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Hexagon treibt die Vernetzung im Bergbau mit digitalen Zwillingen voran

Der Technologiekonzern will Geologie, Planung und Aufbereitung nahtlos miteinander verbinden.

4 Min
Hexagon treibt die Vernetzung im Bergbau mit digitalen Zwillingen voran

Durch kluge Akquisitionen und Produktintegration ist Hexagon zu einem der globalen Schwergewichte im Bereich der Bergbau- und Metalltechnologie aufgestiegen. Mit einer langfristigen technologischen Mission, die reale Messungen mit innovativer Software verbindet, bietet das Unternehmen eine einzigartige Perspektive für den Markt. Vernetzung ist heute ein zentrales Thema im Bergbau.

Die Führungskräfte des Geschäftsbereichs Hexagon Mining sind der Auffassung, dass die Branche ein erhebliches Potenzial hat, Geologie, Planung, Ausführung und Verarbeitung besser zu verknüpfen. Ziel ist es, durch operative Entscheidungen einen höheren Wert zu erschließen. Dies sowie die inzwischen allgegenwärtigen Möglichkeiten von KI-gestützter Analytik wurden im Vorfeld der International Mining and Resources Conference (IMARC) erörtert.

Die Vision „Ore to Value“

„Hexagon hilft Bergbauunternehmen, die physische und die digitale Welt zu verbinden, um Betriebe sicherer, produktiver und nachhaltiger zu gestalten“, heißt es seitens des Unternehmens. Über die gesamte Wertschöpfungskette des Bergbaus hinweg erstrecken sich die Technologien auf Geologie und Grubenplanung, Bohrungen und Sprengungen, Flottenmanagement, Sicherheit, Materialverfolgung, Aufbereitung und Analytik.

Der Fokus liegt zunehmend darauf, diese Fähigkeiten zu vernetzen, anstatt sie als separate Technologien zu behandeln. Die Vision „Ore to Value“ (Erz zu Wert) zielt darauf ab, das Material über seinen gesamten Weg zu verstehen – vom Rohstoff im Boden über Förderung und Aufbereitung bis hin zu einem verkaufsfähigen Endprodukt. Das damit verbundene Wissen soll entlang dieses Prozesses bewahrt und bereichert werden.

Da Hexagon OEM-agnostisch und offen konzipiert ist, können Technologien, Workflows und Daten aus einer gemischten Bergbauumgebung miteinander verbunden werden. Das Ziel ist nicht nur die Optimierung einzelner Maschinen oder Prozesse, sondern die Unterstützung der Kunden bei der Maximierung des Gesamtwerts ihrer Operation.

Herausforderungen im Bergausektor

Bergbauunternehmen wird zugemutet, mehr Leistung aus zunehmend komplexeren Operationen zu erbringen, während gleichzeitig Sicherheit, Produktivität und Nachhaltigkeit verbessert werden müssen. Gleichzeitig managen sie Variabilitäten in Lagerstätten und Betriebsbedingungen, Fachkräftemangel und eine alternde Belegschaft sowie enorme Datenmengen, die nicht immer zu besseren Entscheidungen führen.

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass Informationen nach wie vor funktionsübergreifend fragmentiert sein können. Geologie, Planung, Betrieb und Aufbereitung verfügen möglicherweise jeweils über wertvolle Daten, doch wenn dieses Wissen isoliert oder verzögert vorliegt, gehen Chancen zur Reaktion auf veränderte Bedingungen verloren. Deshalb sieht Hexagon ein erhebliches Potenzial darin, diese Teile der Wertschöpfungskette zu verbinden.

Der lebendige digitale Zwilling der Mine

Die Kombination aus Sensorik, Echtzeitdaten, digitalen Zwillingen, fortschrittlicher Analytik und KI birgt enormes Potenzial. Der wichtige Punkt dabei ist jedoch, wie diese Technologien zusammenarbeiten. Hexagons Vision ist ein lebendiger digitaler Zwilling der Mine: kein statisches Modell oder Planungs-Snapshot, sondern eine Echtzeit-Darstellung, die zeitbewusst Exploration, Förderung, Aufbereitung und schließlich die Stilllegung umfasst.

Materialien können eine digitale Identität erhalten, die sich im Laufe ihres Weges durch den Betrieb verändert, wobei bekanntes Wissen bewahrt und die folgenden Entscheidungen informiert werden. KI wird besonders wirkungsvoll sein, wenn sie in diesem vernetzten operativen Kontext angewendet wird.

Der Bergbau hat enorme Mengen an Daten und Expertise angesammelt. Die Kombination dieses Wissens mit Echtzeit-Sensorik und Analytik kann die Ressourcenabschätzung, die Sequenzierung der Förderung, die Sicherheit und den Materialfluss verbessern. Gleichzeitig hilft dies, wertvolles operatives Wissen zu bewahren, während erfahrene Mitarbeiter die Branche verlassen.

Echtzeitdaten verändern Entscheidungsprozesse

Der bessere Zugang zu Echtzeitdaten verändert die Fragen, die eine Operation stellen kann. Traditionell lag der Fokus, wenn etwas einen kurzfristigen Plan störte, oft darauf: Wie kommen wir zurück zum Plan? Mit besserem Echtzeitwissen wird die Frage zu: Was ist angesichts dessen, was wir aktuell über den Betrieb wissen, die beste Entscheidung ab diesem Zeitpunkt?

Modelle können bereits während des Bohrens durch Sensorik aktualisiert werden. Die Bewegung nach Sprengungen lässt sich verstehen, es kann verfolgt werden, welches Material in welchen Lkw geladen wurde und wann es am Brecher ankam. Zunehmend wird auch verstanden, wie sich dieses Material weiter stromabwärts durch Halden, Förderbänder und die Aufbereitungsanlage bewegt.

Die Verknüpfung dieser Informationen schafft eine kontinuierliche Feedbackschleife zwischen Planung und Ausführung. Anstatt zu ermöglichen, dass operative Variabilität den in der ursprünglichen Planung angenommenen Wert schrittweise mindert, können Minen Entscheidungen kontinuierlich basierend auf dem tatsächlichen Geschehen verfeinern. Das bedeutet schnellere Entscheidungen, weniger Unsicherheit und eine deutlich klarere Verbindung zwischen täglichen operativen Entscheidungen und wirtschaftlichen Ergebnissen.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Zusammenarbeit ist unerlässlich, da keine einzelne Technologie, kein einzelnes Unternehmen und keine einzelne Disziplin die größten Herausforderungen des Bergbaus isoliert lösen kann. Moderne Minen sind komplexe Ökosysteme, die Betreiber, Gerätehersteller, METS-Unternehmen, Technologieanbieter, Forscher und viele andere umfassen.

Für Hexagon ist Offenheit grundlegend für den eigenen Ansatz. Die meisten Minen betreiben gemischte Flotten und nutzen Technologien von mehreren Anbietern. Die Rolle von Hexagon besteht darin, diese Datenpunkte und Workflows so zu verbinden, dass Kunden Kontext und Wert aus der gesamten Operation gewinnen können – anstatt durch geschlossene Ökosysteme eingeschränkt zu sein.

Foren wie die IMARC sind dabei besonders wertvoll. Sie bringen verschiedene Teile des Bergbauökosystems zusammen und schaffen Möglichkeiten, die Gespräche über einzelne Produkte hinauszuführen und hin zu den operativen Herausforderungen zu lenken, die die Branche gemeinsam lösen muss. Hexagon wird auf der IMARC 2026 im ICC Sydney vom 27. bis 29. Oktober am Stand Q21 vertreten sein.

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