USDA-Ministerin Rollins sorgt mit religiöser Oster-E-Mail für Kontroverse
US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins verschickte eine explizit christliche Oster-E-Mail an alle USDA-Mitarbeiter – und löste damit Unmut aus.

US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins hat mit einer Oster-E-Mail an die Belegschaft des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) für Aufsehen gesorgt. Die Nachricht betonte ausdrücklich die christliche Geschichte der Kreuzigung und Auferstehung Jesu und enthielt eine Illustration eines weggerollten Grabsteins mit den Worten „Christus ist auferstanden". Die Botschaft erreichte sämtliche Mitarbeiter des Ministeriums – unabhängig von ihrer persönlichen Religionszugehörigkeit.
Ein USDA-Mitarbeiter, der gegenüber dem US-Sender CNBC anonym blieb, da er Repressalien befürchtete, bezeichnete die E-Mail als beleidigend. Er erklärte, die Nachricht habe ihn sowohl als gläubigen Christen als auch als Angestellten des Ministeriums befremdet, da er täglich „mit Menschen anderen Glaubens, Muslimen und Hindus" zusammenarbeite. Dem Mitarbeiter zufolge teilten auch andere USDA-Angestellte diese kritische Haltung gegenüber Rollins' Botschaft.
Ministerium verteidigt die E-Mail
Das USDA stellte sich hinter seine Ministerin. Ein Sprecher erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme an CNBC: „Die Ministerin ist im Rahmen ihrer Rechte, anlässlich der Osterfeiertage eine Botschaft an die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit zu senden. Genau wie es Landwirtschaftsminister und Präsidenten in der Vergangenheit getan haben." Das Ministerium verwies damit auf eine angebliche Tradition solcher Feiertags-Kommunikation in der US-Regierung.
Die E-Mail wurde auch auf der Social-Media-Plattform Reddit breit diskutiert. Die Reaktionen fielen gespalten aus: Ein Kommentator, der sich selbst als Bundesangestellter und Christ bezeichnete, schrieb, er sei von der E-Mail „absolut angewidert" und kritisierte, dass Christus als „Vorwand" benutzt werde. Ein anderer Nutzer hingegen bekannte sich als Lutheraner und kommentierte schlicht: „Christus ist wahrhaftig auferstanden."
Rollins stützt Politik auf biblische Lehren
Die Kontroverse um die Oster-E-Mail steht nicht isoliert. In einem Interview mit dem Magazin „Decision" der Billy Graham Evangelistic Association, das im Juni 2025 veröffentlicht wurde, äußerte sich Rollins offen über ihren Glauben. „Gottes Hand war die treibende Kraft in allem, was ich je getan habe", sagte sie darin. Das Interview trug den Titel „Kampf um die Seele Amerikas: USDA-Ministerin Brooke Rollins stützt ihre Politik auf biblische Lehren."
Im selben Interview berichtete Rollins von ihrer Teilnahme an Bibelstudien mit anderen Kabinettsmitgliedern. Als Lieblingsbibelstelle nannte sie Römer 13, 12 – das „Anlegen der Waffen des Lichts". Dies unterstreicht, wie eng Rollins ihren Glauben mit ihrer Arbeit als Ministerin verknüpft.
Religiöse Rhetorik in der Trump-Regierung
Die Episode reiht sich in ein breiteres Muster religiöser Rhetorik innerhalb der Trump-Administration ein. Präsident Donald Trump erklärte am Montag vor Reportern, er glaube, dass Gott die USA im Konflikt mit dem überwiegend schiitisch-muslimisch geprägten Iran unterstütze. Verteidigungsminister Pete Hegseth verglich beim selben Briefing die Rettung eines im Iran abgeschossenen US-Piloten mit der Geschichte der Auferstehung Jesu.
Auch Pressesprecherin Karoline Leavitt fiel durch religiöse Äußerungen auf: Sie eröffnete ein Briefing am 30. März mit den Worten an Journalisten: „Konnten Sie unser ‚Amen' dort drin hören? Wir hatten gerade als Team ein kurzes, lautes Gebet." Für Beobachter zeigt sich damit eine zunehmend offen zur Schau gestellte religiöse Identität innerhalb der US-Regierung – was Fragen zur Trennung von Staat und Kirche aufwirft, einem in den USA verfassungsrechtlich verankerten Grundprinzip.
