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Deepseek vor Mega-Finanzierungsrunde: 80 Milliarden Yuan gesichert

Der chinesische KI-Entwickler übertrifft sein Zielvolumen deutlich – und steuert auf den Börsengang in Shanghai zu.

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Deepseek vor Mega-Finanzierungsrunde: 80 Milliarden Yuan gesichert

Deepseek steht laut einem Medienbericht kurz vor dem Abschluss einer milliardenschweren Finanzierungsrunde. Wie Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, hat der chinesische KI-Entwickler mindestens 80 Milliarden Yuan eingesammelt. Das entspricht rund 10,6 Milliarden Euro. Eine offizielle Bestätigung des Berichts durch das Unternehmen liegt bislang nicht vor.

Damit übertrifft die Runde das ursprünglich angestrebte Volumen von rund 50 Milliarden Yuan deutlich. Auf Basis bereits unterzeichneter Vereinbarungen könnte sogar ein Gesamtvolumen von knapp 100 Milliarden Yuan zusammenkommen. Die Nachfrage der Geldgeber sei entsprechend groß, heißt es in dem Bericht.

Zu den größten Investoren der Runde zählen demnach CATL und Tencent. Die starke Resonanz wird unter anderem mit dem erfolgreichen Start des KI-Modells V4 Flash begründet. Der Schritt fällt nur wenige Monate vor dem geplanten Börsengang des Unternehmens.

Kapital für Rechenzentrum und Börsengang

Die frischen Mittel benötigt Deepseek vor allem für den Ausbau seiner Infrastruktur. Geplant ist unter anderem ein neues Rechenzentrum in der Inneren Mongolei, das mit mindestens 160.000 KI-Beschleunigern von Huawei ausgestattet werden soll. Rechenkapazitäten in dieser Größenordnung verursachen erhebliche Vorabinvestitionen und binden Kapital über Jahre.

Der Zeitpunkt der Runde ist kein Zufall. Deepseek bereitet einen Börsengang in Shanghai vor, der genaue Zeitplan ist allerdings noch nicht festgelegt. Erwartet wird der Schritt Anfang 2027. Eine Finanzierungsrunde kurz vor dem Gang aufs Parkett dient häufig dazu, die Bilanz zu stärken und Investoren früh an Bord zu holen.

Bereits im Juni hatte Deepseek eine erste große Finanzierungsrunde über rund 50 Milliarden Yuan abgeschlossen. Die nun berichtete Summe würde dieses Volumen noch einmal deutlich übertreffen – ein Hinweis darauf, wie kapitalintensiv das Geschäft mit großen Sprachmodellen inzwischen ist.

Was bedeutet das für Anleger?

Deepseek gilt als chinesischer Rivale von Anthropic und OpenAI. Der Wettbewerb in der KI-Branche wird derzeit vor allem über Rechenleistung, Datenmengen und Modellqualität ausgetragen – und damit über Kapital. Wer in diesen Markt investieren will, kommt an den großen Finanzierungsrunden kaum vorbei, da die führenden Anbieter lange Zeit privat bleiben.

Für Privatanleger in Deutschland ist ein direkter Einstieg derzeit nicht möglich, solange Deepseek nicht börsennotiert ist. Beobachtenswert sind daher die beteiligten Konzerne: Über CATL und Tencent erhalten Anleger indirekt Exposure zum chinesischen KI-Ökosystem. Beide Unternehmen sind selbst börsennotiert und damit grundsätzlich investierbar.

Gleichzeitig mahnen die Umstände zur Vorsicht. Der Bloomberg-Bericht stützt sich auf nicht namentlich genannte Personen, das Unternehmen selbst hat sich nicht geäußert. Auch der Börsenzeitplan in Shanghai ist offen. Bis zu einem möglichen Debüt Anfang 2027 dürften weitere Finanzierungsrunden, Personalentscheidungen und technische Meilensteine über die Bewertung entscheiden.

Klar ist: Die Milliardenbeträge zeigen, wie hoch die Erwartungen an die chinesische KI-Branche sind. Ob sich diese Erwartungen auch in Erträgen niederschlagen, bleibt abzuwarten.

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