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Apollo-Ökonom warnt: KI-Agenten könnten einen Bank Run auslösen

Torsten Slok von Apollo Global Management sieht in agentic AI wie Muse ein Risiko für die Stabilität von Bankeinlagen.

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Apollo-Ökonom warnt: KI-Agenten könnten einen Bank Run auslösen

Der Chefvolkswirt des Private-Equity-Riesen Apollo Global Management hält einen Bank Run infolge von agentic AI für möglich. Torsten Slok, ein produktiver Kommentator des Unternehmens, erklärt, dass Muse und ähnliche agentic AI-Assistenten in Kürze das Bargeld von Privathaushalten automatisch auf Konten umleiten könnten, die 3,3% bis 5,0% Zinsen bieten. Zum Vergleich: Der nationale Durchschnitt auf Girokonten liegt bei 0,1%.

Die Notiz war kurz, doch die Implikationen sind erheblich. Im Zentrum der Warnung steht nicht ein einzelner Anleger, sondern die Aussicht, dass eine Vielzahl automatisierter Assistenten gleichzeitig Kapital in Bewegung setzt. Slok zählt zu den produktiven Kommentatoren von Apollo und äußert sich regelmäßig zu Markt- und Konjunkturthemen.

Was agentic AI von klassischer Software unterscheidet

Agentic AI bezeichnet KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben ausführen können, statt nur auf einzelne Anfragen zu antworten. Solche Assistenten können Konten vergleichen, Zinssätze prüfen und Überweisungen selbstständig anstoßen. Genau diese Automatisierung macht den von Slok beschriebenen Mechanismus überhaupt denkbar.

Der wirtschaftliche Anreiz ist erheblich: Zwischen 0,1% auf Girokonten und 3,3% bis 5,0% auf besser verzinste Konten liegt eine Differenz von mehreren Prozentpunkten. Für Privathaushalte bedeutet das einen spürbaren Unterschied bei der Verzinsung ihres Bargelds. Bislang scheitert eine Umschichtung oft an Bequemlichkeit und fehlender Aufmerksamkeit – beides Aufgaben, die ein KI-Agent übernehmen kann.

Warum ein Bank Run schneller werden könnte

Ein Bank Run entsteht, wenn viele Einleger gleichzeitig ihr Geld abziehen. Klassisch verbindet man damit Schlangen vor Bankschaltern und panische Kunden. Digitale und automatisierte Prozesse verkürzen jedoch die Zeit zwischen einer Entscheidung und der tatsächlichen Abhebung erheblich.

Sloks These zielt dabei nicht auf Panik, sondern auf Rendite. Wenn Assistenten laufend nach der besten Verzinsung suchen, könnten Einlagen systematisch zu Anbietern mit höheren Zinsen wandern. Für Institute, die stark auf günstig verzinste Girokontoeinlagen setzen, könnte daraus eine neue Form von Refinanzierungsrisiko entstehen.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

In Deutschland ist der Vergleich zwischen Girokonto und höher verzinsten Einlagen seit Jahren ein Dauerthema. Die von Slok genannten Zahlen beziehen sich auf den beschriebenen Marktdurchschnitt von 0,1% auf Girokonten gegenüber 3,3% bis 5,0% auf alternativen Konten. Das Muster ist deutschen Anlegern vertraut: Geld liegt oft auf dem Girokonto, während andere Konten deutlich mehr abwerfen.

Entscheidend ist, dass Slok in seiner Notiz keine betroffenen Institute und keine konkreten Beträge nennt. Er beschreibt ein strukturelles Risiko, keine bereits eingetretene Entwicklung. Die eigentliche Neuerung liegt in der Geschwindigkeit: Was früher ein manueller Vergleich und mehrere Klicks erforderte, könnte künftig ohne menschliches Zutun ablaufen.

  • Automatisierte Zinssuche statt manueller Vergleiche
  • Umleitung von Bargeld auf Konten mit 3,3% bis 5,0% Zinsen
  • Girokonten mit durchschnittlich 0,1% Verzinsung als Ausgangspunkt

Für Privatanleger bleibt die Botschaft zwiespältig. Einerseits könnten KI-Agenten dabei helfen, die eigene Verzinsung deutlich zu verbessern. Andererseits verschiebt sich die Macht über Einlagen von Banken hin zu Software, die im Sekundentakt umschichten kann. Ob daraus tatsächlich ein Bank Run wird, hängt davon ab, wie verbreitet solche Assistenten sind – eine Frage, die Slok offenlässt.

Klar ist: Der Wettbewerb um Einlagen könnte sich beschleunigen, wenn Software die Zinssuche übernimmt. Banken, die auf träge Kunden setzen, könnten unter Druck geraten. Die Warnung aus dem Hause Apollo ist damit weniger eine Prognose als ein Hinweis auf ein Risiko, das mit der Verbreitung agentischer KI-Systeme wachsen dürfte.

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