert ist eine Kehrtwende von Goldman Sachs: Die US-Investmentbank verwarf am Sonntag ihre bisherige Prognose einer Zinssenkung um 10 Basispunkte für dieses Jahr. Laut Goldman Sachs werde die Zentralbank die Geldpolitik nur dann lockern, „wenn sich die Wachstumsaussichten deutlich verschlechtern". Dies unterstreicht, dass der geldpolitische Spielraum in China derzeit begrenzt erscheint.

Auch die breiteren Geldmengendaten zeigen eine leichte Abschwächung: Die Geldmenge M2 dürfte im März im Jahresvergleich um 8,9 Prozent gewachsen sein – etwas weniger als die 9 Prozent im Februar. Das Volumen der ausstehenden Yuan-Kredite wird auf ein Jahreswachstum von 5,9 Prozent geschätzt, nach 6 Prozent im Vormonat.

Sozialfinanzierung mehr als verdoppelt

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei der sogenannten Gesamten Sozialfinanzierung – einem weit gefassten Maß für Kredit und Liquidität in der chinesischen Volkswirtschaft. Dieser Indikator dürfte sich im März auf rund 5,4 Billionen Yuan mehr als verdoppelt haben, verglichen mit 2,38 Billionen Yuan im Februar. Dieser Wert unterstreicht die saisonale Dynamik im chinesischen Kreditmarkt zu Beginn eines neuen Quartals.

Für deutsche Anleger und Beobachter der Weltwirtschaft sind diese Zahlen relevant: China ist als größte Volkswirtschaft Asiens und zweitgrößte der Welt ein entscheidender Wachstumsmotor. Die Entwicklung der Kreditvergabe gibt wichtige Hinweise darauf, wie stark die Binnennachfrage und die Investitionstätigkeit im Reich der Mitte tatsächlich sind – und damit auch auf die globale Konjunktur.

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