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Britischer Staatsfonds DRIVE35 soll neue Lithiumversorgung in Cornwall vorantreiben

Geothermal Engineering will aus geothermaler Sole in Cornwall jährlich rund 1.500 Tonnen Lithiumcarbonat gewinnen und setzt auf Förderung aus dem 4-Milliarden-Pfund-Fonds DRIVE35.

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Britischer Staatsfonds DRIVE35 soll neue Lithiumversorgung in Cornwall vorantreiben

Der britische Staatsfonds DRIVE35 mit einem Volumen von 4 Milliarden Britischen Pfund soll ein geplantes Lithium-Extraktionswerk in Cornwall im Südwesten Englands vorantreiben. Im Mittelpunkt steht die Geothermal Engineering Ltd (GEL), die aus geothermaler Sole jährlich rund 1.500 Tonnen technisches Lithiumcarbonat produzieren will. Nach Unternehmensangaben hat GEL für das geplante Projekt einen unverbindlichen Zuschussantrag im Rahmen von DRIVE35 über fast 10 Millionen Britische Pfund erhalten.

Das Vorhaben hat nach Angaben des Unternehmens ein Gesamtvolumen von 43 Millionen Britischen Pfund. Es könnte direkt rund 50 Arbeitsplätze in einem historisch bedeutenden Bergbaugebiet schaffen. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Großbritannien seine Versorgung mit kritischen Mineralien unabhängiger und nachhaltiger gestalten kann.

GEL-Geschäftsführer Ryan Law betonte die strategische Bedeutung des Projekts: „Wir sind stolz darauf, an der Spitze der Etablierung einer neuen britischen Lithiumindustrie zu stehen und zu demonstrieren, wie die geothermale Sole Cornwalls eine zuverlässige und nachhaltige Quelle für dieses kritische Mineral liefern kann." „Lithium ist grundlegend für die Technologien, die den Übergang der Automobilbranche zu emissionsfreien Fahrzeugen ermöglichen."

Die Details

Neben dem geplanten Extraktionswerk hat GEL nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr eine Lithium-Aufbereitungsanlage in Cornwall in Betrieb genommen. Diese Anlage kann etwa 100 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr (tpa) produzieren. Anfang des Monats gab das Unternehmen bekannt, dass es erstmals Lithiumcarbonat (LiCO) mit einer Reinheit von mehr als 99,3 Prozent hergestellt hat.

Law ordnete diesen Schritt ebenfalls ein: „Wir demonstrieren, dass es möglich ist, ein hochwertiges, verkaufbares Lithiumprodukt in Großbritannien unter höchsten Umweltstandards herzustellen und so das Potenzial für eine sicherere und nachhaltigere inländische Versorgung mit diesem kritischen Batteriematerial zu schaffen." Dieser Erfolg markiere einen wichtigen Schritt auf dem Weg von der bahnbrechenden technologischen Entwicklung zur großtechnischen Produktion.

GEL strebt nun an, die Produktion seiner Anlage in United Downs bis 2029 auf etwa 1.500 tpa hochzufahren. Als Preisreferenz nennt die Quelle technisches Lithiumcarbonat, das im vergangenen Monat in Shanghai zu etwa 22.000 US-Dollar pro Tonne gehandelt wurde.

Auch ein zweites britisches Vorhaben setzt auf DRIVE35: In diesem Monat meldete Tees Valley Lithium (TVL) einen unverbindlichen Zuschussantrag über rund 18,3 Millionen Britische Pfund. Das Geld ist für die erste Phase eines geplanten Lithiumhydroxid-Raffinerieprojekts mit einer Kapazität von 25.000 tpa in Billingham im Norden Englands vorgesehen.

Ein TVL-Impact-Bericht zur geplanten Raffinerie skizziert potenzielle Beiträge von mehr als 2,1 Milliarden Britischen Pfund zur britischen Wirtschaft über einen Zeitraum von 25 Jahren. TVL-Geschäftsführerin Vikki Jeckell sagte: „Dieses Fördermittel ist ein Ausdruck des Vertrauens in Teesside, und dieses Vertrauen teilen wir mit unseren Partnern weltweit, darunter Glencore und Veolia, die sich bereits zu dem Engagement verpflichtet haben, das wir hier aufbauen."

