Vanguard S&P 500 ETF: 1.000 Dollar wurden fast 4.200 Dollar
Der VOO erzielte in zehn Jahren eine Gesamtrendite von 318 Prozent und machte aus 1.000 Dollar fast 4.200 Dollar.

Wer vor zehn Jahren 1.000 Dollar in den Vanguard S&P 500 ETF (VOO) investiert hätte, würde heute auf ein Vermögen von nahezu 4.200 Dollar blicken. Das geht aus einer Analyse des US-Finanzportals Motley Fool hervor, die sich auf die Wertentwicklung des Fonds mit Stand vom 25. September beruft. Der börsengehandelte Fonds hat in diesem Zeitraum eine Gesamtrendite von 318 Prozent erzielt.
Der VOO zählt zu den bekanntesten Instrumenten für Privatanleger, die breit am US-Aktienmarkt partizipieren wollen. Das Prinzip ist einfach: Der Fonds bildet den S&P 500 ab, den Index der größten börsennotierten US-Unternehmen. Selbst Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Investoren der Geschichte, rühmt die Fähigkeit solcher Indexfonds, langfristigen Wohlstand aufzubauen.
Die annualisierte Rendite lag im vergangenen Jahrzehnt bei 15 Prozent. Damit liegt die Gewinnspanne deutlich über dem historischen Durchschnitt von 10 Prozent, den der Aktienmarkt über lange Zeiträume hinweg erzielt hat. Der Unterschied zwischen beiden Werten ist erheblich – ein Jahrzehnt überdurchschnittlicher Erträge summiert sich zu einem deutlich größeren Vermögenszuwachs.
Die Details
Zwei Triebkräfte nennt die Analyse für diese Entwicklung. Zum einen das Wachstum der Unternehmensgewinne, zum anderen die Ausweitung der Bewertungen. Der S&P 500 notiert aktuell bei einem zyklusbereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 41. Das sind 55 Prozent mehr als vor zehn Jahren.
Als mögliche Erklärung für die gestiegenen Bewertungen führt Motley Fool einen größeren Kapitalzufluss in den Aktienmarkt an, der durch passive Investmentströme verstärkt worden sei. Hinzu kämen die historisch niedrigen Zinssätze, die während eines Großteils des vergangenen Jahrzehnts geherrscht hätten. Auch der Aufstieg des Technologiesektors habe zu erheblichem Wachstum geführt.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Aus den 1.000 Dollar Anfangskapital wurden innerhalb von zehn Jahren nahezu 4.200 Dollar. Wichtig dabei ist die Definition der Kennzahl. Die 318 Prozent beschreiben die Gesamtrendite, also die Wertentwicklung einschließlich der ausgeschütteten Erträge – nicht nur die reine Kurssteigerung. Genau diese Unterscheidung erklärt, warum die Zahl über der reinen Kursentwicklung liegen kann.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 27.07.2026 berichtete aktien.news, dass der Vanguard Russell 1000 Growth ETF (VONG) den S&P 500 langfristig deutlich geschlagen hat. In dem Bericht hieß es, der VOO gelte als eines der beliebtesten Anlageinstrumente für langfristig orientierte Anleger weltweit, mit einer Gesamtkostenquote von lediglich 0,03 Prozent und einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 15,03 Prozent seit seiner Auflegung im Jahr 2010. Der VONG existiert ebenfalls seit 2010 und weist eine Kostenquote von 0,06 Prozent auf.
Am 05.07.2026 hatte aktien.news den Vanguard Total Stock Market ETF (VTI) beleuchtet. Der Fonds mit einer Kostenquote von nur 0,03 Prozent enthält über 3.484 US-Aktien und erzielte in den vergangenen zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 15,1 Prozent (basierend auf dem Nettoinventarwert). Über fünf Jahre lag die annualisierte Rendite bei 12,9 Prozent.
Am 30.07.2026 berichtete aktien.news über Warren Buffetts ETF-Empfehlung. Der Starinvestor hatte bereits auf der Berkshire-Hathaway-Jahreshauptversammlung 2020 erklärt, dass „für die meisten Menschen das Beste ist, einen S&P 500 Indexfonds zu besitzen". Schon 2013 habe er bekannt gegeben, dass nach seinem Tod 90 Prozent des Barvermögens für seine Frau in einen S&P 500 Indexfonds fließen sollen.
Erst am 19.09.2026 hatte aktien.news eine Analyse zum Vanguard Morningstar Growth ETF (VUG) veröffentlicht. Dort ging es um eine einmalige Investition von 2.500 Dollar über einen Zeitraum von 20 Jahren. Der Fonds ist nach dem CRSP U.S. Large Cap Growth Index gewichtet; Nvidia, Apple und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft machen zusammen rund 36 Prozent des Fondsvolumens aus, auf die zehn größten Positionen entfallen sogar 64 Prozent.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Analyse vor allem ein Hinweis auf die Mechanik langfristigen Vermögensaufbaus. Die genannten 318 Prozent Gesamtrendite entstanden nicht in einem einzelnen guten Jahr, sondern über ein volles Jahrzehnt. Zwischenzeitliche Schwankungen mussten dabei verkraftet werden. Wer breit streut und über viele Jahre investiert bleibt, muss keine einzelnen Aktien auswählen.
Interessant ist der Blick auf die Kosten. Der VOO wies laut dem früheren Bericht vom 27.07.2026 eine Gesamtkostenquote von 0,03 Prozent auf. Solche laufenden Gebühren wirken auf den ersten Blick gering, summieren sich aber über lange Anlagezeiträume. Bei teureren Fonds schmälert jeder zusätzliche Prozentpunkt an Kosten die Endrendite. Der Vergleich mit anderen Vanguard-Produkten zeigt zudem, dass sich Anleger zwischen unterschiedlich breit aufgestellten Fonds entscheiden können – etwa dem VTI, der über 3.484 US-Aktien enthält.
Gleichzeitig mahnt die Bewertung zur Vorsicht. Ein zyklusbereinigtes KGV von 41 liegt 55 Prozent über dem Niveau von vor zehn Jahren. Ein hohes Bewertungsniveau bedeutet, dass bereits viel Optimismus in den Kursen steckt. Ob sich die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre wiederholt, lässt sich daraus nicht ableiten. Diese Einordnung ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Ausblick
Niemand weiß, was die nächsten zehn Jahre bringen werden – das betont auch die Analyse selbst. Anleger sollten jedoch optimistisch bleiben und eine langfristige Perspektive beibehalten, denn der Aktienmarkt belohnt Geduld. Konkrete Prognosen, Kursziele oder Zeitpläne nennt der Bericht nicht. Die zentrale Botschaft bleibt der Verweis auf den langen Anlagehorizont.
Kurz erklärt
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet und dessen Anteile wie Aktien an der Börse gehandelt werden.
- Gesamtrendite: Die Wertentwicklung einer Anlage einschließlich der erhaltenen Ausschüttungen.
- Zyklusbereinigtes KGV: Ein Bewertungsmaß, das den Gewinn über mehrere Jahre mittelt, um konjunkturelle Schwankungen auszugleichen.
