Bitcoin erholt sich nach Absturz auf 60.000 Dollar
Kryptowährung klettert um 3,3 Prozent nach Berührung der kritischen Unterstützungsmarke am Freitag

Bitcoin hat sich am Freitag von einem 16-Monats-Tief erholt und kletterte wieder über die psychologisch wichtige Marke von 65.000 Dollar. Die weltgrößte Kryptowährung notierte zuletzt 3,3 Prozent höher bei 65.198 Dollar, nachdem sie im Tagesverlauf zunächst um 5 Prozent auf ein Tief von 60.008 Dollar abgestürzt war.
Die Erholung erfolgte parallel zu einer vorsichtigen Entspannung am globalen Aktienmarkt. Der massive Ausverkauf bei Technologiewerten, der risikoreiche Anlagen über alle Assetklassen hinweg unter Druck gesetzt hatte, zeigte erste Anzeichen einer Beruhigung. Dennoch bewegt sich Bitcoin weiterhin nahe seinem schwächsten Stand seit Oktober 2024 – einen Monat bevor Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewann.
Kritische Unterstützungszone getestet
Die 60.000-Dollar-Marke gilt als wichtige technische Unterstützung für Bitcoin. Das kurzzeitige Unterschreiten dieser Schwelle löste bei vielen Anlegern Besorgnis aus. "Bitcoin ist seit Oktober gefallen, man könnte fragen, ob es der Kanarienvogel in der Kohlenmine war oder ein Zufall", sagte Chris Weston, Forschungsleiter beim Brokerhaus Pepperstone in Melbourne.
Weston verwies auf die rasante Auflösung überfüllter Handelspositionen: "Viele dieser großen, überfüllten Positionen werden sehr, sehr schnell aufgelöst." Die Volatilität am Kryptomarkt spiegelt die allgemeine Nervosität der Anleger wider, die sich von risikoreichen Investments zurückziehen.
Ethereum folgt Bitcoin-Bewegung
Auch Ethereum, die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung, profitierte von der Erholung. Ether notierte zuletzt fast 4 Prozent höher bei 1.919 Dollar, nachdem auch diese digitale Währung zuvor deutlich unter Druck geraten war.
Die Entwicklung ist bemerkenswert, da Trump im Wahlkampf seine Unterstützung für Kryptowährungen signalisiert hatte. Viele Anleger hatten nach seinem Wahlsieg im November 2024 auf eine kryptofreundliche Politik gehofft. Die jüngsten Kursverluste werfen nun Fragen über die tatsächlichen regulatorischen Perspektiven auf.
Marktbeobachter verweisen darauf, dass die hohe Korrelation zwischen Kryptowährungen und Technologieaktien die digitalen Assets besonders anfällig für breite Marktbewegungen macht. Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob die Erholung nachhaltig ist oder lediglich eine technische Gegenbewegung darstellt.
