ANZEIGE

BoE-Vize Breeden: Zinserhöhung wird zunehmend angemessen

Die stellvertretende Gouverneurin der Bank of England warnt vor Sekundäreffekten der hohen Energiepreise.

•• 2 Min
BoE-Vize Breeden: Zinserhöhung wird zunehmend angemessen

Die stellvertretende Gouverneurin der Bank of England (BoE), Sarah Breeden, hat sich für eine geldpolitische Reaktion auf steigende Inflationsrisiken ausgesprochen. Es werde „zunehmend angemessen“ sein, auf diese Risiken mit einer Erhöhung der Zinssätze zu reagieren, sagte Breeden am Donnerstag in London. Die für Finanzstabilität zuständige Vize-Gouverneurin äußerte sich beim UK Macro Policy Forum, das vom National Institute of Economic and Social Research organisiert wurde.

Breeden warnte zugleich davor, zu lange auf Anzeichen von Sekundäreffekten zu warten, die von den hohen Energiepreisen ausgehen könnten. Andernfalls könnte dies später bedauert werden. „Je größer und länger der Schock ist, desto wahrscheinlicher sind die materiellen Sekundäreffekte, auf die die Geldpolitik reagieren muss“, sagte sie. Damit deutet die Notenbankerin an, dass die Währungshüter bei anhaltendem Preisdruck handeln müssten, statt zunächst abzuwarten.

Blick auf das Risiko-Gefüge

Breeden räumte ein, dass sie im September nicht zu jenen Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses gehört hatte, die für eine Zinserhöhung stimmten. „Ich war im September (hinsichtlich der Bereitschaft, für eine Zinserhöhung zu stimmen) nicht dabei, mir war jedoch bewusst, dass sich das Risiko-Gefüge verschoben hat“, sagte sie. „Da sich die Risiken konkretisieren, wird es zunehmend angemessen, dass der Leitzins reagiert“, fügte sie hinzu.

Die Aussagen sind für Anleger von Bedeutung, weil sie Aufschluss über die künftige Richtung der britischen Geldpolitik geben. Der Leitzins ist das zentrale Instrument der Bank of England, um die Inflation zu steuern. Steigt er, werden Kredite teurer, was die Nachfrage dämpfen und den Preisauftrieb bremsen soll. Eine Zinserhöhung wirkt sich damit auch auf Anleihekurse, den britischen Pfund und die Aktienmärkte aus.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in Großbritannien relevant, weil die BoE neben der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) zu den großen Leitbanken zählt. Signale aus London können die Erwartungen an die globale Geldpolitik beeinflussen. Breeden gehört als stellvertretende Gouverneurin zur Führungsspitze der BoE und verantwortet dort den Bereich Finanzstabilität.

Sekundäreffekte im Fokus

Im Mittelpunkt ihrer Argumentation stehen sogenannte Sekundäreffekte. Gemeint sind Folgeerscheinungen, die entstehen, wenn hohe Energiepreise sich dauerhaft in breitere Preisentwicklungen und Lohnforderungen übertragen. Genau diese Übertragung könnte aus Sicht der Notenbankerin eine geldpolitische Reaktion erforderlich machen. Breeden betonte, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Effekte mit der Größe und Dauer des Schocks steigt.

Mit ihrer Formulierung, es werde „zunehmend angemessen“, dass der Leitzins reagiere, sendet Breeden ein Signal in Richtung einer möglichen Straffung. Ob und wann die BoE tatsächlich handelt, ließ sie offen. Klar ist jedoch, dass die Notenbankerin die Risiken einer zu späten Reaktion als ernst einstuft und vor den Folgen eines langen Zögerns warnt.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Geldpolitik weltweit vor der Frage steht, wie sie auf gestiegene Energiepreise reagieren soll. Breeden positioniert sich dabei auf der Seite jener, die eine frühzeitige Reaktion befürworten, um ein Festsetzen der Inflation zu verhindern. Für die Märkte bleibt damit die Erwartung an eine straffere Geldpolitik in Großbritannien ein wichtiger Faktor.

Bank Of EnglandSarah BreedenZinserhöhungLeitzinsInflationEnergiepreiseGeldpolitikSekundäreffekte

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer