US-Zölle treffen Konzerne weltweit mit Milliardenkosten
Neue Handelsabkommen mindern Belastung – Autobauer und Konsumfirmen bleiben besonders betroffen

Weltweit haben Unternehmen Belastungen von mehr als 35 Milliarden Dollar durch US-Zölle gemeldet. Die Kosten resultieren aus der Handelspolitik von Präsident Donald Trump, dessen Zollerhöhungen die Abgaben auf das höchste Niveau seit den 1930er Jahren gehoben haben. Viele Konzerne rechnen allerdings inzwischen mit einer stabileren Entwicklung, da neue Handelsabkommen die wirtschaftliche Unsicherheit teilweise verringern und genauere Prognosen ermöglichen.
Laut einer Auswertung von Unternehmensberichten, Finanzmitteilungen und Analystengesprächen belaufen sich die für 2025 erwarteten Belastungen auf 21 bis 22,9 Milliarden Dollar, während für 2026 ein zusätzlicher Effekt von rund 15 Milliarden Dollar veranschlagt wird. Zusammen ergibt sich damit ein weltweiter Schaden von über 35 Milliarden Dollar. Der leichte Anstieg im Vergleich zu den 34 Milliarden Dollar aus dem Mai ist vor allem auf eine neue Prognose von Toyota zurückzuführen, das seine erwarteten Zollkosten mit 9,5 Milliarden Dollar beziffert. Zahlreiche andere Konzerne haben ihre ursprünglichen Schätzungen hingegen gesenkt, nachdem die USA Handelsabkommen mit der EU und Japan abgeschlossen haben.
Unternehmen aus der Konsumgüter- und Automobilbranche spüren die Folgen besonders deutlich. Nike etwa, das stark von asiatischen Zulieferern abhängig ist, hat seine erwartete Belastung von einer auf 1,5 Milliarden Dollar angehoben. Der französische Haushaltswarenhersteller SEB berichtete von einem schwächeren Gewinn, da Kunden wegen der unklaren Handelssituation ihre Kaufentscheidungen aufschieben. Auch der Modekonzern H&M warnte vor sinkenden Margen in den USA, da Zölle und Preissteigerungen die Nachfrage dämpfen könnten.
In der Automobilindustrie summieren sich die durch Zölle verursachten Kosten auf mehrere Milliarden Dollar. Ford kalkuliert mit einem Gesamteffekt von rund drei Milliarden Dollar, während Stellantis, Volkswagen und Toyota ähnliche Belastungen melden. Dennoch zeigt sich in der Branche vorsichtiger Optimismus, nachdem Trump signalisiert hat, dass bestimmte Zollerleichterungen für US-Produktion in Aussicht stehen. Stellantis-Chef Antonio Filosa erklärte, Zölle seien zunehmend planbar und würden künftig als fester Bestandteil der unternehmerischen Kalkulation betrachtet.
Pharmaunternehmen wie Pfizer und AstraZeneca profitieren bereits von speziellen Ausnahmeregelungen bei Medikamentenpreisen und Produktionsvereinbarungen. Auch andere Firmen bereiten ähnliche Schritte vor. Analysten verweisen darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage trotz der Belastungen allmählich stabilisiert, da viele Konzerne ihre Prognosen anpassen und neue Lieferkettenstrategien entwickeln. Die Unsicherheit bleibt jedoch bestehen, da Trump zuletzt erneut mit zusätzlichen Zöllen auf chinesische Waren gedroht hat.
