ANZEIGE

Zollstreit bedroht deutsche Wirtschaft

Bundesbank warnt vor Wachstumseinbruch, Inflation und Jobverlusten durch US-Handelspolitik

2 Min
Zollstreit bedroht deutsche Wirtschaft

Die Bundesbank warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken für Deutschland, sollte sich der Zollstreit mit den Vereinigten Staaten weiter zuspitzen. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betonte in Frankfurt, dass insbesondere die Exportnation Deutschland empfindlich getroffen werden könnte, wenn die USA unter Präsident Donald Trump einen protektionistischen Kurs verfolgen. Protektionismus führe in allen betroffenen Ländern zu Wohlfahrtsverlusten, es gebe keine Gewinner. Ökonomen erwarten, dass neue Zölle auch negative Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben könnten, der sich bereits zu Jahresbeginn eingetrübt habe. Der Fachkräftemangel spiele derzeit eine geringere Rolle, da die schwache Konjunktur die Nachfrage nach Arbeitskräften dämpfe.

Modellrechnungen der Bundesbank zeigen, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2027 um fast 1,5 Prozentpunkte niedriger ausfallen könnte als bisher prognostiziert, falls sich die Zolldrohungen Trumps bewahrheiten und Handelspartner Vergeltungszölle erheben. Zwar könnte eine Abwertung des Euro die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen verbessern, doch wäre dies nicht ausreichend, um die negativen Folgen auszugleichen. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass die Inflation angeheizt werde, wenngleich das genaue Ausmaß unsicher sei. Die Berechnungen der Bundesbank basieren auf den Wahlkampf-Ankündigungen Trumps, die unter anderem Zollerhöhungen auf Importe aus China auf 60 Prozent sowie auf Waren aus Deutschland und anderen Ländern auf zehn Prozent vorsehen.

Zusätzlich wurden in den Modellen Steuerentlastungen und eine großangelegte Abschiebung von Einwanderern in den USA berücksichtigt. Die Bundesregierung und führende Wirtschaftsinstitute rechnen in Deutschland für dieses Jahr lediglich mit einem geringen Wachstum, nachdem die Wirtschaft bereits zwei Jahre in Folge geschrumpft ist. Die USA gelten als Deutschlands wichtigster Handelspartner, sodass ein eskalierender Handelskonflikt erhebliche Auswirkungen auf die Industrie und den Arbeitsmarkt haben könnte. Experten gehen davon aus, dass in diesem Fall Tausende Arbeitsplätze gefährdet wären.

Die US-Regierung hat bereits zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf chinesische Waren eingeführt. Für März sind Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Aluminium und Stahl angekündigt, ebenso Zölle in gleicher Höhe auf Importe aus Mexiko und Kanada. Zudem wurde eine Anordnung unterzeichnet, die vorsieht, Zölle überall dort anzuheben, wo die USA weniger verlangen als ihre Handelspartner. Der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigte sich zuletzt belastet. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen deutlich, während die Nachfrage nach Fachkräften abnahm. Eine Studie zeigt jedoch, dass bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten, sollte Deutschland seine Verteidigungsausgaben auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.

BundesbankDeutschlandUSAZölleWirtschaft

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer