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Fed senkt Zinsen trotz Datenlücke

Regierungsstillstand zwingt US-Notenbank zu Entscheidung auf unsicherer Informationsbasis

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Fed senkt Zinsen trotz Datenlücke

Die US-Notenbank steht kurz vor einer weiteren Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte, obwohl ihr aufgrund des anhaltenden Regierungsstillstands wesentliche wirtschaftliche Daten fehlen. Nach Einschätzung von Ökonomen soll der Leitzins damit auf eine Spanne zwischen 3,75 und 4,00 Prozent sinken. Die Entscheidung fällt in einer Phase, in der sich die Federal Reserve auf unvollständige Informationen stützen muss und gleichzeitig versucht, die Stabilität des Arbeitsmarktes und die Entwicklung der Inflation im Blick zu behalten.

Da die Regierung seit 29 Tagen teilweise lahmgelegt ist, erhielt die Notenbank keinen offiziellen Beschäftigungsbericht für September – ein zentrales Instrument für die geldpolitische Analyse. Die zuletzt verfügbaren Zahlen vom August zeigten eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent, einen leichten Anstieg gegenüber 4,0 Prozent zu Jahresbeginn. Das verlangsamte Tempo der Neueinstellungen und eine sinkende Zahl arbeitswilliger Einwanderer trugen dazu bei, dass die Arbeitslosigkeit bislang nur moderat stieg. Dennoch wächst die Sorge, dass Unternehmen angesichts unsicherer Konjunkturaussichten ihre Personalplanung weiter zurückfahren könnten.

Ein von der Regierung veröffentlichter Inflationsbericht für September zeigte eine geringere Preissteigerung als erwartet. Die Verbraucherpreise legten nur leicht zu, da schwächere Mietenanstiege die höheren Energie- und Importkosten kompensierten. Diese Entwicklung stärkte die Einschätzung, dass die Teuerung zwar über dem Zielwert von zwei Prozent liegt, aber keine unmittelbare Gefahr darstellt.

Analysten gehen davon aus, dass die Kombination aus verhaltenem Beschäftigungswachstum und moderater Inflation den Ausschlag für die erwartete Zinssenkung gibt. Beobachter rechnen zudem mit möglichen abweichenden Stimmen innerhalb des Offenmarktausschusses. Während einige Mitglieder wie Fed-Gouverneur Stephen Miran einen stärkeren Zinsschritt befürworten könnten, lehnen andere eine weitere Lockerung ab, um den Inflationsdruck nicht zu verschärfen.

Die geldpolitische Entscheidung wird am Mittwoch um 20 Uhr deutscher Zeit bekanntgegeben. Da aufgrund des Regierungsstillstands keine neuen Prognosen veröffentlicht werden, richtet sich das Augenmerk auf die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell. Ohne aktuelle Daten zu Inflation, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum bleibt die Lage für die Notenbank unübersichtlich. Beobachter erwarten, dass Powell auf die Unsicherheiten hinweist und die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen offenlässt, sollte der Stillstand in Washington andauern.

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