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Blue Origin verschiebt New-Glenn-Start wegen Schäden auf Januar 2027

Nach einer Explosion im Mai verzögert sich der Wiederaufbau der Startrampe am Cape Canaveral – der Flugbetrieb startet später als geplant.

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Blue Origin verschiebt New-Glenn-Start wegen Schäden auf Januar 2027

Blue Origin hat den Wiedereinstieg in den Flugbetrieb seiner Flaggschiff-Rakete New Glenn auf Januar 2027 verschoben. Damit liegt der Termin später als das zuvor angestrebte Ziel bis Ende dieses Jahres. Hintergrund ist eine schwere Explosion im Mai, deren Folgen das Unternehmen unter Hochdruck aufarbeitet. Die Verschiebung betrifft damit einen zentralen Baustein der Wachstumsstrategie des Raumfahrtunternehmens von Jeff Bezos.

Dave Limp, CEO von Blue Origin, informierte die Mitarbeiter in einem internen Memo vom Mittwoch über den neuen Zeitplan. Als Grund nannte er Verzögerungen beim Wiederaufbau der Startrampe am Cape Canaveral. Auch schlechte Wetterbedingungen im Sommer hätten dazu beigetragen. Die Financial Times hatte zuvor über das Memo berichtet.

Der Zeitrahmen von Januar 2027 liege etwa zehn Tage hinter dem früheren Startziel von Blue Origin, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber CNBC. Die Person bat um Anonymität, da es sich um interne Angelegenheiten handele.

Die Explosion im Mai beschädigte die Startrampe schwer

Die Explosion der New Glenn im Mai ereignete sich während eines Hot-Fire-Tests und beschädigte die Startrampe von Blue Origin in Florida erheblich. Kurz darauf war das Unternehmen damit beauftragt worden, 48 Satelliten für Amazons Internetdienst „Leo“ bereitzustellen. Seitdem hat Blue Origin nach eigenen Angaben rasche Maßnahmen zur Reparatur der Startanlage und zur Neukonfiguration der Rampe ergriffen.

Bezos sagte im vergangenen Monat gegenüber Fox News, das Unternehmen gehe weiterhin davon aus, dass New Glenn im Dezember wieder starten werde. Limp erklärte, Blue Origin habe bei der Wiederherstellung große Fortschritte erzielt. Er merkte jedoch an, dass der Wiederaufbau in diesem Tempo nicht einfach gewesen sei.

Der Vorfall trifft Blue Origin im Wettbewerb mit SpaceX

Der Zwischenfall traf das Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Blue Origin arbeitet daran, seine Startfrequenz zu erhöhen, um mit seinem Hauptkonkurrenten Elon Musks SpaceX um kommerzielle und staatliche Kunden zu konkurrieren. Die Verzögerungen bei New Glenn haben den Aufbau der Leo-Konstellation durch Amazon beeinträchtigt, für den das Unternehmen teilweise auf Blue Origin angewiesen ist.

In der Zwischenzeit hat Amazon auf andere Anbieter ausgewichen, darunter United Launch Alliance und Arianespace. Dies geschah insbesondere, da SpaceX Falcon-9-Starts zurückgefahren hat, um Tests seiner enormen Starship-Rakete zu priorisieren. Auch die NASA hat Blue Origin mit mehreren Aufträgen im Artemis-Programm zur Rückkehr zum Mond beauftragt, einschließlich eines Mondlanders.

Das Unternehmen kündigte im vergangenen Monat neue Investitionen in seine Startanlagen in Florida an. Ziel ist es, bis Ende des Jahrzehnts mehrere Flüge pro Woche zu unterstützen. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil sie die Zeitpläne im kommerziellen Satelliten- und Raumfahrtgeschäft sowie die Konkurrenzsituation zwischen Blue Origin und SpaceX betrifft.

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