Walgreens-Eigentümer verkauft Boots für neun Milliarden Dollar an Weston-Familie
Sycamore Partners steht kurz vor dem Verkauf der britischen Apothekenkette Boots an die kanadische Weston-Familie.

Der Private-Equity-Inhaber von Walgreens steht kurz vor einem Deal zum Verkauf der britischen Apothekenkette Boots für knapp 9 Milliarden Dollar einschließlich Schulden. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Gespräche drehten sich um einen Verkauf von Boots an die kanadische Abteilung der Familie Weston, die ein Imperium im Lebensmittelbereich besitzt.
Ein Deal könnte in den kommenden Wochen abgeschlossen werden – vorausgesetzt, die Verhandlungen scheitern nicht. Für den Markt wäre der Abschluss ein bedeutender Schritt, markiert er doch den Verkauf einer der bekanntesten Apothekenmarken Großbritanniens. Boots ist im Vereinigten Königreich fest im Alltag verankert und zählt zu den größten Einzelhandelsketten des Landes.
Hintergrund ist die Übernahme von Walgreens durch Sycamore Partners. Die Private-Equity-Gesellschaft übernahm Walgreens im Jahr 2025 privat in einem Deal im Wert von 24 Milliarden Dollar einschließlich Schulden – und rund 10 Milliarden Dollar ohne. Nach der Übernahme wurde das Unternehmen in fünf Einheiten aufgeteilt, um potenzielle Verkäufe von Nicht-Kernbereichen zu erleichtern. Zu diesen zählt auch Boots.
Boots umfasst mehrere internationale Geschäfte
Boots umfasst die ehemaligen internationalen Geschäftseinheiten von Walgreens. Dazu gehören die Boots-Operationen im Vereinigten Königreich sowie Geschäfte in Thailand, Mexiko, Deutschland und China. Der Verkauf betrifft damit nicht nur das britische Stammgeschäft, sondern ein internationales Portfolio, das sich über mehrere Kontinente erstreckt.
Für deutsche Anleger ist der Vorgang vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, wie Private-Equity-Investoren nach großen Übernahmen systematisch einzelne Geschäftsbereiche abstoßen, um Kapital freizusetzen. Die Aufteilung in fünf Einheiten ist ein klassisches Mittel, um den Verkaufsprozess für einzelne Töchter zu vereinfachen und getrennte Käufergruppen anzusprechen.
Die Familie Weston ist in Kanada ein bekannter Name im Lebensmittelhandel. Ein Einstieg in das Apothekengeschäft wäre für die Familie eine Erweiterung ihres bisherigen Schwerpunkts. Ob und wann der Deal tatsächlich zustande kommt, hängt von den laufenden Verhandlungen ab. Sollten diese scheitern, könnte sich der Verkaufsprozess verzögern.
Der Fall Boots reiht sich ein in eine Reihe größerer Transaktionen im Gesundheits- und Apothekensektor, in denen Finanzinvestoren nach der Übernahme von Mutterkonzernen einzelne Marken weiterverkaufen. Für Beobachter bleibt spannend, ob der angekündigte Zeitrahmen von wenigen Wochen eingehalten wird und zu welchem endgültigen Preis der Verkauf über die Bühne geht.
