Berkshire baut Alphabet-Anteil aus: 38 Milliarden Dollar schwere Position
Greg Abel investiert 10 Milliarden Dollar in eine Alphabet-Platzierung und macht den Google-Mutterkonzern zur drittgrößten Berkshire-Position.

Berkshire Hathaway hat unter der Führung von CEO Greg Abel seine Beteiligung am Google-Mutterkonzern <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet deutlich ausgebaut. Wie aus einem Bericht des US-Finanzportals The Motley Fool hervorgeht, investierte Abel 10 Milliarden Dollar im Rahmen einer Private Placement in Alphabet. Damit wächst das gesamte Engagement von Berkshire auf rund 38 Milliarden Dollar und steigt zur drittgrößten Position des Konglomerats auf.
Bei einer Private Placement handelt es sich um eine Privatplatzierung von Wertpapieren, die nicht über die Börse, sondern direkt bei ausgewählten Investoren erfolgt. Für Berkshire bedeutet der Schritt eine gezielte Kapitalzufuhr an Alphabet, ohne dass der Konzern auf dem offenen Markt Aktien zusammenkaufen musste. Mit dem Volumen von 10 Milliarden Dollar setzt Abel ein deutliches Signal für sein Vertrauen in den Google-Mutterkonzern.
Die Nachricht wirft die Frage auf, ob Alphabet für Berkshire zum neuen Apple wird. Der Titel des Motley-Fool-Berichts legt genau diesen Vergleich nahe – doch die Analyse selbst bremst die Erwartung. Denn wer den Alphabet-Anteil als bloße Neuauflage früherer Erfolgsbeteiligungen versteht, könnte die Besonderheiten dieses Investments übersehen.
Kein „Apple 2.0"
Der Motley Fool warnt ausdrücklich davor, den Berkshire-Anteil an Alphabet als „Apple 2.0" zu begreifen. Zur Begründung verweist die Analyse darauf, dass Alphabet einige Merkmale traditioneller „Buffett-Investments" wie Coca-Cola und American Express nicht aufweist.
Als klassische Buffett-Beteiligungen gelten Unternehmen mit starken Marken und beständigen Erträgen, die sich über Jahrzehnte bewährt haben. Alphabet dagegen operiert in einem Technologiesegment, das von hohen Investitionen in künstliche Intelligenz und einem schnellen Wandel geprägt ist. Wer die Beteiligung allein an der historischen Buffett-Formel misst, greift nach Einschätzung des Portals daher zu kurz.
Entscheidend ist laut der Analyse vielmehr, wie Abel das Geschäft von Alphabet bewertet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich die hohen KI-Investitionen des Konzerns langfristig auszahlen – also die sogenannten Capex, die Kapitalausgaben für Rechenzentren, Infrastruktur und KI-Technologie.
Warum die KI-Kapitalkosten entscheidend sind
Der Bericht hebt hervor, dass Abel zu der Erkenntnis gelangt ist, wie die Tochtergesellschaften von Berkshire von der künstlichen Intelligenz profitieren. Diese Einsicht könnte sein Vertrauen stärken, dass die KI-Kapitalkosten von Alphabet sich auszahlen werden.
Damit rückt ein zentraler Bewertungsmaßstab in den Vordergrund: Nicht die Markenstärke allein, sondern die Frage, ob die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz künftig Erträge abwerfen. Kann Berkshire aus eigener Erfahrung beurteilen, welchen Nutzen KI in operativen Geschäften stiftet, könnte das ein tieferes Verständnis für die Ertragskraft von Alphabet begründen.
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil sie einen Wandel in der Anlagestrategie eines der weltweit größten Investoren markiert. Berkshire Hathaway galt jahrzehntelang als Verfechter klassischer Value-Titel. Die deutliche Aufstockung von Alphabet zeigt, dass auch dieses Haus Technologieunternehmen zunehmend als langfristige Kernbeteiligungen betrachtet.
Zugleich bleibt Skepsis angebracht. Der Motley-Fool-Bericht liefert keine Prognose, ob die Rechnung tatsächlich aufgeht. Ob Alphabet für Berkshire wirklich die Rolle einnimmt, die Apple in der Vergangenheit spielte, lässt sich allein anhand des Aktienvolumens nicht beantworten. Entscheidend bleibt, ob sich die hohen KI-Ausgaben in steigenden Erträgen niederschlagen – und ob Berkshire mit seiner Beteiligung langfristig die Wertsteigerung erzielt, die Abel offenbar erwartet.
