AST SpaceMobile-Aktie steigt: Firefly liefert Motoren für Blacklift-Rakete
Der Kurs legt im Vorhandel um 2,5 Prozent zu, weil AST SpaceMobile eine eigene Schwerlast-Rakete entwickelt.

Die Aktie von AST SpaceMobile (NASDAQ:ASTS) hat im vorbörslichen Handel um 2,5 Prozent zugelegt. Auslöser ist die Ankündigung des Unternehmens, eine eigene wiederverwendbare Schwerlast-Rakete mit dem Namen „Blacklift" zu entwickeln. Angetrieben werden soll das Trägersystem von Triebwerken, die Firefly Aerospace im Rahmen einer kommerziellen Vereinbarung liefert. Der Vertrag hat ein Volumen von mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar.
Damit positioniert sich AST SpaceMobile erstmals als Betreiber einer eigenen Startinfrastruktur. Bislang war das Unternehmen auf Trägerraketen von Drittanbietern angewiesen, um seine BlueBird-Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen. Die Ankündigung gilt an den Märkten als dominanter Katalysator, der die langfristige Startstrategie des Konzerns neu definiert und die Abhängigkeit von externen Anbietern verringert – ein zentrales Anliegen der Investoren.
Der Vertrag mit Firefly Aerospace läuft über drei Jahre und umfasst die Lieferung von 36 Raketenmotoren. Darunter befinden sich 27 Miranda-Einheiten sowie neun Vakuum-Varianten der Vira-Motoren. Zusätzlich sichert sich AST SpaceMobile eine unbefristete Lizenz zur Fertigung dieser Motoren sowie drei Jahre technische Unterstützung. Die Rakete ist darauf ausgelegt, ab Ende 2028 bis zu fünf BlueBird-Satelliten pro Start in die niedrige Erdumlaufbahn zu befördern.
Der Vertrag umfasst 36 Triebwerke und eine unbefristete Fertigungslizenz
Die Struktur der Vereinbarung ist für beide Seiten ungewöhnlich weitreichend. Neben den 36 Motoren erhält AST SpaceMobile das Recht, die Triebwerke dauerhaft selbst zu fertigen, und wird drei Jahre lang technisch von Firefly Aerospace unterstützt. Der Vertrag bindet die beiden Unternehmen damit über die reine Lieferbeziehung hinaus aneinander.
AST SpaceMobile-CEO Abel Avellan bezeichnete Firefly als „eine von wenigen Unternehmen in den Vereinigten Staaten mit einem bewährten Flüssigtreibstofftriebwerk dieser Größenordnung, was es zu einer Seltenheit in der Branche macht". Mit dieser Aussage unterstrich er die strategische Logik der Partnerschaft: Der Zugang zu einer verfügbaren und erprobten Antriebstechnologie gilt als knappe Ressource im kommerziellen Raketenbau.
Der Deal fügt sich in einen positiven kurzfristigen Nachrichtenverlauf ein. Dazu zählt auch ein früherer Gewinn eines US Space Force-Nebenunternehmensauftrags, der das Unternehmen als Akteur in sicherheitsrelevanten Weltraumanwendungen positioniert. Für die Aktie addieren sich damit operative Ankündigungen und Auftragsmeldungen zu einer Serie, die Anleger als Rückenwind werten.
Firefly Aerospace hat sich zuletzt als Partner im Raketenbau empfohlen
Bereits am 12.03.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktie von Firefly Aerospace nach einem erfolgreichen Start seiner Alpha-Rakete um 19 Prozent zulegte. Investoren honorierten damit einen Meilenstein, der das Unternehmen im hart umkämpften Markt für kleine Trägerraketen weiter etablierte. Die Alpha-Rakete zeichnet sich durch stabilere Kohlefaser-Verbundstrukturen aus, die mit automatisierten Maschinen gefertigt werden. Diese Fertigungstechnologie soll langfristig die Produktionskosten senken und die Zuverlässigkeit der Rakete erhöhen.
