Rohzucker unter Druck: Sinkende Ölpreise belasten den Markt
Rohzucker-Futures fallen um 0,3 Prozent auf 17,88 US-Cent je Pfund.

Die Rohzucker-Futures sind am Mittwoch gefallen, da sinkende Ölpreise die Produktionsentscheidungen in Zuckerfabriken der wichtigsten Produzentenländer beeinflussten. Der Rohzucker SBc1 gab um 0,3 Prozent auf 17,88 US-Cent pro Pfund nach.
Der Rückgang erfolgte vor dem Hintergrund, dass niedrigere Ölpreise es Zuckerfabriken in Brasilien und Indien attraktiver erscheinen ließen, die Zuckerproduktion statt der Ethanolproduktion zu steigern. Ethanol ist ein aus Zuckerrohr gewonnener Biokraftstoff, der bei hohen Ölpreisen wirtschaftlich interessanter wird.
Markt bleibt durch Angebotsengpässe gestützt
Der Süßstoff hat sich von einem jüngsten 16-Monats-Hoch entfernt. Händler gaben jedoch an, dass die Preise durch erwartete Produktionsrückgänge in Indien, der Europäischen Union und Thailand gestützt werden. Diese Länder zählen zu den bedeutendsten Zuckerproduzenten weltweit.
Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Frankreich dar. Das Land steuere auf seine kleinste Zuckerrübenernte seit den 1970er-Jahren zu, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Hitzewellen und Dürren haben die Ernten im größten landwirtschaftlichen Produzenten der Europäischen Union erheblich beschädigt.
Auch der Weißzucker-Markt zeigte sich schwächer. Der Oktober-Weiße-Zucker LSUC1 verzeichnete einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 524,20 US-Dollar pro Tonne. Der White-Sugar-Frontmonth-Vertrag LSUV6 lief am Dienstag mit 522,30 US-Dollar ab, was einem Minus von 0,5 Prozent entspricht.
Die Lieferungen gegen den Verfall des Oktober-Vertrags beliefen sich laut vorläufigen Angaben von Zuckerhändlern auf insgesamt 9.987 Chargen beziehungsweise 499.350 metrische Tonnen. Dies deutet auf ein reges Abwicklungsgeschehen zum Vertragsende hin.
Die gegenläufigen Kräfte aus niedrigeren Ölpreisen einerseits und erwarteten Produktionsausfällen andererseits dürften den Zuckermarkt in den kommenden Wochen weiter in Bewegung halten. Für Anleger bleibt die Entwicklung der Ölpreise sowie der Wetterbedingungen in den Anbauregionen ein entscheidender Faktor.
