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Wells Fargo: Fed senkt Zinsen noch vor Powells Abgang

Die US-Notenbank Federal Reserve wird die Zinsen voraussichtlich noch einmal senken, bevor Fed-Chef Jerome Powell im Mai abtritt. Wells Fargo prognostiziert eine Senkung um 25 Basispunkte vor dem Führungswechsel.

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Wells Fargo: Fed senkt Zinsen noch vor Powells Abgang

Die Federal Reserve steht vor weiteren Zinssenkungen, bevor Jerome Powell seine achtjährige Amtszeit als Fed-Vorsitzender im Mai beendet. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der US-Großbank Wells Fargo hervor. Die Strategen erwarten eine Zinssenkung um 25 Basispunkte noch unter Powells Führung sowie eine weitere Senkung in gleicher Höhe im Sommer unter einem neuen Fed-Chef.

Politischer Druck auf die Notenbank

Die Prognose erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender politischer Spannungen. Die Trump-Administration hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen Powell eingeleitet, was der Fed-Chef als "Vorwand" zur Beeinflussung der Zinspolitik bezeichnete. Präsident Donald Trump hatte Powell wiederholt kritisiert und eine aggressivere Zinssenkung gefordert, obwohl die Fed bereits mehrere Senkungen zur Stützung des Arbeitsmarktes vorgenommen hatte.

Die Untersuchung wirft Fragen zur Unabhängigkeit der Notenbank auf – ein Grundpfeiler des amerikanischen Finanzsystems. Investoren befürchten, dass Trump versuchen könnte, einen loyalen Nachfolger für Powell zu installieren, was die künftige Zinspolitik mit Unsicherheit belastet.

Arbeitsmarkt gibt Spielraum für Zinssenkungen

"Der erweiterte FOMC war in den letzten Monaten hinsichtlich der angemessenen geldpolitischen Haltung gespalten, während die jüngsten Vorladungen des Justizministeriums den Druck auf die US-Geldpolitiker weiter erhöhen", erklären die Wells Fargo Analysten. Laut CME FedWatch wird die Zentralbank die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung Ende Januar voraussichtlich konstant halten, aber im Jahresverlauf zwei weitere Senkungen vornehmen.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten deuten auf einen Arbeitsmarkt "leicht auf der falschen Seite der Vollbeschäftigung" hin. Unternehmen stellen weder neue Mitarbeiter ein noch entlassen sie in großem Umfang. Gleichzeitig zeigten die Inflationsdaten Anfang der Woche eine Entspannung des Preiswachstums im Dezember.

Weg zu neutralem Zinsniveau

"Daher sehen wir Spielraum für den zinssetzenden Offenmarktausschuss der Federal Reserve, den Leitzins in den kommenden Monaten weiter in Richtung eines neutralen Niveaus zu bewegen", so die Analysten. Die Fed verfolgt zwei Kernmandate: die Gewährleistung von Vollbeschäftigung und Preisstabilität. Die aktuellen Daten lassen Raum für weitere geldpolitische Lockerungen, um beide Ziele zu erreichen.

Der Zeitpunkt der erwarteten Zinssenkungen bleibt jedoch unklar und hängt stark von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Besetzung der Fed-Führung ab.

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