ZAI-Aktien fallen nach Datenschutzvorfall bei KI-Coding-Tool
Chinesisches KI-Unternehmen unter Druck: ZCode soll Nutzerdaten ohne Zustimmung übertragen haben.

Die Aktien des chinesischen KI-Unternehmens ZAI Co Ltd (HK: 2513) sind am Montag eingebrochen, nachdem das Coding-Tool des Unternehmens in die Kritik geraten war. Entwickler werfen ZAI vor, dass das Tool „ZCode" Nutzerdaten ohne ausdrückliche Zustimmung auf entfernte Server hochgeladen habe.
Der South China Morning Post (SCMP) berichtete unter Berufung auf Entwickler, dass Arbeitsbereichsdaten der Nutzer ohne Erlaubnis auf externe Server übertragen wurden. Das Unternehmen entschuldigte sich inzwischen und schloss die Sicherheitslücke. Dennoch erwarten Entwickler, dass der Vorfall das Ansehen des Unternehmens nachhaltig beschädigen könnte.
Die ZAI-Aktie rutschte um bis zu fünf Prozent auf 733,50 Hongkong-Dollar ab. Auch der Konkurrent MiniMax Group Inc (HK: 0100) verzeichnete einen ähnlichen Rückgang. Beide Werte blieben damit deutlich hinter dem Hang-Seng-Index zurück, der zeitgleich um 0,7 Prozent zulegte.
Hintergrund: KI-Sicherheit im Fokus
Der Datenschutzvorfall kommt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Weltweit wird intensiv über KI-Sicherheit und die Risiken unkontrollierter Frontier-Modelle debattiert. Mehrere führende US-KI-Manager hatten zuvor eine kollektive Verlangsamung der KI-Entwicklung gefordert, um die potenziellen Gefahren der Technologie besser einschätzen zu können.
Die USA und China werden das Thema auf einem Gipfeltreffen in Washington in dieser Woche erörtern. Der US-Finanzminister Scott Bessent schlug am Sonntag ein gemeinsames System zur Benachrichtigung über KI-Sicherheitsrisiken zwischen beiden Ländern vor.
ZAI: Eines der fortschrittlichsten KI-Labore Chinas
ZAI gilt als eines der fortschrittlichsten KI-Forschungslabore Chinas. Dieser Status bescherte dem Unternehmen Anfang des Jahres einen spektakulären Börsengang. Im Jahr 2026 liegt die Aktie bisher rund 466 Prozent im Plus, befindet sich jedoch deutlich unter ihren Jahreshochs, bei denen der Wert von ZAI zeitweise um das Tausendfache gestiegen war.
Der aktuelle Kursrutsch zeigt, wie empfindlich Anleger auf Sicherheits- und Datenschutzvorfälle im KI-Sektor reagieren. Gerade für Unternehmen wie ZAI, die stark auf das Vertrauen von Entwicklern und Nutzern angewiesen sind, können solche Vorfälle weitreichende Folgen haben.
Die Diskussion um KI-Sicherheit dürfte durch den Vorfall weiter an Fahrt gewinnen. Beobachter rechnen mit verstärkten regulatorischen Anforderungen sowohl in China als auch international. Der Vorfall bei ZAI könnte dabei als warnendes Beispiel für die Branche dienen.
