China ermittelt gegen vier Online-Reisebuchungsplattformen
Wettbewerbswidrige Praktiken und Verstöße gegen Händlerrechte stehen im Fokus der Behörden.

Die chinesischen Aufsichtsbehörden haben Ermittlungen gegen vier Online-Plattformen für Hotel- und Reisebuchungen eingeleitet. Wie Bloomberg am Samstag berichtete, besteht der Verdacht auf wettbewerbswidrige Praktiken und Verstöße gegen die Rechte von Händlern.
Laut einer Erklärung der Marktregulierungsbehörde der Stadt Peking richten sich die Ermittlungen gegen Hangzhou Taomei Aviation Service, Tongcheng Network Technology, Tujia Online Information Technology (Tianjin) sowie Beijing Sankuai Information Technology. Die genauen Vorwürfe im Einzelnen wurden zunächst nicht näher spezifiziert.
Die Prüfungen schließen an eine umfassendere regulatorische Überprüfung des chinesischen Online-Reisemarktes an. Zuvor hatte bereits ein Treffen mit Hotel- und Reisebuchungsplattformen stattgefunden, das von der Staatlichen Verwaltung für Marktregulierung und dem Ministerium für Kultur und Tourismus einberufen worden war.
Hintergrund der Ermittlungen
Die Behörden untersuchen Geschäftspraktiken, die den fairen Wettbewerb und die Rechte der Händler beeinträchtigen könnten, die diese Plattformen nutzen. Der Chinesische Hotellerieverband unterstützte die Ermittlungen ausdrücklich und forderte die Buchungsplattformen auf, mehr Transparenz bezüglich ihrer Handelsregeln und Algorithmen zu gewährleisten.
Die Branchenvereinigung hob insbesondere Suchrankings, Traffic-Allokation, Provisionssätze und Werbeaktionen als Bereiche hervor, in denen Plattformen den Händlern klarere Informationen bereitstellen sollten. Zudem forderte der Verband größere Selbstdisziplin innerhalb der Branche sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Online-Buchungsplattformen und der Hotellerie.
Verschärfte Regulierung nach Trip.com-Strafe
Die jüngste Maßnahme erweitert die regulatorische Aufsicht über Chinas Online-Hotel- und Reisebuchungsbranche erheblich. Erst im Juli hatte die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung eine Kartellstrafe in Höhe von 5,18 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 765 Millionen US-Dollar) gegen die Trip.com Group verhängt.
Trip.com war bestraft worden, weil das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung im chinesischen Online-Hotelbuchungsmarkt missbraucht hatte. Die damalige Rekordstrafe sendete ein deutliches Signal an die gesamte Branche.
Ausblick und offene Fragen
Die aktuellen Ermittlungen signalisieren eine fortgesetzte regulatorische Aufmerksamkeit hinsichtlich der Interaktion großer Online-Reiseplattformen mit Hotels und anderen Händlern. Besonders im Fokus stehen dabei Provisionen, Plattform-Traffic und Werbepraktiken.
Bislang wurden keine Strafen oder Ergebnisse gegen die vier in den neuesten Ermittlungen genannten Plattformen bekanntgegeben. Die Verfahren befinden sich offenbar noch in einem frühen Stadium. Für Anleger bleibt die Entwicklung des chinesischen Online-Reisemarktes damit weiterhin mit regulatorischen Unsicherheiten behaftet.
