ANZEIGE

Venezuela: Goldreserven-Transfer von London nach New York geplant

Venezuela und Opposition einigen sich auf Goldtransfer von London nach New York.

2 Min
Venezuela: Goldreserven-Transfer von London nach New York geplant

Venezuela steht offenbar kurz vor einer Einigung mit der Opposition, um eingefrorene Goldreserven im Wert von rund vier Milliarden US-Dollar von London nach New York zu transferieren. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach sollen die Bestände von der Bank of England zur Federal Reserve Bank nach New York verlagert werden.

Der geplante Schritt würde einen siebenjährigen Rechtsstreit beenden, der seinen Ursprung im Jahr 2019 hat. Damals verweigerte die Bank of England die Herausgabe von rund 31 Tonnen venezolanischem Gold. Großbritannien hatte – wie zahlreiche andere Staaten – die Wiederwahl von Präsident Nicolás Maduro als manipuliert eingestuft und stattdessen den damaligen Oppositionsführer Juan Guaidó als legitimes Staatsoberhaupt anerkannt. Trotz verschiedener Bemühungen, darunter Anfragen von Delcy Rodríguez an König Charles, blieb das Gold in den Tresoren der Bank of England blockiert.

Hintergrund des Rechtsstreits

Im Rahmen des nun angestrebten Abkommens würde die Interimsregierung unter Delcy Rodríguez die rechtliche Kontrolle über das Gold erhalten. Ein sofortiger Verkauf der Bestände ist laut dem Bericht jedoch ausgeschlossen. Stattdessen könnte das Gold als Sicherheit für staatliche Kreditaufnahmen dienen. Die Erlöse sollen unter anderem den Wiederaufbau nach den schweren Erdbeben vom vergangenen Juni finanzieren.

Die angestrebte Lösung könnte den langwierigen juristischen Konflikt vor britischen Gerichten beilegen und die Goldreserven für die venezolanische Regierung wieder nutzbar machen. Zuletzt hatte Jorge Rodríguez, der Vorsitzende der venezolanischen Nationalversammlung, betont, dass das Land intensiv an der Rückgewinnung der Reserven arbeite, um der massiven Inflation entgegenzuwirken.

Weder die venezolanische Regierung noch die Opposition konnten für eine Stellungnahme erreicht werden. Auch die Federal Reserve Bank of New York, die Bank of England und das britische Außenministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen der Financial Times.

Für Venezuela wäre die Freigabe der Goldreserven ein wichtiger Schritt. Das Land leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise mit Hyperinflation und sinkender Ölproduktion. Die blockierten Goldbestände in London stellen einen erheblichen Teil der nationalen Reserven dar. Sollte die Einigung tatsächlich zustande kommen, könnte Venezuela das Gold als Sicherheit für neue Kredite nutzen – ein dringend benötigter finanzieller Spielraum für die krisengeplagte Regierung.

Die Verlagerung des Goldes von der Bank of England zur Federal Reserve in New York wäre zudem ein politisches Signal. Sie würde zeigen, dass sowohl die venezolanische Regierung als auch die Opposition zu einer pragmatischen Lösung bereit sind, um das seit Jahren blockierte Vermögen wieder nutzbar zu machen. Ob die Einigung tatsächlich zustande kommt, bleibt abzuwarten – die Verhandlungen gelten Insidern zufolge jedoch als weit fortgeschritten.

VenezuelaGoldreservenBank Of EnglandFederal ReserveDelcy RodríguezGoldtransferWirtschaftskrise

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer