Boeing-Aktie rutscht ab: CEO warnt vor weiteren 737-Verzögerungen
Boeings Produktionsausbau der 737 Max verzögert sich, die Aktie bricht um bis zu sechs Prozent ein.

Die Aktie des US-Flugzeugbauers Boeing ist am Mittwoch deutlich unter Druck geraten. Grund sind neue Aussagen von CEO Kelly Ortberg, der auf einer Investorenkonferenz einräumte, dass die geplante Produktionssteigerung der 737-Max-Jets länger dauern werde als erwartet.
Auf der Morgan Stanley Laguna Conference in Laguna Beach, Kalifornien, sagte Ortberg am Mittwoch, die geplante Erhöhung werde „etwas länger dauern“. Die Boeing-Aktie (BA) fiel daraufhin um bis zu sechs Prozent, wie MarketSurge berichtete.
Der Rückschlag kommt zu einem ohnehin schwierigen Zeitpunkt für Boeing. Der Konzern kämpft seit Jahren mit Produktionsproblemen, Qualitätsmängeln und regulatorischen Auflagen rund um die 737-Max-Familie. Nach mehreren Zwischenfällen und einem zeitweiligen Produktionsstopp hatte Boeing eigentlich angekündigt, die Fertigungsrate schrittweise zu erhöhen.
Produktionsziele rücken in die Ferne
Die 737 Max ist das wichtigste Programm des Konzerns und eine zentrale Einnahmequelle. Analysten hatten zuletzt darauf gehofft, dass Boeing die monatliche Produktion im Laufe des Jahres 2026 deutlich steigern könnte. Ortbergs Aussage auf der Konferenz macht nun deutlich, dass dieser Zeitplan nicht zu halten ist.
Die genauen Gründe für die Verzögerung nannte der CEO nicht im Detail. Branchenbeobachter vermuten jedoch, dass weiterhin Engpässe in der Lieferkette und verschärfte Qualitätskontrollen eine Rolle spielen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Boeing nach dem Beinahe-Unglück eines 737-Max-Jets im Januar 2024 strengere Auflagen gemacht.
Für Anleger ist die Nachricht ein herber Rückschlag. Der Aktienkurs von Boeing hatte sich zuletzt etwas erholt, nachdem der Konzern mit der Übernahme von Spirit AeroSystems einen wichtigen Schritt zur vertikalen Integration gemacht hatte. Die nun angekündigte Verzögerung könnte die Erholung der Aktie nachhaltig belasten.
Ausblick bleibt unsicher
Boeing steht vor der Herausforderung, die Produktion hochzufahren, ohne die Qualitätsstandards zu gefährden. CEO Ortberg, der das Amt erst im August 2024 übernommen hatte, steht unter Druck, den Konzern wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zu führen.
Die Boeing-Aktie schloss die Sitzung am Mittwoch mit einem deutlichen Minus. Der genaue Schlusskurs wurde nicht genannt. Anleger müssen sich nun auf eine längere Durststrecke einstellen, bis die Produktion der 737 Max wieder signifikant ansteigt.
Der Fall Boeing zeigt einmal mehr, wie komplex und zeitintensiv die Wiederherstellung von Produktionskapazitäten in der Luftfahrtindustrie sein kann – besonders wenn regulatorische Auflagen und Qualitätskontrollen hinzukommen.
