Iran-Krieg trifft Eurozone hart – Deutschland besonders stark betroffen
Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges treffen die Eurozone ungleichmäßig – Deutschland leidet am stärksten unter dem Abschwung.

Die globale Wirtschaft spürt die Folgen des Iran-Krieges im zweiten Monat in Folge – doch die Auswirkungen verteilen sich zunehmend ungleich. Während die Eurozone weiter unter Druck gerät, zeigt sich in Asien eine fragile Widerstandsfähigkeit. Das geht aus der ersten Auswertung der Unternehmensumfragen für April hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.
Besonders deutlich trifft es Deutschland: Sowohl die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor sind erneut rückläufig. Damit befindet sich die größte Volkswirtschaft der Eurozone in beiden Schlüsselbereichen im Schrumpfungsmodus – ein besorgniserregendes Signal für die gesamte europäische Wirtschaft.
Vom symmetrischen Schock zur ungleichen Belastung
In den ersten Wochen des Iran-Krieges traf der wirtschaftliche Schock weite Teile der Welt nahezu gleichzeitig und in ähnlichem Ausmaß. Dieses Bild hat sich laut den aktuellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) von S&P Global nun verändert. Die Auswirkungen auf das Wachstum sind weniger synchron als noch zu Beginn des Konflikts.
Die Einkaufsmanagerindizes – kurz PMI – sind ein wichtiges Frühindikator-Instrument. Sie basieren auf monatlichen Unternehmensumfragen und geben Aufschluss darüber, ob sich die Wirtschaftsaktivität in einem Sektor ausweitet oder zusammenzieht. Ein Wert unter 50 signalisiert Schrumpfung, ein Wert über 50 Wachstum. Die aktuellen Daten für die Eurozone deuten klar auf eine weitere Beeinträchtigung der Privatwirtschaft hin.
Preisdruck bleibt ein zentrales Problem
Neben dem Wachstumsrückgang verzeichnet die Weltwirtschaft im April erneut erhöhten Preisdruck – bereits im zweiten Monat in Folge. Dieser Inflationsdruck erschwert die Lage für Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen und schränkt den Spielraum der Notenbanken für mögliche Zinssenkungen ein.
Während Europa kämpft, zeigt sich in Asien ein anderes Bild. Die Region weist laut den PMI-Daten eine fragile, aber erkennbare Widerstandsfähigkeit auf. Dies deutet darauf hin, dass der Krieg die globalen Lieferketten und Handelsströme zwar belastet, die Auswirkungen jedoch je nach Region und Wirtschaftsstruktur unterschiedlich stark ausfallen.
Für deutsche Anleger und Unternehmen sind die aktuellen Daten ein wichtiges Warnsignal. Ein gleichzeitiger Rückgang im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor – den beiden tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft – lässt wenig Raum für kurzfristigen Optimismus. Die weitere Entwicklung des Konflikts und seine Auswirkungen auf Energiepreise, Lieferketten und das globale Handelsumfeld dürften die Konjunkturaussichten in den kommenden Monaten maßgeblich bestimmen.
