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Zehnjährige US-Staatsanleihe steigt deutlich nach starkem Oktober-Arbeitsmarktbericht

Überraschend robuste US-Jobdaten treiben die Renditen nach oben und schüren Erwartungen an eine weitere Fed-Zinserhöhung im Dezember.

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Zehnjährige US-Staatsanleihe steigt deutlich nach starkem Oktober-Arbeitsmarktbericht

Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen sind am Freitag deutlich gestiegen. Anleger bewerteten einen überraschend starken Arbeitsmarktbericht für Oktober, der die Argumente für eine weitere Zinserhöhung bei der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve im kommenden Monat untermauerte. Die Benchmark-Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte um mehr als 3 Basispunkte auf 4,868 Prozent. Die langfristige 30-jährige US-Staatsanleihe legte um mehr als 2 Basispunkte auf 5,275 Prozent zu.

Noch stärker reagierte das kurze Ende der Zinskurve. Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe sprang um fast 5 Basispunkte auf 4,524 Prozent. Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozent. Wichtig für Anleger: Renditen und Preise von Anleihen bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen – steigende Renditen bedeuten also fallende Kurse.

Der Arbeitsmarkt schuf deutlich mehr Stellen als erwartet

Der Bericht über die nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigtenzahlen für Oktober zeigte, dass die US-Wirtschaft im vergangenen Monat 165.000 neue Arbeitsplätze schuf. Die Arbeitslosenquote sank laut dem Bureau of Labor Statistics am Freitag auf 4,1 Prozent. Dies liegt deutlich über den von Ökonomen erwarteten 59.000 neuen Jobs. Auch die Arbeitslosenquote lag mit 4,2 Prozent stabil über den Konsensschätzungen von Dow Jones.

Der Oktober markierte zudem eine deutliche Verbesserung gegenüber den schwachen Beschäftigungszahlen im September. Damals wurden der Wirtschaft nur 29.000 neue Arbeitsplätze hinzugefügt. Für die Notenbank ist ein solcher Sprung ein Signal, dass der Arbeitsmarkt weiterhin robust ist – ein wichtiger Faktor für ihre Zinsentscheidungen.

Märkte preisen höhere Wahrscheinlichkeit für Dezember-Erhöhung ein

Die Märkte preisten weiterhin eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr ein. Fed-Funds-Futures wiesen auf eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 76 Prozent für eine Viertelpunkterhöhung bei der Sitzung am 9. Dezember hin, gegenüber mehr als 66 Prozent am Vortag. Diese Daten stammen aus dem CME FedWatch Tool. Die Fed-Fonds stehen derzeit nach der Viertelpunkterhöhung der Notenbank bei ihrer Septembersitzung zwischen 3,75 Prozent und 4,00 Prozent.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung relevant, weil höhere US-Renditen den Dollar stützen und Kapital in Richtung amerikanischer Anleihen lenken können. Zugleich setzen steigende US-Zinsen globale Aktienbewertungen unter Druck, da höhere Diskontsätze künftige Erträge weniger wertvoll erscheinen lassen.

Politische und markttechnische Faktoren belasten die Stimmung

Das Ergebnis der Midterm-Wahlen in den USA bestimmte diese Woche maßgeblich die Märkte, nachdem die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses errungen hatten. Dies hat bei Anlegern einige Bedenken hinsichtlich eines möglichen Verlangsamungsprozesses beim Rechenzentrumsbau ausgelöst.

In anderen Bereichen verdauten Anleger die Einbußen aus dem Ausverkauf von KI-Aktien am Donnerstag. Bei diesem verzeichneten Nasdaq, S&P 500 und Russell 2000 laut FactSet-Daten ihren schlimmsten Tagesverlust seit April 2025. Allein die „Magnificent Seven“-Aktien verloren während des Ausverkaufs insgesamt mehr als eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung.

Die Kombination aus steigenden Anleiherenditen und schwachen Technologiewerten dürfte die Märkte in den kommenden Wochen weiter beschäftigen. Anleger richten ihren Blick nun auf die Fed-Sitzung am 9. Dezember, die über die nächste Richtungsentscheidung der Geldpolitik befindet.

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