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VW-Sparkurs gefährdet Personalgewinnung: Experte warnt vor Imageverlust

Wirtschaftspsychologe sieht Risiken für die Rekrutierung leistungsstarker Fachkräfte bei Volkswagen.

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VW-Sparkurs gefährdet Personalgewinnung: Experte warnt vor Imageverlust

Der bei Volkswagen beschlossene Sparkurs könnte weitreichende Folgen für die Personalgewinnung des Autokonzerns haben. Ein Wirtschaftspsychologe warnt vor einem nachhaltigen Imageverlust, der vor allem die Rekrutierung von Spitzenkräften erschweren dürfte.

"Zu erwarten ist nicht unbedingt, dass die Anzahl der Bewerbungen deutlich sinkt, wohl aber die Eignung derjenigen, die sich bewerben", sagte der Osnabrücker Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Verschlechtere sich das Image eines Arbeitgebers, falle es zunehmend schwer, leistungsstarke Menschen für sich zu gewinnen.

Massiver Stellenabbau geplant

Der Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers hatte sich nach wochenlangen Verhandlungen einstimmig auf einen "Zukunftsplan" geeinigt. Dieser sieht unter anderem vor, dass die Produktion auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken soll. Gleichzeitig soll die operative Umsatzrendite auf neun Prozent steigen.

Das Management um Konzernchef Oliver Blume hat damit ein Mandat erhalten, den Konzern grundlegend umzubauen und Milliarden einzusparen. Weltweit sollen in den kommenden Jahren rund 50.000 Stellen wegfallen – zusätzlich zu den bereits laufenden Abbauprogrammen im Konzern.

Besonders unter Druck stehen die VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie der Standort der Tochter Audi in Neckarsulm. Für diese Standorte kann der Vorstand derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleisten – gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034.

"Das wird den Selbstwert vieler Menschen angreifen und darüber hinaus noch mehr Betroffenen Angst bereiten", sagte Kanning. Eine Werksschließung wurde zunächst jedoch nicht vereinbart. Stattdessen soll bis Mitte 2027 ein Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorgelegt werden. Für die vier bedrohten Standorte werden parallel alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft.

Transparenz als Schlüssel

Der Wirtschaftspsychologie-Professor sieht in der Kommunikationsstrategie des Konzerns einen entscheidenden Faktor. "Die meisten Menschen werden mit Transparenz und Ehrlichkeit besser umgehen können als mit einer Hinhaltetaktik, die immer wieder zu neuen Frustrationen führt", erklärte er. "Durch ein Hin und Her verliert der Arbeitgeber mehr und mehr an Glaubwürdigkeit."

Gerade für traditionsreiche Unternehmen wie Volkswagen sei der Imageschaden besonders schwerwiegend. "Gerade in renommierten Unternehmen, die über Jahrzehnte hinweg ein hohes Ansehen in der Bevölkerung genossen haben, konnte man einen positiven Selbstwert aufbauen und stolz auf seine Zugehörigkeit sein", sagte Kanning. "Dies wird gefährdet, wenn die Unternehmen nun vor allem als rückständig dargestellt werden."

Für Anleger ist die Entwicklung bei Volkswagen von besonderem Interesse. Der Konzern steht vor der Herausforderung, einerseits die Kosten drastisch zu senken, andererseits aber als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, um die für die Transformation notwendigen Fachkräfte zu gewinnen. Ob der Sparkurs langfristig die Wettbewerbsfähigkeit stärkt oder die Innovationskraft schwächt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen müssen.

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