Anthropic erweitert Claude-Startups-Programm für Gründer mit bis zu 45.000 Dollar
Das KI-Labor öffnet sein Claude-Startups-Programm für mehr Unternehmen und lockt Mitglieder mit Rabatten, Credits und kostenlosem Zugang zu Claude-Produkten.

Anthropic hat am Dienstag die Erweiterung seines Claude-Startups-Programms angekündigt. Mit dem Schritt will das KI-Labor seine Bindungen an Gründer und schnell wachsende Unternehmen vertiefen. Das Programm war zunächst im Mai gestartet, wie das Unternehmen mitteilte, und Tausende von Unternehmen sind bereits beteiligt. Nun öffnet Anthropic das Programm für mehr Organisationen.
Mitglieder erhalten Zugang zu den Claude-Produkten von Anthropic sowie zu Credits im Wert von Tausenden US-Dollar, um ihre eigenen Produkte zu entwickeln. Der Großteil des Umsatzes von Anthropic stammt von Geschäftskunden, und das Unternehmen hat viel Zeit damit verbracht, Konkurrenten wie OpenAI und Google abzuwehren – beide bieten ebenfalls eigene Programme für Startups an. Der Schritt ist damit auch ein Wettbewerbsinstrument im Rennen um die nächste Generation von Softwarefirmen.
Während sich Anthropic auf einen weithin erwarteten Börsengang vorbereitet, arbeitet das Unternehmen daran, sicherzustellen, dass die nächste Generation von Unternehmen mit seinen Produkten aufgebaut wird. Das Startup-Programm ist in dieser Logik ein früher Zugang zu den potenziellen Großkunden von morgen.
Die Details
Mitglieder des Claude-Startups-Programms können nach Angaben von Anthropic bis zu 45.000 US-Dollar an Rabatten und Credits über den sogenannten Claude Startup Stack erhalten. Anthropic beschreibt diesen als "eine Reihe von Vorteilen für die Tools, auf denen ein Startup läuft". Darüber hinaus können berechtigte Organisationen einmalig 1.000 US-Dollar an API-Credits sowie ein kostenloses Jahr für Claude Team mit bis zu fünf Premium-Sitzen nutzen.
Neben den finanziellen Vorteilen bietet Anthropic nach eigenen Angaben auch inhaltlichen Austausch. Mitglieder können über virtuelle Bürozeiten mit dem angewandten KI-Team des Unternehmens zusammenkommen. Zudem können sie sich bei Veranstaltungen mit anderen Mitgliedern der Claude-Startup-Community vernetzen.
Die Bewerbung steht Startups offen, die in den letzten fünf Jahren gegründet oder in den letzten zwei Jahren finanziert wurden. Anthropic öffnet das Programm damit für mehr Organisationen als bisher. Konkrete Angaben zur Zahl der neu aufgenommenen Unternehmen machte das KI-Labor in seiner Ankündigung nicht.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 28.01.2026 berichtete aktien.news, dass Anthropic seine neueste Finanzierungsrunde mit einem Volumen zwischen 10 und 15 Milliarden Dollar abgeschlossen hat. Das ursprüngliche Ziel von 10 Milliarden Dollar wurde damit deutlich übertroffen, die Bewertung stieg auf 60 Milliarden Dollar. <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Nvidia hatten zuvor angekündigt, mit bis zu 5 Milliarden Dollar beziehungsweise bis zu 10 Milliarden Dollar in das KI-Startup zu investieren.
Am 13.02.2026 folgte die Meldung, dass Anthropic in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 30 Milliarden Dollar eingesammelt und die Bewertung damit auf 380 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hat. Angeführt wurde die Runde von Investoren wie D. E. Shaw Ventures, ICONIQ und MGX; bereits angekündigte Investitionen von Microsoft und Nvidia waren darin enthalten.
Am 02.06.2026 berichtete aktien.news, dass Anthropic offiziell die Weichen für einen Börsengang in den USA gestellt hat. Das Unternehmen teilte mit, dass es die entsprechenden Unterlagen bei den US-Behörden eingereicht hat, um noch in diesem Jahr einen IPO durchzuführen. Preis und Anzahl der angebotenen Aktien seien "noch nicht festgelegt worden". Damals wurde Anthropic von privaten Investoren mit mehr als 965 Milliarden US-Dollar bewertet und lag damit vor dem Rivalen OpenAI, der zuletzt mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
Am 15.09.2026 berichtete aktien.news, dass der IPO bereits Anfang November abgeschlossen werden könnte und eine Bewertung von rund zwei Billionen Dollar einbringen könnte. Amazon und Alphabet halten Minderheitsbeteiligungen an Anthropic. Der annualisierte Umsatz des Unternehmens erreichte im Mai 47 Milliarden Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem im Februar 2026 bekannt gewordenen Wert.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist Anthropic derzeit noch nicht direkt investierbar, da das Unternehmen nicht börsennotiert ist. Der Umstand, dass der Großteil des Umsatzes von Geschäftskunden stammt, macht deutlich, warum Anthropic stark auf Programme wie Claude Startups setzt: Junge Firmen, die heute mit Claude arbeiten, können morgen zu den großen Vertragskunden werden. Das Programm ist damit weniger ein reines Marketinginstrument als ein Vertriebskanal.
Der Wettbewerb mit OpenAI und Google, die beide eigene Startup-Programme betreiben, zeigt, dass der Kampf um Entwickler und junge Unternehmen ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist. Wer seine Werkzeuge früh im Markt platziert, bindet Kunden langfristig an die eigene Plattform. Anthropic verteidigt damit sein Geschäft mit Firmenkunden, aus dem der überwiegende Teil der Erlöse stammt.
Ein zweiter Blickwinkel ergibt sich aus der Eigentümerstruktur: Amazon und Alphabet halten Minderheitsbeteiligungen an Anthropic und könnten bei einem Börsengang von einer höheren Bewertung profitieren, wie aktien.news bereits am 15.09.2026 einordnete. Für Anleger, die in diese US-Tech-Aktien investiert sind, besteht damit ein indirekter Bezug zur Entwicklung des KI-Labors. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
Ausblick
Anthropic bereitet sich auf einen weithin erwarteten Börsengang vor. Nach dem Bericht vom 15.09.2026 könnte der IPO bereits Anfang November abgeschlossen werden. Preis und Anzahl der angebotenen Aktien waren zuletzt laut dem Bericht vom 02.06.2026 noch nicht festgelegt. Bis dahin dürfte das Unternehmen weiter daran arbeiten, seine Bindungen an Gründer und schnell wachsende Unternehmen zu vertiefen.
Das erweiterte Claude-Startups-Programm ist offen für Bewerbungen von Startups, die in den letzten fünf Jahren gegründet oder in den letzten zwei Jahren finanziert wurden. Damit richtet sich das Angebot an eine breite Gruppe junger Firmen, die ihre Produkte auf Basis der Claude-Produkte entwickeln und dafür auf Rabatte und Credits zurückgreifen können.
Kurz erklärt
- API-Credits: Guthaben, mit dem Entwickler kostenpflichtige Schnittstellenzugriffe eines KI-Anbieters nutzen können.
- IPO: Der erstmalige Börsengang eines Unternehmens, bei dem Aktien erstmals öffentlich zum Kauf angeboten werden.
- Annualisierter Umsatz: Eine Kennzahl, die den Umsatz eines Zeitraums auf ein volles Jahr hochrechnet.