Auch AST SpaceMobile selbst stand in diesem Jahr mehrfach im Fokus der Berichterstattung. Am 22.01.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktie um 6 Prozent stieg, nachdem das Unternehmen konkrete Details zum Start seines BlueBird-7-Satelliten bekannt gegeben hatte. Die Mission war für Ende Februar von der Cape Canaveral Space Force Station geplant, wobei die New Glenn Trägerrakete von Blue Origin zum Einsatz kommen sollte. BlueBird 7 sollte der zweite Satellit der nächsten Generation von AST SpaceMobile sein und über ein Kommunikations-Array von fast 2.400 Quadratfuß verfügen – das größte kommerzielle Array in der niedrigen Erdumlaufbahn. Der Satellit war darauf ausgelegt, Spitzendatenraten von bis zu 120 Mbit/s für Sprach-, Daten- und Streaming-Dienste zu liefern.
Am 29.06.2026 berichtete aktien.news, dass AST SpaceMobile bereits unter Beweis gestellt habe, dass herkömmliche Mobiltelefone eine direkte Verbindung zu Satelliten herstellen können. Die entscheidende Frage laute nun, ob das Unternehmen genügend seiner BlueBird-Satelliten bauen, starten und betreiben kann, um daraus ein tragfähiges kommerzielles Netzwerk zu machen. Im Juni 2026 brachte AST SpaceMobile die BlueBirds 8, 9 und 10 erfolgreich ins All; diese befanden sich laut Unternehmensangaben bereits im Orbit. Als nächsten Schritt strebte das Unternehmen den Start der BlueBirds 11, 12 und 13 in der ersten Augusthälfte an.
Ergänzend berichtete aktien.news am 17.06.2026, dass SpaceX eine Ladung Satelliten von AST SpaceMobile in die Erdumlaufbahn beförderte. Solche Missionen unterstrichen die operative Stärke des Startdienstleisters und die wachsende Nachfrage nach kommerziellen Startdienstleistungen im Weltraumsektor.
Für Anleger steht die Aktie vor dem Quartalsbericht am 9. November
Anleger positionieren sich derzeit vor der Veröffentlichung des Q3-Gewinns am 9. November. Der Analystenkonsens prognostiziert für das Quartal ein Umsatzwachstum von mehr als 200 Prozent im Jahresvergleich. Die Aktie ist dabei historisch hochvolatil: Die 52-Wochen-Range zwischen 28,98 US-Dollar und 133,86 US-Dollar verdeutlicht die erheblichen Kursschwankungen, denen Aktionäre standhalten mussten. Das heutige Vormarkt-Tief von 28,98 US-Dollar berührte zuvor dieses 52-Wochen-Tief, bevor es aufgrund der Firefly-Nachrichten stark erholte.
Der Markt gibt technologieorientierten Werten Rückenwind
Der breitere Markt liefert zusätzlichen konstruktiven Rückenwind. Der Nasdaq liegt heute um 1,7 Prozent im Plus, was die erneute Nachfrage nach Wachstums- und Technologieaktien widerspiegelt. Der S&P 500 zeigt sich mit einem Anstieg um 0,3 Prozent leicht positiv, während der Dow Jones um 0,9 Prozent zurückgeht. Diese Konstellation deutet auf eine Rotation hin zu technologieorientierten Aktien, von denen hochbeta-Werte wie ASTS überproportional profitieren.
Ab Ende 2028 soll Blacklift bis zu fünf BlueBird-Satelliten pro Start befördern
Der Zeitplan für die neue Rakete ist langfristig angelegt. Ab Ende 2028 soll Blacklift bis zu fünf BlueBird-Satelliten pro Start in die niedrige Erdumlaufbahn bringen. Bis dahin bleibt das Unternehmen auf bestehende Startkapazitäten angewiesen, die in der Vergangenheit unter anderem über Missionen von SpaceX und geplante Flüge mit der New Glenn von Blue Origin abgedeckt wurden. Kurzfristig richtet sich der Blick der Anleger auf den 9. November, wenn AST SpaceMobile seine Q3-Zahlen vorlegt.
Drei Fachbegriffe aus dem Weltraumsektor lassen sich kurz erklären
- Wiederverwendbare Trägerrakete: eine Rakete, deren Stufen nach dem Start geborgen und für weitere Missionen erneut eingesetzt werden können.
- Niedrige Erdumlaufbahn: der erdnahe Bereich des Weltraums, in dem zahlreiche kommerzielle Satelliten betrieben werden.
- Flüssigtreibstofftriebwerk: ein Raketenmotor, der mit flüssigen Treibstoffkomponenten betrieben wird und als technisch anspruchsvoll in der Fertigung gilt.