Hintergrund: Was bisher geschah

Die britische Regierung arbeitet bereits seit längerem daran, die heimische Versorgung mit kritischen Mineralien zu stärken. Bereits am 06.08.2026 berichtete aktien.news, dass die Regierung das Bewerbungsverfahren für ihren „Critical Minerals Accelerator" eröffnet hat. Das Programm umfasst ein Fördervolumen von 25 Millionen Pfund (rund 34 Millionen US-Dollar) und richtet sich an Projekte in den Bereichen Abbau, Verarbeitung und Recycling kritischer Mineralien, mit Zuschüssen zwischen 150.000 und 3 Millionen Pfund (rund 200.000 bis 4 Millionen US-Dollar).

Am 22.06.2026 berichtete aktien.news, dass Großbritannien 50 Millionen Pfund (rund 66 Millionen Dollar) bereitstellt, um die heimische Produktion kritischer Mineralien zu fördern. Die Mittel fließen in Projekte in den Bereichen Abbau, Verarbeitung und Recycling. Die neue Investition baute auf bereits zugesagten Mitteln von mehr als 200 Millionen Pfund für diesen Bereich auf.

In Cornwall ist zudem ein weiteres Rohstoffprojekt aktiv. Am 15.05.2026 berichtete aktien.news, dass das am AIM notierte Bergbauunternehmen Cornish Metals besicherte Kreditfazilitäten über insgesamt rund 52 Millionen Britische Pfund vereinbart hat. Die Finanzierungspartner sind der National Wealth Fund und Vision Blue Resources. Die Mittel sollen die weitere Entwicklung des zu 100 Prozent unternehmenseigenen Zinnprojekts South Crofty in Cornwall vorantreiben.

Auch international gibt es vergleichbare Förderansätze: Am 13.07.2026 berichtete aktien.news, dass Rock Tech Lithium vom Critical Minerals Innovation Fund (CMIF) des kanadischen Bundesstaates Ontario eine Förderung in Höhe von 262.500 Dollar erhalten hat. Das Geld soll dazu genutzt werden, lokal bezogenes Rohtallöl als potenzielles Flotationsreagenz für die Lithiumverarbeitung zu evaluieren und zu validieren.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt der Fall GEL, wie stark staatliche Förderprogramme die Entwicklung von Rohstoffprojekten in Europa beeinflussen. DRIVE35 mit seinem Volumen von 4 Milliarden Britischen Pfund ist Teil einer breiteren Strategie, die Lithium, Zinn und andere kritische Mineralien aus heimischen Quellen erschließen soll. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Die genannten Zuschussanträge von GEL und TVL sind unverbindlich, eine abschließende Förderentscheidung steht aus.

Interessant ist die Preisdimension. Technisches Lithiumcarbonat notierte laut Quelle zuletzt bei etwa 22.000 US-Dollar pro Tonne in Shanghai. Solche Marktpreise bestimmen maßgeblich, ob ein Vorhaben rentabel betrieben werden kann. Anleger sollten beachten, dass Rohstoffpreise stark schwanken können und die Wirtschaftlichkeit entsprechender Projekte davon abhängt.

Ein weiterer Aspekt ist die Beteiligung namhafter Akteure: TVL verweist auf Glencore und Veolia als weltweite Partner. In Cornwall wiederum engagiert sich mit dem National Wealth Fund ein staatlicher Finanzierungspartner bei Cornish Metals. Solche Partnerschaften können als Vertrauenssignal in regionale Rohstoffprojekte gelesen werden, sie ersetzen jedoch keine Due Diligence.

Ausblick

GEL will die Produktion seiner Anlage in United Downs bis 2029 auf etwa 1.500 tpa hochfahren. Damit ist ein konkreter Zeithorizont für die industrielle Skalierung genannt. Die aktuell in Betrieb genommene Anlage kann bislang rund 100 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr produzieren.

Für TVL steht die erste Phase des geplanten Raffinerieprojekts in Billingham im Fokus, mit einer angestrebten Kapazität von 25.000 tpa. Der TVL-Impact-Bericht skizziert potenzielle Beiträge von mehr als 2,1 Milliarden Britischen Pfund zur britischen Wirtschaft über einen Zeitraum von 25 Jahren.

Beide Vorhaben hängen von der Bewilligung der DRIVE35-Mittel ab, die zum jetzigen Zeitpunkt lediglich als unverbindliche Anträge vorliegen. Ob und wann Fördergelder fließen, bleibt offen.

Kurz erklärt

  • Geothermale Sole: Heißes, mineralreiches Tiefenwasser aus der Erde, das zur Energiegewinnung genutzt wird und gelöste Stoffe enthalten kann.
  • Technisches Lithiumcarbonat: Eine Lithiumverbindung, die vor allem in Batterien und industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt.
  • Kritische Mineralien: Rohstoffe, die für Wirtschaft und Technologie als strategisch wichtig gelten und deren Versorgung als riskant eingestuft wird.
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