Apollo stoppt Private-Credit-Fonds erneut nach Abzugswelle
Apollo Global Management beschränkt Auszahlungen aus BDC-Fonds im dritten Quartal in Folge.

Apollo Global Management Inc. beschränkt die Auszahlungen aus einem Private-Credit-Fonds im dritten Quartal in Folge. Der Grund: Immer mehr Anleger wollen ihr Geld aus dem boomenden Markt für Direktkredite abziehen.
Die Apollo Debt Solutions BDC, ein Geschäftsentwicklungskreditfonds mit einem Vermögen von rund 26 Milliarden US-Dollar, teilte den Anlegern am Dienstag mit, dass die Abhebungen erneut auf fünf Prozent der ausgegebenen Aktien gedeckelt werden. Dies geht aus einem Brief an die Aktionäre hervor.
Hintergrund der erneuten Deckelung ist, dass 14,7 Prozent der Anteilseigner versucht hatten, ihr Geld aus dem Fonds abzuziehen. Damit liegt die Abzugsquote zwar unter dem Wert des vorangegangenen Zeitraums, als 16,8 Prozent der Anleger ihre Gelder zurückforderten – dennoch bleibt der Druck auf den Fonds hoch.
Wachsender Rückzug aus Private-Credit-Märkten
Die erneute Beschränkung ist ein weiteres Zeichen für die zunehmende Verunsicherung im Markt für Private Credit, der auf ein Volumen von rund 1,8 Billionen US-Dollar angewachsen ist. In den vergangenen Jahren hatten institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungen massiv in diese vergleichsweise illiquiden Anlageklassen investiert, die höhere Renditen als traditionelle Anleihen versprachen.
Doch die Kehrseite der Medaille zeigt sich nun: Wenn viele Anleger gleichzeitig aussteigen wollen, stoßen die Fonds an ihre Grenzen. Anders als börsennotierte Fonds können Private-Credit-Fonds ihre Anteile nicht einfach an der Börse verkaufen. Sie müssen stattdessen die Auszahlungen begrenzen, um einen geordneten Liquiditätsabfluss zu gewährleisten.
Drittes Quartal mit Auszahlungsstopp
Für Apollo ist es bereits das dritte Quartal in Folge, in dem der Konzern die Auszahlungen deckeln muss. Dies unterstreicht, dass es sich nicht um ein einmaliges Ereignis handelt, sondern um einen anhaltenden Trend. Die Anleger scheinen zunehmend verunsichert über die Bewertungen und die Liquidität in diesem Marktsegment.
Der Fall Apollo steht dabei nicht isoliert da. Auch andere große Vermögensverwalter mit Private-Credit-Fonds sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Die Entwicklung könnte langfristig Auswirkungen auf die gesamte Branche haben, die in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum verzeichnete.
Blick auf die Anleger
Für deutsche Anleger, die in vergleichbare Produkte investiert haben, ist die Entwicklung ein warnendes Beispiel. Private-Credit-Fonds locken zwar mit attraktiven Renditen, doch die Illiquidität der Anlagen birgt erhebliche Risiken. Wer sein Geld kurzfristig zurückbenötigt, kann in solchen Fonds unter Umständen nicht darauf zugreifen.
Apollo selbst hat sich bislang nicht näher zu den Gründen des anhaltenden Abzugsdrucks geäußert. Der Brief an die Aktionäre beschränkt sich auf die Mitteilung der erneuten Deckelung. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Trend in den kommenden Quartalen fortsetzt oder ob sich die Lage für den Fonds wieder entspannt.
