CBOT-Weizen-Futures fallen: Hoffnung auf Schwarzmeer-Lösung belastet
Weizen-Futures fallen mangels bullisher Impulse und wegen Hoffnung auf Schwarzmeer-Deeskalation.

Die Weizen-Futures an der Chicago Board of Trade (CBOT) sind am Donnerstag gefallen. Ausschlaggebend war das Ausbleiben neuer bullisher Nachrichten sowie anhaltende Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Schwarzmeer-Konflikt. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur AFP über einen türkischen Vorschlag für einen Waffenstillstand.
Die Dezember-Kontrakte für weichen roten Winterweizen an der CBOT schlossen mit 3,75 Cent im Minus bei 7,27 US-Dollar pro Bushel. Auch an den anderen US-Terminmärkten gab es Verluste: In Kansas City fielen die Dezember-Futures für harten roten Winterweizen um 5 Cent auf 7,94-1/2 US-Dollar pro Bushel. In Minneapolis gaben die Dezember-Kontrakte für Sommerweizen um 3,5 Cent nach und schlossen bei 7,52-1/2 US-Dollar pro Bushel.
Hoffnung auf diplomatische Lösung im Schwarzmeer-Raum
Auslöser der freundlicheren Marktstimmung war ein Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Demnach hat die Türkei Russland und der Ukraine einen Vorschlag für einen Waffenstillstand bei Angriffen auf die kommerzielle Schifffahrt im Schwarzen Meer unterbreitet. Dies nährte bei den Marktteilnehmern die Hoffnung auf eine militärische Deeskalation in der für die globalen Getreideexporte zentralen Region.
Die Händler blieben jedoch vorsichtig. Die Türkei hatte bereits in der Vergangenheit ähnliche Initiativen vorgeschlagen, die bislang nicht zu einer dauerhaften Lösung führten. Ein von US-Präsident Donald Trump am Montag verkündetes Abkommen zwischen Russland und der Ukraine zur Einstellung von Angriffen auf die Energieinfrastruktur hatte nach Einschätzung von Händlern vor Ort nur minimale Auswirkungen auf die Getreidemärkte.
Exportzahlen im Rahmen der Erwartungen
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veröffentlichte zudem neue Daten zu den US-Weizenexporten. Für die Woche bis zum 10. September meldete das Ministerium Netto-Ausfuhrabschlüsse in Höhe von 325.900 metrischen Tonnen. Der Wert lag damit im Rahmen der Markterwartungen, die zwischen 150.000 und 500.000 Tonnen angesiedelt waren.
Die aktuellen Kursverluste an den Weizenmärkten zeigen, wie stark die Preise weiterhin von geopolitischen Entwicklungen abhängen. Solange keine konkreten Fortschritte bei einer Deeskalation im Schwarzmeer-Raum erzielt werden, dürfte die Volatilität an den Getreidemärkten hoch bleiben. Die Marktteilnehmer werden daher die diplomatischen Bemühungen der Türkei sowie mögliche Reaktionen aus Russland und der Ukraine genau verfolgen.
