Bank of America sieht Dell als Top-Profiteur des KI-Server-Booms
BofA-Analyst Wamsi Mohan bekräftigt Kaufempfehlung für Dell und prognostiziert 28% Wachstum bei KI-Servern im Jahr 2026.

Die Bank of America (BofA) hat ihre optimistische Einschätzung für Dell Technologies bekräftigt und sieht den PC- und Server-Riesen als einen der größten Nutznießer des anhaltenden KI-Infrastruktur-Booms. BofA-Analyst Wamsi Mohan betont, dass die Nachfrage nach KI-Servern „trotz der jüngsten Speicherinflation auch im Jahr 2026 intakt bleibt und weiter wächst". Als Treiber nennt er die fortschreitende Einführung von KI in Unternehmen, relativ moderate Speicherkosten im Verhältnis zu den Materialgesamtkosten sowie starke Prognosen der Erstausrüster (OEMs).
Für das Jahr 2026 erwartet die BofA ein Absatzwachstum bei KI-Servern von 28% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sollen die durchschnittlichen Verkaufspreise um 50% zulegen, was den Gesamtmarkt für KI-Server-Umsätze auf beeindruckende 495 Milliarden US-Dollar anschwellen lassen würde – mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Tempo, mit dem die KI-Infrastruktur weltweit ausgebaut wird.
Dells starke Marktposition und Preisprämie
Dell nimmt in diesem Wachstumsmarkt eine herausragende Stellung ein. Die BofA schätzt, dass Dell einen Marktanteil von 12% am gesamten KI-Server-Umsatz hält – ein Anstieg von 200 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig ist dabei die Preisprämie des Unternehmens: Dells durchschnittliche Verkaufspreise (ASPs) liegen 82% über dem Branchendurchschnitt. Dies erklärt die BofA mit dem höheren Anteil an Nvidia- und AMD-GPUs in Dells Produkten sowie der stärkeren Präsenz bei sogenannten Tier-2-Cloud-Kunden.
Die Umsatzprognose der BofA für Dell im Jahr 2026 liegt bei 60 Milliarden US-Dollar und übertrifft damit Dells eigene Prognose von 50 Milliarden US-Dollar deutlich. Die Bank verweist zur Untermauerung ihrer optimistischen Sichtweise auf Dells beeindruckende Erfolgsbilanz: Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen KI-Server-Umsätze von 25 Milliarden US-Dollar – während die ursprüngliche Prognose lediglich bei 15 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Dell hat seine eigenen Ziele damit um zwei Drittel übertroffen.
Langfristiges Wachstum bis 2030 erwartet
Der Ausblick der BofA reicht weit über das Jahr 2026 hinaus. Für die gesamte KI-Server-Branche prognostiziert das Institut bis zum Jahr 2030 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 26%. Als wesentliche Wachstumstreiber nennt die Bank die zunehmende Komplexität moderner GPUs sowie steigende Attach-Raten bei Netzwerk- und Speicherkomponenten – also dem Zubehör und den Ergänzungsprodukten, die zusammen mit den Servern verkauft werden.
Für deutsche Anleger ist Dell als an der New Yorker Börse (NYSE) notiertes Unternehmen über die meisten Broker handelbar. Die Kaufempfehlung der Bank of America unterstreicht, dass der KI-Infrastruktur-Boom nicht nur Software- und Chip-Unternehmen begünstigt, sondern auch klassische Hardware-Hersteller wie Dell zu den großen Gewinnern zählen könnten. Die Kombination aus Marktanteilsgewinnen, überdurchschnittlichen Verkaufspreisen und einem strukturell wachsenden Gesamtmarkt macht Dell nach Einschätzung der BofA zu einem besonders attraktiven Investment im KI-Sektor.
