Tech-Crash und Krypto-Kollaps: Warum passive Indexfonds nicht mehr ausreichen
Bitcoin verliert in vier Monaten die Hälfte seines Wertes, während KI-Aktien unter Druck geraten

Die Märkte erleben einen dramatischen Umbruch: Die Strategie, einfach einen Indexfonds zu kaufen und auf die "Glorreichen Sieben" Tech-Giganten zu setzen, funktioniert nicht mehr. Anleger müssen sich aktiven Managementstrategien zuwenden, warnen Marktexperten.
Bitcoin brach am Donnerstag um 12 Prozent ein – der schlimmste Handelstag seit fast vier Jahren. Innerhalb von nur vier Monaten hat die Kryptowährung die Hälfte ihres Wertes verloren. Der aktuelle "Krypto-Winter" entwickelt sich zur regelrechten Flucht aus digitalen Assets. Momentum- und technische Indikatoren zeigen eindeutig bärische Signale.
Besonders überraschend: Trotz wachsender Ängste vor einer Dollar-Entwertung steigt Bitcoin nicht. Die langfristigen Bullen-Argumente der Krypto-Enthusiasten geraten zunehmend unter Druck. Der Ausverkauf stellt die grundlegenden Thesen zur Wertaufbewahrung infrage.
Fed in der Zwickmühle
Die US-Notenbank steht vor einem Dilemma. Die JOLTS-Daten vom Donnerstag zeigten einen starken Anstieg der Entlassungen und einen Einbruch bei den Stellenangeboten – genau das Gegenteil dessen, was die Fed erhofft hatte. Nach der Aussetzung von Zinssenkungen im Dezember verschärft sich nun die Lage an beiden Fronten des Doppelmandats.
Die Inflation verharrt bei rund 3 Prozent ohne Anzeichen einer Abkühlung, während sich die Wirtschaftstätigkeit beschleunigt. Der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh steht vor großen Herausforderungen bei der Balance zwischen Preisstabilität und Beschäftigung.
Zinskurve auf Vier-Jahres-Hoch
Die Spanne zwischen zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen beträgt mehr als 70 Basispunkte – so viel wie seit vier Jahren nicht mehr. Schwache Wirtschaftsdaten erhöhen die Erwartungen an Zinssenkungen, starke Daten deuten auf inflationsförderndes Wachstum hin.
Eine steile Zinskurve ist zwar grundsätzlich mit einer gesunden Wirtschaft vereinbar und positiv für Banken. Sie kann aber auch wachsende Bedenken widerspiegeln, dass die Inflationserwartungen nicht mehr verankert sind. Die aktuellen Marktbewegungen deuten eher auf letzteres Szenario hin.
Für Anleger bedeutet dies: Stock-Picking und aktives Management werden wichtiger denn je. Die Zeit, in der Indexfonds automatisch von den Tech-Giganten nach oben getragen wurden, scheint vorerst vorbei.
