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US-Erzeugerpreise steigen moderat – Einzelhandel überrascht

Die US-Wirtschaft zeigt gemischte Signale: Während die Erzeugerpreise im November moderat um 0,2% zulegten, übertrafen die Einzelhandelsumsätze mit plus 0,6% die Erwartungen deutlich.

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US-Erzeugerpreise steigen moderat – Einzelhandel überrascht

Die US-Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresende robust, wenngleich die Datenlage durch den 43-tägigen Regierungsstillstand verzögert wurde. Die nun veröffentlichten Zahlen zu Erzeugerpreisen und Einzelhandelsumsätzen geben wichtige Einblicke in die konjunkturelle Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft.

Erzeugerpreise steigen auf Jahressicht um 3,0%

Der Erzeugerpreisindex (PPI) kletterte im November um 0,2% gegenüber dem Vormonat, nach 0,1% im Oktober. Ökonomen hatten mit genau diesem Anstieg gerechnet. Im Jahresvergleich beschleunigte sich die Teuerung auf Erzeugerebene auf 3,0%, verglichen mit 2,8% im Oktober. Diese Entwicklung deutet auf anhaltenden Preisdruck in der Produktionskette hin.

Die Verzögerung bei der Datenveröffentlichung resultierte aus dem längsten Regierungsstillstand in der US-Geschichte. Während die Erhebung der Verbraucherpreisdaten für Oktober komplett ausfiel, konnten die PPI-Informationen nachträglich erfasst werden. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Dezember um 0,3%, getrieben von Lebensmittel- und Mietkosten.

Energiepreise als Haupttreiber

Besonders auffällig entwickelten sich die Preise für Produzentengüter, die im November um 0,9% zulegten – der stärkste Anstieg seit Februar 2024. Energiepreise schossen um 4,6% nach oben und machten mehr als 80% des Gesamtanstiegs aus. Die Lebensmittelpreise blieben hingegen unverändert.

Bereinigt um die volatilen Komponenten Energie und Lebensmittel stiegen die Kernerzeugerpreise um 0,2%. Interessanterweise blieben die Großhandelspreise für Dienstleistungen stabil. Die Handelsmargen sanken sogar um 0,8%, was darauf hindeutet, dass Unternehmen einen Teil der Trump-Zölle selbst absorbieren.

Einzelhandel überrascht positiv

Die Einzelhandelsumsätze übertrafen im November mit einem Plus von 0,6% deutlich die Erwartungen von 0,4%. Nach dem korrigierten Rückgang von 0,1% im Oktober signalisiert dies eine robuste Konsumnachfrage zum Jahresende. Die Kernumsätze, die für die BIP-Berechnung relevant sind, stiegen um 0,4%.

Wachsende Einkommensschere belastet

Allerdings offenbart sich eine bedenkliche Entwicklung: Die Konsumausgaben werden zunehmend von wohlhabenden Haushalten getragen. Einkommensschwächere Verbraucher kämpfen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Bank of America Securities spricht von einer "K-förmigen" Entwicklung, bei der die Divergenz zwischen den Einkommensgruppen seit Ende 2024 zunimmt.

Die Konsumausgaben trieben das BIP-Wachstum im dritten Quartal auf annualisierte 4,3%. Die Federal Reserve von Atlanta prognostiziert für das vierte Quartal sogar 5,1% Wachstum – ein beachtliches Tempo für eine reife Volkswirtschaft.

Fed hält Zinsen stabil – Spannungen mit Trump

Die Federal Reserve wird auf ihrer Sitzung Ende Januar voraussichtlich die Zinsen im Bereich von 3,50% bis 3,75% belassen. Die eskalierten Spannungen zwischen Fed-Chef Jerome Powell und Präsident Trump überschatten die Geldpolitik. Trump hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen Powell eingeleitet, die dieser als Versuch zur Beeinflussung der Zinspolitik wertet.

Präsident Trump hat verschiedene Vorschläge zur Senkung der Lebenshaltungskosten vorgelegt, darunter den Kauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden Dollar und eine Deckelung der Kreditkartenzinsen auf 10%. Finanzinstitute warnen jedoch vor eingeschränktem Kreditzugang durch solche Maßnahmen.

Ausblick für deutsche Anleger

Für deutsche Investoren bleiben die US-Wirtschaftsdaten von hoher Relevanz. Die robuste Konsumnachfrage stützt US-Aktien, während die moderaten Erzeugerpreise Spielraum für stabile Zinsen lassen. Die wachsende Einkommensschere könnte jedoch mittelfristig die Binnennachfrage belasten. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Fed-Politik und die Auswirkungen der Trump-Zölle genau beobachten.

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