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Wie Heipcke und Schäfer Traditionsbetriebe ohne Nachfolger übernehmen

Die Dachholding Unternehmenspension hält vier Betriebe – von Klar Seifen bis zur Pumpentechnik – und sichert Nachfolgen.

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Wie Heipcke und Schäfer Traditionsbetriebe ohne Nachfolger übernehmen

Zwei Unternehmer, ein Modell: Jan Heipcke und Philipp Schäfer übernehmen Familienbetriebe, die keinen Nachfolger finden. Ihre Dachholding Unternehmenspension hält inzwischen vier Unternehmen mindestens zur Hälfte – vom Seifenhersteller bis zum Pumpenbauer.

Das Geschäft mit der Nachfolge hat System. Nach Angaben der KfW suchen bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 Inhaber einen Nachfolger für ihren Betrieb. Der DIHK nennt den fehlenden Nachfolger in 92 Prozent der Fälle als Hauptgrund, wenn Betriebe vor der Schließung stehen. Genau in diese Lücke stoßen die beiden Unternehmer.

Das bekannteste Beispiel ist Klar Seifen, nach eigenen Angaben Deutschlands älteste Seifenmanufaktur, gegründet 1840 in Heidelberg. Heipcke und Schäfer übernahmen 66 Prozent des Traditionsunternehmens, die Familie behielt fünf Jahre lang das letzte Drittel. Der Umsatz hat sich seither verfünffacht, die Mitarbeiterzahl stieg von fünf auf 25. Für das Jahr 2024 meldet das Unternehmen 4,3 Millionen Euro Umsatz.

Ein Traditionsbetrieb wird wieder lebendig

In der Produktion zeigt sich der Wandel in konkreten Zahlen: In einem Bottich werden 250 Kilogramm Seifenmasse verarbeitet, in den Kessel kommen unter anderem 50 Liter Honig. Eine neue Lagerfläche von 350 Quadratmetern schafft Platz, der Onlineshop verkauft an starken Tagen bis zu 1500 Seifen.

Die Verbindung reicht weit zurück. Der erste Fabrikbesuch fand an einem Freitag im Frühjahr 2009 statt – 17 Jahre ist das her. Das über 150 Jahre familiengeführte Unternehmen darbte damals und im Jahr 2011. Seit 2012 schreibt Klar Seifen nach Angaben aus dem Umfeld jährlich einen fünfstelligen Gewinn. Auch im Vertrieb setzten die Übernehmer früh auf Direktansprache: Bei einer Kaltakquise bestellten drei von zehn Ladeninhabern sofort.

Portfolio zwischen Seife und Pumpentechnik

Heipcke betreut die Bereiche Seifen und Kosmetik, Schäfer kümmert sich um Pumpen und Bettwäsche. Zum Portfolio gehören damit Seifen, Bettwäsche, Naturkosmetik und Pumpen.

Bei der Pumpentechnik Erkrath soll die Belegschaft von derzeit 12 auf 20 bis 40 Mitarbeiter wachsen – ein Ziel für die kommenden fünf bis zehn Jahre. Zugleich will das Unternehmen sein Servicegeschäft ausbauen. Michael Köhler, der im September sein 38-jähriges Dienstjubiläum begeht, beschreibt die Übernahme gelassen: "Ich hatte schon damit gerechnet, dass vielleicht ein Jahr alles so bleibt, wie es soll, und es dann losgeht mit irgendwelchen Veränderungen. Aber es war nicht so. Es hat sich zwar viel verändert, aber alles zum Positiven."

Weitere Betriebe kamen hinzu. Bei Strunkmann-Meister folgte auf die Liquidation zum 31. Dezember 2011 der Notarvertrag am 2. Januar 2012. Edel Naturwaren wurde 2013 übernommen; Gründerin Edeltraud Lubinic war damals 77 Jahre alt, neun Mitarbeiter gehörten zum Betrieb. Die Zielbetriebe bewegen sich typischerweise in einem Umsatzbereich von 500.000 bis zwei Millionen Euro.

Was das für Privatanleger bedeutet

Das Modell der beiden Unternehmer setzt auf Kontinuität statt Umbau. Heipcke und Schäfer verstehen sich nicht als Branchenfachleute, sondern setzen auf das vorhandene Personal und ergänzen Struktur, Marketing, Vertrieb und Digitalisierung. Heipcke bringt es auf die Formel: "Bei uns darf ein Unternehmen in Würde alt werden."

Für Anleger ist die Geschichte vor allem ein Signal zu einem strukturellen Thema: dem Generationenwechsel im deutschen Mittelstand. Wer in regionale Konsum- und Industrieunternehmen investiert, sollte die Nachfolgefrage als Risikofaktor ernst nehmen – ein fehlender Nachfolger kann das Ende eines Betriebs bedeuten, wie die DIHK-Zahl zeigt. Zugleich boomt das Seifengeschäft bei regionalen Anbietern mit ökologischem Anspruch, weil Verbraucher auf Plastikverzicht und regionale Fertigung achten.

Im Pumpenbereich spiegelt sich der Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen: weg vom Steinkohlebergbau, hin zu Chemie und Entwässerung. Heipcke und Schäfer suchen dort gezielt nach weiteren Übernahmen in der Motoren- und Antriebstechnik. Kennengelernt haben sich die beiden im Herbst 2002 während des Studiums an der European Business School Oestrich-Winkel – damals lagen ihre Wohnorte nur 700 Meter auseinander. Heipcke ist heute 44, Schäfer 47 Jahre alt.

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