Bitcoin erholt sich nach Liquidierungswelle auf 78.500 Dollar
Kryptowährung steigt um 2,8 Prozent, nachdem Wochenend-Crash Milliarden an Positionen auslöschte

Bitcoin hat sich am Dienstag von seinem jüngsten Absturz erholt und notiert aktuell bei 78.558 Dollar – ein Plus von 2,8 Prozent. Die weltweit größte Kryptowährung bleibt damit jedoch unter der psychologisch wichtigen Marke von 80.000 Dollar, nachdem sie am Wochenende erhebliche Verluste hinnehmen musste.
Am Montag war Bitcoin bis auf 74.635 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit Anfang April. Der dramatische Kurssturz wurde durch eine Kaskade von Stop-Loss-Orders und Margin Calls beschleunigt und offenbarte das Ausmaß der spekulativen Wetten, die sich während der Rallye des vergangenen Jahres aufgebaut hatten.
Daten von Coinglass zeigen, dass seit Donnerstag Krypto-Positionen im Wert von über 2 Milliarden Dollar liquidiert wurden. Die geringe Marktliquidität am Wochenende verschärfte die Kursschwankungen zusätzlich – bereits relativ kleine Bewegungen lösten großflächige Zwangsliquidationen aus. Long-Positionen machten dabei den Großteil der erzwungenen Schließungen aus.
Strategy-Aktie unter Druck
Besonders hart traf es die Aktie des Bitcoin-Investors Strategy (ehemals MicroStrategy). Das von Michael Saylor geführte Unternehmen musste am Montag einen Kursverlust von 7 Prozent verkraften. Der Grund: Bitcoin fiel kurzzeitig unter den durchschnittlichen Kaufpreis von 76.052 Dollar pro Token, den Strategy für seine rund 56 Milliarden Dollar schwere Bitcoin-Position bezahlt hat.
Der Tiefstkurs am Montag lag bei etwa 74.500 Dollar und weckte Sorgen, dass das Unternehmen Verluste ausweisen könnte, sollte die digitale Währung weiter fallen. Die Strategy-Aktie korrelierte eng mit dem 11-prozentigen Bitcoin-Rückgang der vergangenen fünf Tage.
Fed-Nominierung belastet Risiko-Assets
Die Marktstimmung wird zusätzlich durch makroökonomische Unsicherheiten getrübt. Investoren bewerten derzeit die Auswirkungen der Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Fed-Vorsitzenden. Die von Präsident Donald Trump befürwortete Ernennung führte zu einer Neubewertung des künftigen Zinspfades.
Warsh gilt als Befürworter einer restriktiveren Geldpolitik, was die Sorge weckt, dass die Finanzbedingungen länger straff bleiben könnten. Dies belastet risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen. Zusätzlich verschärften sich die Spannungen zwischen Trump und europäischen Staats- und Regierungschefs über den "Greenland-Gambit" der USA.
Die Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts für Januar wurde aufgrund eines teilweisen Regierungsstillstands vom Bureau of Labor Statistics verschoben.
Stablecoin-Regulierung bleibt Streitthema
Auch bei der Krypto-Gesetzgebung gibt es weiterhin erhebliche Hürden. Nach einem Treffen im Weißen Haus bleiben die Krypto-Branche und große US-Banken uneins über die Regulierung von Stablecoin-Renditen.
Banken argumentieren, dass renditebringende Stablecoins zu Einlagenabflüssen führen und die Finanzstabilität gefährden könnten. Krypto-Unternehmen hingegen sehen solche Funktionen als entscheidend für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Bei den Gesprächen über Marktstrukturregeln wurden kaum Fortschritte erzielt.
Altcoins folgen Bitcoin-Erholung
Die meisten Altcoins zeigten am Dienstag ebenfalls leichte Erholungen. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, stieg um 4,6 Prozent auf 2.326 Dollar. XRP gewann 2,1 Prozent auf 1,61 Dollar, während Solana um 3,5 Prozent zulegte.
Cardano sprang um 5 Prozent und Polygon verzeichnete mit über 10 Prozent die stärksten Gewinne. Bei den Meme-Tokens kletterten sowohl Dogecoin als auch der Trump-Token um jeweils 3,5 Prozent.
