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EZB-Vizepräsident: Zusammenarbeit mit Fed bleibt Routine

Die Europäische Zentralbank setzt trotz politischer Turbulenzen in den USA auf eine fortgesetzte Kooperation mit der Federal Reserve. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bekräftigt die Bedeutung der Zentralbank-Unabhängigkeit.

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EZB-Vizepräsident: Zusammenarbeit mit Fed bleibt Routine

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ungeachtet der politischen Spannungen in Washington an ihrer engen Zusammenarbeit mit der US-Notenbank Federal Reserve fest. Dies betonte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos in einem Interview mit Politico, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Swap-Linien bleiben unverzichtbar

Auf die Frage, ob die EZB der Fed auch im Falle einer Finanzkrise weiterhin vertrauen könne – insbesondere angesichts der Versuche der Trump-Administration, Fed-Chef Jerome Powell abzusetzen – zeigte sich de Guindos zuversichtlich: "Ich kann Ihnen versichern, dass unsere Zusammenarbeit mit der Federal Reserve bisher normal verlaufen ist, 'business as usual'." Die Währungs-Swap-Linien zwischen den Zentralbanken sowie die Bereitstellung von US-Dollar seien positiv für die Finanzstabilität auf beiden Seiten des Atlantiks.

Bei Währungs-Swap-Linien handelt es sich um Vereinbarungen zwischen zwei Zentralbanken zum Austausch von Währungen. Sie ermöglichen es einer Zentralbank, Liquidität in Fremdwährung zu erhalten und diese an inländische Geschäftsbanken weiterzugeben. Diese Mechanismen haben sich besonders in Krisenzeiten als unverzichtbar erwiesen.

EZB fordert höhere Dollar-Puffer

Bereits im November 2024 hatte die EZB auf die gestiegene Unsicherheit reagiert und Kreditinstitute der Eurozone mit umfangreichen US-Dollar-Geschäften angewiesen, ihre Liquiditäts- und Kapitalpuffer aufzustocken. Hintergrund war die durch Trumps Politik gestiegene Volatilität der US-Währung. Die Maßnahme sollte sicherstellen, dass europäische Banken einem möglichen Dollar-Engpass standhalten können.

Unabhängigkeit der Zentralbanken im Fokus

De Guindos bekräftigte zudem die fundamentale Bedeutung der Zentralbank-Unabhängigkeit: "Es ist für uns alle sehr wichtig, dass das Prinzip der Unabhängigkeit der Zentralbank auch auf die Federal Reserve angewandt wird." Die Unabhängigkeit sei der beste Weg, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Diese Aussage erfolgte, nachdem die EZB und andere Zentralbanken diese Woche eine beispiellose gemeinsame Erklärung zur Unterstützung von Fed-Chef Powell abgegeben hatten.

Keine Pläne für Dollar-Reserve-Pool

Zu Berichten über informelle Gespräche zwischen Zentralbanken über die Bündelung eigener US-Dollar-Reserven als Alternative zu den Finanzierungsgarantien der Fed äußerte sich de Guindos zurückhaltend. "Wir haben in dieser Hinsicht nichts besprochen, weder im EZB-Direktorium noch im EZB-Rat", stellte er klar. Solche Überlegungen waren im vergangenen Jahr auf Mitarbeiterebene verschiedener Zentralbanken diskutiert worden.

Die Aussagen des EZB-Vizepräsidenten signalisieren, dass die europäische Geldpolitik trotz der politischen Unwägbarkeiten in den USA auf Kontinuität und bewährte Kooperationsmechanismen setzt.

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