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Airtel Money startet einen der größten Börsengänge Londons

Airtel Money strebt 800 Mio. USD bei Londoner Börsengang an

3 Min
Airtel Money startet einen der größten Börsengänge Londons

Der afrikanische Mobilzahlungsanbieter Airtel Money hat bei der Londoner Börse die Unterlagen für seinen Börsengang eingereicht. Das Unternehmen strebt eine Platzierung von mindestens 800 Millionen US-Dollar an – einer der größten IPOs in London seit Jahren.

Airtel Money, ein Tochterunternehmen der indisch geführten Telekommunikationsgruppe Airtel Africa, reichte am Mittwoch die offiziellen Unterlagen für sein Listing in London ein. Damit bestätigte das Unternehmen einen früheren Bericht der Financial Times. Zwei mit den Plänen vertraute Personen gaben an, dass Airtel Money eine Bewertung von acht bis neun Milliarden US-Dollar anstrebt.

Der Börsengang wäre einer der größten in London in den letzten Jahren. Zum Vergleich: Das britische Fintech-Unternehmen Wise wurde im Juli 2021 bei einem direkten Listing auf fast neun Milliarden Pfund bewertet. Die Magnum Ice Cream Company ging im vergangenen Jahr als Spin-off von Unilever mit einer Bewertung von 6,7 Milliarden Pfund an die Börse.

Entscheidung für London trotz schwierigem Marktumfeld

Ian Ferrao, Chief Executive von Airtel Money, begründete die Wahl des Börsenplatzes London mit dem „guten Verständnis“ der dortigen Anleger für Schwellenmärkte. Zudem verwies er auf die starke Performance des Mutterkonzerns Airtel Africa, dessen Aktien sich seit dem eigenen IPO im Jahr 2019 fast vervierfacht haben.

„Aufgrund dessen ist unsere Marke sehr gut bekannt, sodass wir nicht ins Blaue hinein handeln – viele große institutionelle Investoren verfügen über umfangreiches Wissen über uns und die Art des Geschäfts, das wir betreiben“, sagte Ferrao. „Deshalb hatten wir das Gefühl, dass London der richtige Ort für diesen IPO war“, fügte er hinzu.

Zuvor hatte Airtel Africa laut FT-Berichten auch einen Börsengang im Nahen Osten erwogen. Letztlich entschied man sich jedoch teilweise aufgrund geopolitischer Spannungen in der Region für London.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Airtel Money operiert über ein Netzwerk aus Agenten, Filialen und Kiosken in ganz Afrika. Das System ermöglicht es Nutzern, Bargeld über ihre Mobile-Money-Konten einzuzahlen und abzuheben. Das Unternehmen verzeichnet mehr als 53 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Im vergangenen vollen Geschäftsjahr erzielte Airtel Money Umsatzerlöse in Höhe von 1,36 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen ist damit einer der bedeutendsten Akteure im afrikanischen Mobile-Money-Markt, der in vielen Ländern des Kontinents das traditionelle Bankensystem ergänzt oder ersetzt.

Struktur des Börsengangs

Der genaue Anteil von Airtel Africa nach dem Börsengang steht noch nicht fest, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person erklärte. Airtel Money teilte am Mittwoch jedoch mit, dass der Mutterkonzern ein „langfristiger strategischer Aktionär“ bleiben werde. Der Free Float, also der frei handelbare Anteil der Aktien, wird mindestens zehn Prozent betragen.

Airtel Africa hält derzeit rund 78 Prozent an Airtel Money. Die genaue Beteiligung nach dem IPO wird maßgeblich von der Nachfrage der Investoren abhängen.

Herausforderungen für den Londoner Börsenplatz

Der Börsengang von Airtel Money kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Londoner Kapitalmarkt mit erheblichen Schwierigkeiten kämpft. Mehrere hochkarätige Listings wurden in diesem Jahr verschoben. Die Softwaregruppe Visma, die mit rund 19 Milliarden Euro bewertet wird, schob ihre geplante Notierung infolge eines weiteren Ausverkaufs im Sektor zurück. Auch die Pannenhilfsgruppe RAC und der Online-Reiseveranstalter Loveholidays vertagten ihre IPO-Pläne.

Laut Daten der Londoner Börse gab es in diesem Jahr lediglich sieben UK-Listings, die insgesamt 577,2 Millionen Pfund einbrachten. Im Jahr 2025 fanden 23 Londoner IPOs statt, die zusammen 2,3 Milliarden Pfund aufbrachten. Die Zahl der in London gelisteten Unternehmen ist zudem durch einen stetigen Strom von Übernahmen geschrumpft, da Private-Equity-Gruppen und ausländische Bieter öffentlich gehandelte Unternehmen an sich ziehen.

Britische Politiker und politische Entscheidungsträger haben daher eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, um Unternehmen zur Notierung in London zu animieren. Dazu gehören eine Stempelsteuerbefreiung für neue IPOs sowie geringere Free-Float-Anforderungen, um es Gründern zu ermöglichen, größere Anteile zu halten.

Ausblick

Sollte der Börsengang wie geplant gelingen, wäre Airtel Money ein wichtiges Signal für den Londoner Finanzplatz. Das Unternehmen profitiert von der wachsenden Bedeutung mobiler Bezahldienste in Afrika, wo ein großer Teil der Bevölkerung keinen Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen hat. Mit mehr als 53 Millionen aktiven Nutzern und einem Umsatz von über 1,3 Milliarden US-Dollar gehört Airtel Money zu den führenden Anbietern in diesem dynamischen Marktsegment.

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