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Bank of England vor Zinsentscheidung

Notenbank könnte Zinssenkungen verlangsamen und Kommunikationsstrategie reformieren

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Bank of England vor Zinsentscheidung

Die Bank of England dürfte in dieser Woche den Zinssenkungszyklus verlangsamen und die Leitzinsen voraussichtlich unverändert bei 4,0 Prozent belassen. Damit würde die britische Notenbank zum ersten Mal seit Beginn ihrer Lockerungspolitik im vergangenen Jahr eine Pause einlegen. Einige Analysten halten angesichts schwächerer Inflations- und Lohndaten dennoch eine weitere Senkung nicht für ausgeschlossen.

Die jüngste Zinssenkung im August war nur mit einer knappen Mehrheit von 5 zu 4 Stimmen beschlossen worden. Seit August 2024 hatte die Bank of England etwa alle drei Monate eine Reduzierung vorgenommen. Gouverneur Andrew Bailey hatte im September angedeutet, dass der weitere Kurs unsicherer werde. Trotz der im internationalen Vergleich weiterhin hohen Teuerung von 3,8 Prozent in Großbritannien haben die zuletzt moderateren Inflations- und Lohndaten Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik neu entfacht.

An den Finanzmärkten wurde am Freitag eine Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel für eine Zinssenkung am 6. November eingepreist. Bis Jahresende rechnen Marktteilnehmer mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln mit einem weiteren Schritt nach unten. Während Goldman Sachs mittlerweile eine Zinssenkung in dieser Woche erwartet, gehen die meisten von Reuters befragten Ökonomen davon aus, dass die Notenbank frühestens 2026 erneut handeln wird.

Im Vergleich zu anderen großen Zentralbanken steht die Bank of England damit vor einer schwierigen Entscheidung. Die Europäische Zentralbank, deren Inflation sich nahezu am Zielwert befindet, hat ihre Zinssenkungen vorerst beendet. In den USA hat die Federal Reserve die Zinsen zuletzt leicht auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent gesenkt. Beobachter rechnen bei der britischen Zentralbank mit einer erneuten knappen Abstimmung.

Innerhalb des geldpolitischen Ausschusses bestehen weiterhin unterschiedliche Einschätzungen über die Stärke des Inflationsdrucks. Während Ökonomen wie Huw Pill und Catherine Mann vor einer anhaltend hohen Inflation warnen, verweisen andere Mitglieder auf den nachlassenden Arbeitsmarkt und den Rückgang der Löhne als Zeichen einer Abkühlung. Nomura-Ökonom George Buckley erwartet eine erneute 5-zu-4-Mehrheit – diesmal zugunsten einer Zinssenkung.

Darüber hinaus will die Bank of England ihre Kommunikationsstrategie weiterentwickeln. Empfehlungen des früheren US-Notenbankchefs Ben Bernanke sehen vor, künftig individuelle Einschätzungen der Ausschussmitglieder stärker offenzulegen und verschiedene wirtschaftliche Szenarien transparenter zu machen. Die Prognosen sollen weniger als Steuerungsinstrument für Markterwartungen dienen. Im August hatte die Bank of England vorausgesagt, dass die Inflation erst im zweiten Quartal 2027 wieder das Ziel von zwei Prozent erreichen dürfte.

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