Weg frei für 81-Milliarden-Fusion: Paramount und Warner Bros. Discovery vor Abschluss
Ein Bundesrichter billigt den Vergleich mit zwölf US-Generalstaatsanwälten und räumt die zentrale kartellrechtliche Hürde aus dem Weg.

Die geplante 81-Milliarden-Dollar-Fusion zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery steht kurz vor dem Abschluss. Ein Bundesrichter stimmte am Mittwoch einem Vergleich mit zwölf US-Generalstaatsanwälten zu und beseitigte damit eine zentrale kartellrechtliche Hürde, die das Vorhaben von David Ellison, einen neuen Medien- und Unterhaltungsriesen zu schaffen, zuletzt massiv gefährdet hatte.
Der Vergleich beendet die Klage einer von Kalifornien angeführten Koalition demokratischer Generalstaatsanwälte sowie der Writers Guild of America (WGA). Die Kläger hatten argumentiert, dass die Fusion zu einer zu starken Marktkonzentration bei Kinofilmen und Fernsehsendern führen und den Stellenabbau für Drehbuchautoren vorantreiben würde. Für deutsche Anleger ist der Vorgang vor allem deshalb relevant, weil er zeigt, wie stark regulatorische und kartellrechtliche Risiken den Konsolidierungskurs der US-Medienbranche bestimmen.
Um die Bedenken auszuräumen, verpflichtete sich Paramount zu Investitionen in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden Dollar in die heimische Produktion über einen Zeitraum von fünf Jahren. Zusätzlich sagte das Unternehmen die Finanzierung eines Ausbildungsprogramms für die Unterhaltungsbranche zu. Zudem sicherte Paramount zu, den Standort Los Angeles beizubehalten.
Hollywood reagiert verhalten
Trotz dieser Zugeständnisse bleibt die Stimmung in Hollywood verhalten. Während die Branche eine potenzielle Katastrophe durch den Verbleib in Los Angeles abgewendet sieht, äußerten Medienvertreter wie „The Hollywood Reporter" Skepsis über den Umfang der Konzessionen. Die Skepsis brachte das Blatt mit der Schlagzeile „Das ist alles?" auf den Punkt.
Parallel zur rechtlichen Einigung treibt David Ellison die strategische Neuausrichtung des Unternehmens voran. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird Ynon Kreiz, derzeit CEO von Mattel, nach Abschluss der Transaktion als Co-CEO in das neue Führungsteam eintreten. Ellison bleibt weiterhin Chairman und CEO, während Kreiz zusätzlich in den Verwaltungsrat berufen wird.
In seiner neuen Funktion wird Kreiz maßgeblich für das Tagesgeschäft, die strategische Planung sowie die Integration der beiden Unternehmen verantwortlich sein. Beide Führungskräfte sollen das kombinierte Unternehmen gemeinsam leiten und berichten, dass sie den Aufbau einer kohärenten, globalen Unterhaltungsplattform anstreben.
Ellison betonte, dass Kreiz' operative Expertise entscheidend sei, um die Integration auf höchstem Niveau umzusetzen und sowohl für die Aktionäre als auch für die Kreativbranche einen Mehrwert zu schaffen. Mit dem Vergleich ist die bislang größte Hürde genommen – die vollständige Umsetzung der Fusion und die operative Verschmelzung der beiden Konzerne stehen jedoch noch aus.
