Veramark startet Plattform für verantwortungsvollen Metalleinkauf entlang der Lieferkette
Die frühere Copper Mark bündelt Bergbau, Hütten, Raffinerien und Finanzinstitute in einem neuen Netzwerk für mehr Transparenz.

Veramark Assurance, ehemals bekannt als Copper Mark, hat die Responsible Metals Value Chain Platform ins Leben gerufen. Das neue Netzwerk soll Unternehmen und Interessengruppen entlang der Wertschöpfungskette für Mineralien und Metalle miteinander verbinden. Nach Angaben des Unternehmens geht es dabei um mehr Transparenz, Zusammenarbeit sowie verantwortungsvolle Produktion und Beschaffung. Damit weitet Veramark sein Engagement von der vorgelagerten Rohstoffgewinnung auf die gesamte Kette aus.
Die Plattform bringt nach Unternehmensangaben Bergbauunternehmen, Hüttenwerke, Raffinerien, Verarbeiter, Recyclingfirmen, Händler, Hersteller, Finanzinstitute und weitere Stakeholder zusammen. Gemeinsam sollen sie praktische Initiativen entwickeln, um verantwortungsvolle und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten zu unterstützen. Bereits über 20 Unternehmen haben sich als Value Chain Partners registriert, indem sie die Charta der Plattform unterzeichnet haben. Diese Partner stammen aus den Bereichen Upstream, Midstream und Downstream.
Offiziell gestartet wird die Plattform mit einem Webinar am 28. Oktober. An der Sitzung können sich sowohl die bereits beigetretenen Unternehmen als auch interessierte Parteien beteiligen. In der Veranstaltung wird die Plattform vorgestellt, werden die ersten Aktivitäten angestoßen und der Grundstein für das bevorstehende Value Chain Forum gelegt.
Die Details
Die Value Chain Platform ergänzt die bestehende Upstream-Abdeckung von Veramark, die mehr als 140 Teilnehmerstandorte umfasst, die am Veramark Assurance Process beteiligt sind. Inhaltlich soll die Plattform Arbeiten in mehreren Feldern unterstützen: Risikoidentifikation und -minderung, Stakeholder-Engagement, Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Wertschöpfungskette, differenzierte ESG-Leistungen sowie Treibhausgasemissionen und recycelte Inhaltsstoffe.
Als Partner können Unternehmen vorgeschlagenen Initiativen beitreten. Dazu zählen laut Veramark Pilotprojekte zur Lieferkettentransparenz bei Kupfer sowie ein Projekt zur Kartierung von Methoden zur Erfassung von Treibhausgasemissionen. Ziel dieser Vorhaben ist es, das Verständnis zu vertiefen und den Datenfluss auf Produktebene zu verbessern.
Zur Plattform gehören mehrere Bausteine. Ein Responsible Metals Value Chain Forum bildet den Rahmen für den Austausch – das erste physische Value Chain Forum findet am 30. November in London, Großbritannien, statt. Hinzu kommen Value Chain Groups, die sich auf die Zusammenarbeit konzentrieren, um praktische Lösungen für Schlüsselthemen wie Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Treibhausgasemissionen und recycelte Inhaltsstoffe voranzutreiben.
Ein weiterer Bestandteil ist der Value Chain Online Hub. Er dient als exklusives Repository für Materialien, Tools und Informationen der Wertschöpfungskette der Plattform. Dazu gehören Daten und branchenspezifische Erkenntnisse von Benchmark Mineral Intelligence. Der Zugang steht ausschließlich Value Chain Partnern zur Verfügung.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Initiative fällt in eine Phase, in der die Rohstoff- und Metallbranche weltweit an Transparenz und nachhaltiger Beschaffung arbeitet. Bereits am 20.10.2026 berichtete aktien.news, dass die Weltbankgruppe ihre Finanzierung für Metalle und Mineralien massiv ausweiten will. Wie Weltbankpräsident Ajay Banga bei den Jahrestreffen mit dem Internationalen Währungsfonds in Bangkok ankündigte, soll die entsprechende Finanzierung in den fünf Jahren bis 2030 verfünffacht werden – auf 19 Milliarden US-Dollar. Im Vergleichszeitraum zwischen 2021 und 2025 hatte die Bank 3,6 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Namrata Thapar, Global Director für Metalle und Mineralien der Weltbankgruppe, erklärte, neue Länderkompakte könnten dazu beitragen, Wertschöpfungsketten in Partnerländern zu stärken.
