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QQQ oder VUG kaufen? Was die ETF-Geschichte nahelegt

Invesco QQQ und Vanguard Growth ETF im Vergleich: Strategie entscheidet, nicht nur die historische Rendite.

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QQQ oder VUG kaufen? Was die ETF-Geschichte nahelegt

Der Invesco QQQ ETF gehört zu den leistungsstärksten börsengehandelten Fonds (ETFs) des Marktes der vergangenen 15 Jahre. In diesem Zeitraum erzielte er eine durchschnittliche jährliche Rendite von 20 Prozent. Das würde ihn auf den ersten Blick zu einer scheinbar leicht zu rechtfertigenden Wahl für das eigene Portfolio machen. Der Vanguard Growth ETF (VUG) kann jedoch auf eine ebenfalls recht starke Performance zurückblicken, auch wenn seine durchschnittliche Jahresrendite über 15 Jahre mit 17,5 Prozent etwas niedriger ausfällt.

Doch genau hier beginnt die eigentliche Debatte. Aus Sicht des Autors ist der Vanguard Growth ETF besser für zukünftiges Wachstum aufgestellt. Die Wahl zwischen zwei scheinbar ähnlichen ETFs reduziert sich damit auf die zugrunde liegende Anlagestrategie: Wie werden die Portfolios aufgebaut, und ist diese Konstruktion intelligent? Können diese Portfolios ihre Ziele erfüllen, und tun sie dies auf sinnvolle und logische Weise?

Bei diesen beiden Fonds hat die Entscheidung weniger mit der historischen Performance zu tun als vielmehr mit der Frage, ob Anleger tatsächlich das erhalten, was sie glauben, zu erhalten. Für deutsche Privatanleger, die über US-Technologie-Exposure nachdenken, ist das ein zentraler Punkt.

QQQ: Starke Bilanz bei kurioser Strategie

Der Invesco QQQ ETF folgt dem Nasdaq-100-Index. Seine Strategie ist denkbar einfach: Er investiert in die 100 größten nicht-finanziellen Aktien, die an der Börse Nasdaq gehandelt werden. Viele Anleger haben mit dieser Strategie kein Problem – vor allem wegen ihrer Performance. Zahlreiche große Technologieunternehmen haben sich dafür entschieden, an der Nasdaq notiert zu werden, wodurch der Nasdaq-100-Index stark nach oben gewichtet und mit Tech-Aktien gesättigt ist.

Dadurch entsteht der Eindruck, QQQ sei ein Tech-ETF. Dieser Eindruck ist jedoch eher zufällig als strategisch bedingt. Zwar zählen Nvidia, Microsoft, Apple und Alphabet zu den größten Positionen des Fonds. Doch einige der weiter unten in der Liste stehenden Aktien zeigen, wie gemischt dieser Index tatsächlich ist. Zu den weiteren Bestandteilen gehören Walmart, Costco Wholesale, Amgen, Linde, T-Mobile und PepsiCo. Das sind zwei große Einzelhandelsketten, ein Biotech-Unternehmen, ein Chemieunternehmen, ein Telekommunikationsanbieter und ein Hersteller von Konsumgütern. Eine solche Mischung sieht man in vielen „Tech“-ETFs nicht.

VUG: Dieselben Gewinner mit definierter Strategie

Der Vanguard Growth ETF verfolgt einen weitaus logischeren Ansatz. Er nutzt sechs verschiedene fundamentale Kennzahlen – einige rückwärtsgerichtet, andere vorwärtsgerichtet –, um einige der am schnellsten wachsenden Unternehmen in den Vereinigten Staaten zu identifizieren und in sie zu investieren. Angesichts des Booms rund um künstliche Intelligenz dominieren selbstverständlich auch hier Tech-Aktien den Fonds. Derzeit stammen rund 70 Prozent des Portfolios aus dieser Gruppe. Hinzu kommen tech-nahe Namen wie Amazon und Tesla, die in dieser Zahl noch nicht einmal enthalten sind.

Der entscheidende Unterschied zum Invesco QQQ ETF besteht darin, dass die Tech-Exposure des Vanguard Growth ETF beabsichtigt ist. Künstliche Intelligenz treibt derzeit das Wirtschaftswachstum an. Ändert sich dieser Trend und beginnt das Wachstum, aus anderen Bereichen zu kommen, wird sich das Portfolio entsprechend anpassen. Die Verwendung fundamentaler Kriterien im Selektionsprozess fängt Wachstums-Exposure dort ein, woher sie auch stammt. Der Invesco QQQ ETF bleibt dagegen mit denselben Namen und derselben Exposure gewissermaßen „stecken“.

Die Geschichte favorisiert QQQ – doch VUG bietet mehr Flexibilität

Die Debatte zwischen QQQ und VUG ist ein gutes Beispiel dafür, warum es wichtig ist, unter die Haube seines ETFs zu schauen. Um fair zu sein: Der Vanguard Growth ETF neigt normalerweise zu Tech, da dort viel Innovation entsteht. Aber er kann sich anpassen, wenn sich die Bedingungen ändern. Genau das möchte der Autor von seinen Investments sehen.

Es gibt keine echte Logik darin, einen Korb aus Aktien ausschließlich aufgrund der Börse zu kaufen, an der sie gehandelt werden. Wie oben deutlich wird, handelt es sich um eine echte Mischung verschiedener Sektoren, sobald man an den Tech-Giganten an der Spitze vorbeikommt. Und abgesehen von einem neuen Eintritt in die Top 100, etwa durch Anthropic, wird sich die Zusammensetzung dieses Portfolios wahrscheinlich kaum ändern.

Der Invesco QQQ ETF hat definitiv die bessere Erfolgsbilanz vorzuweisen. Doch der Autor bevorzugt den Vanguard Growth ETF aufgrund der Art und Weise, wie das Portfolio aufgebaut ist. Für Anleger lautet die Kernfrage daher nicht allein, welcher Fonds historisch besser abgeschnitten hat, sondern welcher strategisch besser zu den eigenen Erwartungen an zukünftiges Wachstum passt.

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