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WEF-Risikobericht: Handelskriege größte Gefahr für Weltwirtschaft

Das Weltwirtschaftsforum warnt vor geoökonomischen Konflikten als größtem Risiko für die globale Wirtschaft. Handelszölle und Sanktionen dominieren erstmals die Gefahrenliste – noch vor Kriegen und Klimawandel.

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WEF-Risikobericht: Handelskriege größte Gefahr für Weltwirtschaft

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) schlägt Alarm: Geoökonomische Konfrontationen sind zur größten Bedrohung für die Weltwirtschaft aufgestiegen. Der aktuelle Global Risks Report, der rund 1.300 Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik befragt, zeigt eine dramatische Verschiebung der globalen Risikowahrnehmung.

Handelszölle als politisches Druckmittel

Saadia Zahidi, Geschäftsführerin des WEF, bringt es auf den Punkt: "Zölle, Sanktionen, Investitionsscreening, Wettbewerb um kritische Mineralien – all das geschieht gerade." Die wirtschaftlichen Risiken seien stärker gestiegen als jede andere Kategorie. Ohne explizit die US-Politik zu nennen, zielt der Bericht auf die zunehmende Nutzung von Handelszöllen als geopolitisches Instrument ab.

Für Anleger bedeutet dies erhöhte Volatilität an den Märkten. Besonders betroffen sind exportorientierte Unternehmen und Firmen mit komplexen internationalen Lieferketten. Die Unsicherheit über künftige Handelsbarrieren erschwert langfristige Investitionsentscheidungen erheblich.

Klimarisiken rücken in den Hintergrund

Bemerkenswert ist die veränderte Prioritätensetzung: Umweltgefahren wie Klimawandel und Artensterben werden aktuell deutlich niedriger eingeschätzt als in den Vorjahren. Extreme Wetterereignisse fielen um zwei Plätze zurück, Umweltverschmutzung um drei Plätze. Auf Platz zwei und drei der aktuellen Gefahrenliste folgen zwischenstaatliche Konflikte und Extremwetter.

Mark Elsner, leitender Risikoexperte beim WEF, bezeichnet dies als paradox: "Wir beobachten hier eine Prioritätsverschiebung." Langfristig, über die kommenden zehn Jahre betrachtet, gelten Extremwetter und Artensterben allerdings weiterhin als größte Gefahren für die Welt.

Düstere Aussichten für die Kapitalmärkte

Nur ein Prozent der Befragten erwartet eine ruhige Weltlage. Gut die Hälfte rechnet mit turbulenten, stürmischen Zeiten in den kommenden zwei Jahren – 14 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Diese pessimistische Einschätzung spiegelt sich bereits in erhöhten Risikoprämien und volatilen Aktienmärkten wider.

Zusätzliche Sorgen bereiten gesellschaftliche Polarisierung, Desinformation und negative Effekte Künstlicher Intelligenz. Für Portfoliomanager bedeutet dies: Diversifikation und defensive Strategien gewinnen an Bedeutung.

Davos als Hoffnungsträger

Trotz düsterer Perspektiven betont Zahidi: "Die Zukunft ist nicht festgelegt. Alles liegt in der Hand der globalen Führungskräfte." Beim WEF-Treffen in Davos kommende Woche sollen "Koalitionen der Willigen" geschmiedet werden. Ziel ist es, Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik im "Geist des Dialogs" zusammenzubringen.

Für Anleger bleibt die Botschaft klar: Die kommenden Jahre werden von hoher Unsicherheit geprägt sein. Wer erfolgreich investieren will, muss geopolitische Risiken verstärkt in seine Anlageentscheidungen einbeziehen.

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