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Warsh als Fed-Chef: Wettmärkte sehen 86% Bestätigungschance bis Mai

Nach Einstellung der DOJ-Ermittlungen gegen Powell schnellen die Chancen auf Warshs Senatsbestätigung als Fed-Vorsitzender dramatisch in die Höhe.

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Warsh als Fed-Chef: Wettmärkte sehen 86% Bestätigungschance bis Mai

Die Wahrscheinlichkeit einer raschen Bestätigung von Kevin Warsh als neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve ist auf den Prognoseplattformen Kalshi und Polymarket sprunghaft angestiegen. Auslöser war die Entscheidung des US-Justizministeriums (DOJ), seine Ermittlungen gegen den amtierenden Fed-Chef Jerome Powell einzustellen. Die Nachricht sorgte am Freitag für eine dramatische Neubewertung der politischen Lage in Washington.

Auf der Wettplattform Kalshi sehen Nutzer nun eine Chance von 86%, dass Warsh bis zum 15. Mai vom US-Senat bestätigt wird. Bis zum 1. Juni liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei über 97%. Zum Vergleich: Noch vor der Einstellung der Ermittlungen am Montagmorgen bezifferten Wettende die Chance auf eine Bestätigung bis zum 15. Mai auf lediglich rund 30% — ein Anstieg von mehr als 56 Prozentpunkten innerhalb kürzester Zeit.

Schlüsselfigur: Senator Thom Tillis

Der entscheidende Durchbruch hängt mit einer zentralen politischen Forderung zusammen. Senator Thom Tillis, Republikaner aus North Carolina und Mitglied des Bankenausschusses des Senats, hatte zwar seine grundsätzliche Unterstützung für Warsh signalisiert, jedoch eine klare Bedingung gestellt: Er könne nicht für die Weiterleitung der Nominierung stimmen, solange strafrechtliche Ermittlungen gegen Powell laufen.

Der Bankenausschuss des Senats muss zunächst darüber abstimmen, ob Warshs Nominierung an den gesamten Senat weitergeleitet wird. Hätte Tillis gegen die Weiterleitung gestimmt, wäre die Nominierung blockiert worden — vorausgesetzt, alle Demokraten im Ausschuss hätten sich ebenfalls dagegen ausgesprochen. Die Einstellung der DOJ-Ermittlungen beseitigt nun dieses entscheidende Hindernis.

Allerdings hat Tillis seit der Einstellung der Untersuchung noch keine offizielle Erklärung abgegeben. CNBC berichtete, sein Büro um eine Stellungnahme gebeten zu haben. Die Wettmärkte interpretieren die Entwicklung dennoch eindeutig als positives Signal für Warshs Kandidatur.

Polymarket bestätigt den Trend

Die Einschätzung der Kalshi-Nutzer wird von der konkurrierenden Plattform Polymarket gespiegelt. Auch dort sehen die Wettenden die Chance auf eine Bestätigung von Warsh bis zum 15. Mai bei ähnlichen 81%, während die Wahrscheinlichkeit bis zum 1. Juni auf 98% taxiert wird. Die Übereinstimmung beider Plattformen verleiht den Prognosen zusätzliches Gewicht.

Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket gelten in der Finanzwelt als Echtzeit-Indikatoren für die kollektive Einschätzung politischer und wirtschaftlicher Ereignisse. Dabei setzen Teilnehmer echtes Geld auf bestimmte Ausgänge, was die Qualität der Prognosen gegenüber reinen Meinungsumfragen erhöhen soll.

Kevin Warsh ist ein ehemaliger Gouverneur der Federal Reserve und gilt als Kandidat von Präsident Donald Trump für den Posten des Fed-Vorsitzenden. Die Besetzung der Fed-Spitze ist von enormer Bedeutung für die globalen Finanzmärkte, da der Fed-Vorsitzende maßgeblich die US-Geldpolitik und damit Zinsentscheidungen beeinflusst, die weltweit Auswirkungen haben. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, da die US-Geldpolitik direkten Einfluss auf Wechselkurse, Anleihemärkte und internationale Kapitalströme hat.

Hinweis: CNBC und Kalshi unterhalten eine Geschäftsbeziehung, die eine Minderheitsbeteiligung von CNBC umfasst.

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