Auch auf Unternehmensseite bewegt sich einiges. Am 19.04.2026 berichtete aktien.news, dass der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu ein Kreislaufwirtschafts-Ökosystem rund um sein Kemi-Chrombergwerk plant. Das Unternehmen will umfassende Daten über rund drei Millionen Tonnen Abfall- und Rückstandsmaterial bereitstellen, die jährlich am Standort anfallen, um kommerzielle Partner zu gewinnen. Am 14.08.2026 meldete aktien.news, dass der auf kritische Mineralien spezialisierte Investor TechMet mit TechMet USA eine dedizierte US-Plattform für Produktion und Verarbeitung kritischer Mineralien gegründet hat. Die Ankündigung fiel mit einer Bekanntmachung in Washington D.C. zusammen, wonach weitere 2 Milliarden US-Dollar an Bundesdarlehen, Zuschüssen und direkten Eigenkapitalinvestitionen zur Unterstützung der Material- und Komponentenversorgung bereitgestellt werden.
Auf Verbandsebene gab es ebenfalls einen Wechsel: Am 15.10.2026 berichtete aktien.news, dass die International Council on Mining and Metals (ICMM) Froydis Cameron-Johansson zur neuen Präsidentin und CEO ernannt hat. Sie tritt die Nachfolge von Rohitesh Dhawan an, der den Verband seit April 2021 geführt hat.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Signal zur Entwicklung der Lieferketten-Governance im Metallsektor. Veramark bündelt mit der neuen Plattform Akteure von der Mine bis zum Finanzinstitut und setzt auf Transparenz, Rückverfolgbarkeit und standardisierte Daten. Solche Strukturen können mittelfristig die Vergleichbarkeit von ESG-Leistungen und Emissionsdaten entlang der Wertschöpfungskette verbessern – ein Thema, das für Anleger in rohstoffnahen Unternehmen und in der Industrie zunehmend relevant ist.
Bemerkenswert ist die Breite der Beteiligten: Neben Bergbau, Hütten und Raffinerien sind ausdrücklich auch Recyclingfirmen, Händler, Hersteller und Finanzinstitute eingebunden. Das unterstreicht, dass verantwortungsvolle Beschaffung nicht mehr nur ein Thema der Rohstoffförderung ist. Die im Quelltext genannten Pilotprojekte zu Kupfer und zur Erfassung von Treibhausgasemissionen zeigen, wo die Branche konkreten Handlungsbedarf sieht. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der nächste konkrete Termin ist das Webinar am 28. Oktober, mit dem die Plattform offiziell startet. Dort sollen die ersten Aktivitäten angestoßen und die Weichen für das Value Chain Forum gestellt werden. Dieses erste physische Forum findet am 30. November in London statt. Über die weitere Entwicklung der Value Chain Groups, des Online Hub und der Pilotprojekte will Veramark nach eigenen Angaben im Rahmen der Plattform informieren.
Kurz erklärt
- Upstream: Der vorgelagerte Teil der Wertschöpfungskette, also Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen wie Erzen und Metallen.
- Midstream: Der mittlere Abschnitt der Kette, zu dem etwa Hüttenwerke, Raffinerien und Verarbeitungsschritte zählen.
- Downstream: Der nachgelagerte Teil der Kette, der unter anderem Hersteller, Händler und Endprodukte umfasst.
- ESG: Sammelbegriff für Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien, anhand derer Unternehmen nachhaltig bewertet werden.
- Rückverfolgbarkeit: Die Möglichkeit, den Weg eines Materials oder Produkts entlang der Lieferkette nachzuvollziehen.
