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Bank of Japan: Zinsen steigen bis September auf 1% oder mehr

Die Bank of Japan (BoJ) wird ihre Zinspolitik voraussichtlich im Juli fortsetzen. Über 75% der befragten Ökonomen erwarten einen Anstieg des Leitzinses auf mindestens 1% bis September.

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Bank of Japan: Zinsen steigen bis September auf 1% oder mehr

Die Bank of Japan (BoJ) steht vor weiteren Zinserhöhungen. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage unter Ökonomen wird die japanische Notenbank voraussichtlich im Juli ihren Leitzins erneut anheben. Mehr als drei Viertel der Befragten rechnen damit, dass der Zinssatz bis Ende September auf 1% oder höher steigt – ausgehend vom aktuellen 30-Jahres-Hoch von nur 0,75%.

Vorsichtiger Kurs trotz Zinsanhebungen

Die BoJ verfolgt einen deutlich vorsichtigeren Kurs als andere Zentralbanken weltweit. Während die meisten internationalen Notenbanken in den vergangenen Jahren die Zinsen gesenkt haben, plant Japan weitere Erhöhungen. Der erwartete Endzinssatz liegt bei einem Median von 1,5% – ein moderates Niveau im internationalen Vergleich.

Von den 67 befragten Ökonomen erwarten bis auf zwei alle, dass die BoJ bei ihren Sitzungen im Januar und März die Zinsen unverändert lässt. 76% der Analysten – das sind 50 von 66 Befragten – gehen davon aus, dass der Leitzins bis Ende September mindestens 1% erreichen wird. Dies ist ein Anstieg gegenüber 69% in der Umfrage des Vormonats.

Politischer Gegenwind durch Premierministerin Takaichi

Die geldpolitische Ausrichtung steht unter besonderer Beobachtung, seit Premierministerin Sanae Takaichi im Oktober ihr Amt antrat. Die als Befürworterin lockerer Geld- und Fiskalpolitik bekannte Regierungschefin sorgte unmittelbar nach Amtsantritt für Unruhe an den Märkten. Sie betonte ihre Kontrolle über die Geldpolitik und ihre Präferenz für niedrige Zinsen.

Takaichi plant zudem, das Parlament nächste Woche aufzulösen und vorgezogene Neuwahlen auszurufen. Einige ihrer Berater haben wiederholt vor den Risiken zusätzlicher Zinserhöhungen gewarnt. Diese politische Gemengelage könnte die BoJ zu einem noch vorsichtigeren Vorgehen veranlassen.

Juli als wahrscheinlichster Termin

Unter den 37 Ökonomen, die einen konkreten Monat für die nächste Zinserhöhung nannten, war Juli mit 43% die häufigste Wahl. Weitere 27% nannten Juni, während jeweils 8% April, Oktober oder erst Januar 2027 oder später erwarteten.

"Angesichts der Tatsache, dass der Politikzinssatz auf den höchsten Stand seit 30 Jahren gestiegen ist, besteht die Notwendigkeit, die Auswirkungen der Straffung sorgfältiger zu bewerten", erklärt Yusuke Matsuo, Senior Market Economist bei Mizuho Securities. Die Juli-Sitzung erscheine wahrscheinlicher, da dann auch der Ausblick-Bericht der BoJ veröffentlicht wird.

Abwartende Haltung nach Dezember-Erhöhung

Die meisten Analysten, die zwischen dem 6. und 13. Januar befragt wurden, gaben an, die BoJ wolle zunächst die Auswirkungen ihrer Viertelprozent-Anhebung vom Dezember auf die Wirtschaft bewerten. Zwischen der Dezember-Erhöhung und der vorherigen im Januar 2025 lagen 11 Monate – ein Beleg für die Vorsicht der Notenbank.

"Es wird wahrscheinlich etwa sechs Monate dauern, um anhand von Daten zu bestätigen, wie sich die jüngste Anhebung auf die Realwirtschaft auswirkt", sagt Junki Iwahashi, Senior Economist bei der Sumitomo Mitsui Trust Bank. Er erwartet die nächste Erhöhung ebenfalls im Sommer.

Moderates Tempo bei weiteren Erhöhungen

Für das Jahresende liegt die Medianprognose der Ökonomen bei 1,00% – unverändert gegenüber der Vormonatsumfrage. Allerdings prognostizieren bereits 24% der Befragten einen Anstieg auf 1,25% bis Ende 2025.

60% der Ökonomen, die eine Zusatzfrage beantworteten, erwarten eine einmalige Zinserhöhung in diesem Jahr. Weitere 31% rechnen mit zwei Erhöhungen. Eine knappe Mehrheit von 14 der 27 Befragten sieht ein "weder hohes noch niedriges" Risiko, dass die BoJ bei der Inflationsbekämpfung zu langsam agiert.

Der langfristige Endzinssatz wird bei 1,5% prognostiziert – ein deutlicher Sprung gegenüber der Prognose von 1% in einer Umfrage vor fast einem Jahr. Dies zeigt, dass Analysten mittlerweile von einer strafferen Geldpolitik ausgehen, auch wenn Japan im internationalen Vergleich weiterhin auf einem sehr niedrigen Zinsniveau bleiben wird.

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