China senkt Zinsen: PBOC stützt Wirtschaft mit Maßnahmenpaket
Die chinesische Zentralbank hat ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, um die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Ab 19. Januar werden die Zinsen für strukturelle Politikinstrumente um 25 Basispunkte gesenkt.

Die People's Bank of China (PBOC) reagiert auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche im Reich der Mitte mit einem breit angelegten Stimulierungspaket. Wie Vize-Gouverneur Zou Lan am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt gab, werden die Zinssätze für strukturelle Politikinstrumente am 19. Januar um 25 Basispunkte reduziert. Diese gezielten geldpolitischen Werkzeuge sollen spezifische Sektoren der chinesischen Wirtschaft stärken.
Massive Aufstockung für Technologiesektor
Besonders der Technologiebereich steht im Fokus der chinesischen Wirtschaftsplaner. Das Refinanzierungsprogramm für technologische Innovationen wird um 400 Milliarden Yuan auf insgesamt 1,2 Billionen Yuan aufgestockt. Damit will Peking gezielt kleine und mittlere Technologieunternehmen unterstützen, die als Innovationstreiber der Wirtschaft gelten.
Auch die Landwirtschaft und der Mittelstand erhalten Rückenwind: Der Kreditrahmen für landwirtschaftliche Betriebe und Kleinunternehmen soll um 500 Milliarden Yuan erweitert werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Kreditversorgung in strukturschwachen Bereichen zu verbessern.
Gewerbeimmobilienmarkt im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem angeschlagenen Gewerbeimmobiliensektor. Die Mindestanforderung für Anzahlungen bei Gewerbeimmobilien wird auf 30 Prozent gesenkt. Zou Lan betonte, dass diese Maßnahme den Bestand auf dem Gewerbeimmobilienmarkt reduzieren soll, der unter erheblichem Überangebot leidet.
In ihrer offiziellen Stellungnahme erklärte die PBOC, die Schritte würden "wichtigen strategischen Bereichen und Schwachstellen in der Wirtschaft" einen Schub verleihen. Der chinesische Yuan reagierte zunächst mit Verlusten auf die Ankündigung, konnte sich jedoch im Tagesverlauf teilweise erholen.
Wachstumssorgen belasten Ausblick
Die Maßnahmen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. China kämpft mit verhaltenen Konsumausgaben und einer anhaltenden Immobilienkrise, die das Wachstum bremst. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage wird das Wirtschaftswachstum 2026 voraussichtlich gegenüber 2025 nachlassen und dieses gedämpfte Tempo auch 2027 beibehalten.
Die Zentralbank steht unter erheblichem Druck, weitere Stimulierungsmaßnahmen zu ergreifen, um die Konjunktur zu stabilisieren. Die jetzt angekündigten gezielten Maßnahmen zeigen, dass Peking auf eine sektorspezifische Strategie setzt, statt auf breit angelegte Zinssenkungen.
