BYD-Aktie bricht ein: Asiens Automobilsektor unter Druck
Chinesischer EV-Riese verliert 6,9 Prozent nach schwachen Verkaufszahlen – Analysten warnen vor schwierigem Jahr 2026

Der Hongkonger Hang Seng Index verzeichnete am Montag einen deutlichen Rückgang von 2,2 Prozent auf 26.775,57 Punkte. Hauptverantwortlich für den Abwärtstrend war der chinesische Elektroautobauer BYD, dessen Aktie nach Veröffentlichung der Januar-Verkaufszahlen um 6,9 Prozent einbrach – der stärkste Tagesverlust seit acht Monaten.
Analysten von Nomura erwarten für den chinesischen Automobilsektor erhebliche Herausforderungen im laufenden Jahr. Höhere effektive Kaufsteuern für Elektrofahrzeuge und verschärfte politische Rahmenbedingungen dürften zu einem deutlichen Abwärtstrend für EV-Hersteller führen. Die Prognose belastet nicht nur BYD, sondern den gesamten Sektor.
Auch der Telekommunikationsbereich geriet unter Druck: China Unicom verlor 6,3 Prozent, China Telecom gab um 5,0 Prozent nach. Daten des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie zeigten ein verlangsamtes Umsatzwachstum im Telekomsektor. Laut Morningstar konzentrieren sich die börsennotierten Betreiber nun verstärkt auf Kostensenkungen.
LG Electronics vor Erholungsjahr
Positivere Signale kommen aus Südkorea: Der Unterhaltungselektronikriese LG Electronics könnte laut Nomura-Analyst Eon Hwang durch Restrukturierung und Wachstum in neuen Geschäftsbereichen seine Rentabilität 2026 deutlich steigern. Nach einem schwierigen Vorjahr, das durch schwache Nachfrage und höhere zollbedingte Kosten belastet war, sehen die Analysten einen Wendepunkt erreicht.
Für 2026 prognostiziert Nomura ein Umsatzwachstum von 4,8 Prozent auf 93,5 Billionen Won sowie einen Anstieg des Betriebsgewinns um 18,5 Prozent auf 2,9 Billionen Won. Künftig soll ein wachsender Umsatzanteil aus neuen Segmenten wie Geräteabonnements, webbasierten Diensten sowie dem Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagengeschäft stammen.
Singapurer Glasfaserbetreiber überzeugt
NetLink NBN Trust, Singapurs führender Glasfasernetzbetreiber, scheint trotz niedrigerer Gewinne im dritten Quartal operativ auf Kurs zu sein. Hussaini Saifee von Maybank Securities führt den Gewinnrückgang hauptsächlich auf höhere Abschreibungen aus dem neu kommerzialisierten zentralen Büro sowie gestiegene Zinskosten zurück.
Der Analyst reduziert zwar seine Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 um 5 bis 10 Prozent, betont jedoch die intakte Dividendendynamik. Gestützt durch stark verteidigungsfähige Cashflows sollte eine Dividendenrendite von 5 bis 6 Prozent möglich sein. Maybank Securities erhöht das Kursziel von 1,00 auf 1,05 Singapur-Dollar und behält die Kaufempfehlung bei. Die Aktie notierte 0,5 Prozent tiefer bei 0,975 Singapur-Dollar.
Offshore-Marine-Sektor mit Wachstumspotenzial
CGS International sieht für Nam Cheong, einen in Singapur notierten Offshore-Marine-Konzern, positive Ertragsperspektiven. Das Unternehmen baut sechs neue Schiffe, wodurch sich die Gesamtflotte bis Ende 2026 auf 42 erhöhen wird. Dies könnte zusätzliche jährliche Einnahmen generieren.
Die Flottenauslastung hat Potenzial, von 65 Prozent im Jahr 2025 auf 68 Prozent in 2026 und 70 Prozent in 2027 zu steigen. Die Brokerage initiiert die Beobachtung mit einer "Add"-Empfehlung und einem Kursziel von 1,87 Singapur-Dollar. Die Aktien stiegen daraufhin um 5,0 Prozent auf 1,25 Singapur-Dollar.
Hong Leong Asia profitiert laut UOB Kay Hian von der geplanten Börsennotierung seiner Tochtergesellschaft Guangxi Yuchai Marine & Genset Power in Hongkong. Das Unternehmen erzielte in den ersten neun Monaten 2025 einen Umsatz von 5 Milliarden Yuan und einen Nettogewinn von 762 Millionen Yuan – eine Nettomarge von 15 Prozent. UOB Kay Hian erhöht das Kursziel von 2,82 auf 4,20 Singapur-Dollar, die Aktie notierte jedoch 3,8 Prozent tiefer bei 3,30 Singapur-Dollar.
