ANZEIGE

Venezuelas Inflation sinkt im April auf 10,6 Prozent

Die Zentralbank Venezuelas meldet eine Verlangsamung der monatlichen Teuerungsrate – doch die annualisierte Inflation bleibt bei über 600 Prozent.

•• 2 Min
Venezuelas Inflation sinkt im April auf 10,6 Prozent

Venezuelas monatliche Inflationsrate ist im April 2026 auf 10,6 Prozent gesunken, nachdem sie im März noch bei 13,1 Prozent gelegen hatte. Das teilte die Zentralbank des Landes am Montag auf ihrer Website mit. Damit zeigt sich eine spürbare Verlangsamung der Teuerung – zumindest auf monatlicher Basis.

Im bisherigen Jahresverlauf 2026 summiert sich die Inflation laut Zentralbank bereits auf 90 Prozent. Berechnungen von Reuters zufolge, die auf den offiziellen Zahlen der Zentralbank basieren, ergibt sich daraus eine annualisierte Inflationsrate von 611,86 Prozent. Venezuela bleibt damit eines der Länder mit der höchsten Inflation weltweit.

Zentralbankchef gibt sich optimistisch

Der amtierende Präsident der venezolanischen Zentralbank, Luis Perez, äußerte sich dennoch zuversichtlich. „Unsere Wirtschaft ist gesund; es geht ihr gut", sagte er in einem Interview im Staatsfernsehen. Für den Monat Mai sagte Perez eine einstellige Inflationsrate voraus – was eine weitere deutliche Verlangsamung bedeuten würde.

Perez betonte zudem die Integrität der veröffentlichten Daten. „Wir frisieren die Bücher nicht", sagte er und wies damit Vorwürfe zurück, die Zahlen könnten zu positiv dargestellt worden sein. Solche Zweifel an der Verlässlichkeit venezolanischer Wirtschaftsdaten sind international seit Jahren ein wiederkehrendes Thema.

Wiederannäherung an den Internationalen Währungsfonds

Ein weiteres bedeutsames Signal kommt aus der Außenwirtschaftspolitik: Venezuela hat im vergangenen Monat die Beziehungen zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wiederaufgenommen. Im Zuge dessen ernannte das Land den derzeitigen Vizepräsidenten für Wirtschaftsangelegenheiten, Calixto Ortega, zu seinem Vertreter und Gouverneur bei der Organisation. Dies teilte Zentralbankchef Perez ebenfalls mit.

Die Wiederannäherung an den IWF ist ein bemerkenswerter Schritt für Venezuela, das seit Jahren international isoliert war und unter massiven US-Sanktionen leidet. Eine engere Zusammenarbeit mit dem IWF könnte langfristig Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilisierung des Landes haben – wenngleich die strukturellen Herausforderungen enorm bleiben.

Für deutsche Anleger und Beobachter bleibt Venezuela ein Extrembeispiel für die Folgen wirtschaftlicher Misswirtschaft und politischer Instabilität. Eine annualisierte Inflationsrate von über 600 Prozent verdeutlicht, wie weit das Land von einer stabilen Wirtschaftsordnung entfernt ist – trotz der jüngsten monatlichen Verbesserungen.

Venezuela InflationInflationsrate VenezuelaZentralbank VenezuelaLuis PerezIwf VenezuelaHyperinflationAnnualisierte Inflation

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer