Bitcoin stürzt auf 76.000 Dollar – Tiefster Stand seit 15 Monaten
Massive Liquidationen von 740 Millionen Dollar treiben die Kryptowährung auf November-2024-Niveau zurück.

Bitcoin ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen und notierte bei 76.509 Dollar – ein Minus von 2,8 Prozent. Zuvor hatte die weltgrößte Kryptowährung sogar Tiefststände von 73.004 Dollar erreicht, ein Niveau, das zuletzt im November 2024 verzeichnet wurde.
Der dramatische Kursrutsch wurde von massiven Liquidationen begleitet. Laut dem Krypto-Analyseunternehmen CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden bullische Wetten im Wert von fast 740 Millionen Dollar ausgelöscht. Fallende Preise lösten Margin Calls aus und zwangen Händler zur Auflösung ihrer gehebelten Long-Positionen.
Innerhalb von zwei Wochen verlor Bitcoin nahezu 22 Prozent an Wert. Allein letzte Woche büßte die Kryptowährung fast 12 Prozent ein, nachdem bereits in der Vorwoche ein Verlust von 10 Prozent verzeichnet worden war. Damit wurden sämtliche Gewinne ausgelöscht, die nach dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2024 erzielt wurden.
Regulierungshoffnungen verpuffen
Die aktuelle Schwäche markiert eine scharfe Kehrtwende gegenüber der Rallye Ende letzten Jahres. Damals strömten Investoren in Kryptowährungen, da sie eine günstigere regulatorische Haltung der neuen US-Regierung gegenüber digitalen Vermögenswerten erwarteten. Zusätzlichen Rückenwind erhielt Bitcoin durch die Zinssenkungen der Federal Reserve ab Dezember 2024.
Doch die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik belastet nun die Märkte. Trumps Nominierung von Kevin Warsh, dem ehemaligen Fed-Gouverneur, als nächsten Fed-Vorsitzenden sorgt für Bedenken. Warsh gilt allgemein als restriktiv eingestellt, was Liquiditätssorgen auslöst und risikoreichere Anlagen wie Kryptowährungen unter Druck setzt.
Parallel erholten sich traditionelle sichere Häfen wie Gold am Mittwoch inmitten steigender geopolitischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Dies verdeutlicht die veränderte Risikobereitschaft der Anleger.
Altcoins noch stärker unter Druck
Die meisten Altcoins verzeichneten am Donnerstag deutlich größere Verluste als Bitcoin. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, fiel um 2,3 Prozent auf 2.269 Dollar. XRP gab um 1,1 Prozent auf 1,59 Dollar nach. Besonders stark traf es Solana mit einem Minus von 6 Prozent, während Polygon 3,5 Prozent verlor. Cardano notierte leicht schwächer, und selbst der Meme-Token Dogecoin büßte 0,2 Prozent ein.
Für deutsche Anleger bedeutet die aktuelle Entwicklung eine deutliche Warnung vor den Risiken gehebelter Krypto-Investments. Die massiven Liquidationen zeigen, wie schnell sich die Stimmung am Kryptomarkt drehen kann – insbesondere wenn makroökonomische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen zunehmen.
